10 Wege, wie man auf den Winter ewig warten kann

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Wie lange werden wir wohl auf im Winter 2019/20 auf Wintermomente warten? Gibt es psychologische Hilfen? Wenn unverändert: Frei zur eigenen Verwendung, Lizenz: CC BY-NC-ND 4.0.
Wie lange werden wir wohl auf im Winter 2019/20 auf Wintermomente warten? Gibt es psychologische Hilfen? Wenn unverändert: Frei zur eigenen Verwendung, Lizenz: CC BY-NC-ND 4.0.

In einer Klimakatastrophe (von der in politischer Korrektheit betroffenen Masse euphemistisch als "Klimawandel" bezeichnet) kann das Warten auf den Winter sich so lange hinziehen, wie man die sonnenvergewaltigte Lederlappenhaut eines chronischen Sommerfetischisten dehnen kann.

Angesichts von Plustemperaturen am Nordpol mitten im arktischen Winter, Hitzekatastrophen die jedes Jahr schlimmer werden, steigenden Meeresspiegeln und Treibhausgas-Indizes muss es beileibe nicht mehr verwundern, wenn der Winter im ohnehin klimatisch benachteiligten Westeuropa ausbleibt. Statistisch besteht natürlich trotz Supermildwintern in Folge immer noch ein Hauch von Hoffnung, dass die Wunder von Schnee*, Kälte und Eis wie in der Kindheit Einzug halten.

Dummerweise führt dies zu einer emotional belastenden Spirale, der man gemeinhin nicht entkommen kann. Tauchen am Horizont der Klimamodelle zarte Winterphantome auf, so neigt man dazu, Luftgitarre spielend und lauthals "Let it snow" singend aufzuspringen und im Zimmer umherzutanzen mit Hoffnungsfunken sprühenden Augen. Ist der Wintertraum dann bereits im nächsten Modelllauf am Morgen nicht nur zerborsten, sondern zu 20 Grad warmen karibischen Weihnachten mutiert, landet die Kaffeetasse (außer dieser hier*) unweigerlich an der Wand, von der anschließend schwarze Tränen zu Boden rinnen, den seelischen Brüdern ihrer kristallklaren Genossen auf unseren Wangen.

Dabei gibt es psychologische Tricks und Kniffe, wie man seine Geisteshaltung umkehrt und die positiven Aspekte des Wartens so raffiniert verinnerlicht, dass dadurch das Warten selbst kürzer wird.

(1) Unterhalten Sie sich mehr mit ihrer Ehefrau!

Die Ehefrau ist stinksauer? Nutzen Sie die Gelegenheit, um die Wartezeit zu verkürzen!

Anregende Gespräche führen zu einer erhöhten Konzentration und lenken ab. Dadurch vergeht subjektiv (Esoteriker behaupten sogar real) die Zeit schneller und das Warten verkürzt sich höchst effektiv! Wenn Ihre zornige Frau also irgendwann ausrastet, weil sie in therapeutisch behandlungsdürftiger Zwanghaftigkeit an den Computer hetzen mit den Worten "Ich muss dringend, ganz dringend den neuen GFS-Lauf mir ansehen" oder "Kaltwetter.de hat seinen Blog aktualisiert, hab' keine Zeit!" und dabei diesen typisch gehetzten Habitus eines Süchtigen aufweisen, dann laufen Sie nicht vor dem Streit davon. Stellen Sie sich und streiten Sie! Jede Minute verkürzt Ihre Wartezeit auf den real eintreffenden Winter und vermindert dabei auch ihr Leiden.

Hinweis: Dieser Ratschlag erfolgt ohne jegliche Garantie für die Funktionalität Ihrer Ehe.
Tipp: Schokolade*, Rosen* und schöne Worte können einen Großteil des Warteschadens traditionell wieder ausgleichen.

(2) Wenn der Winter nicht zu Ihnen kommt, dann kommen Sie zum Winter!

"Ach guck, in Alaska gibt's auch keinen Schnee". Die Tücken, auf der Erde den Winter zu finden.
"Ach guck, in Alaska gibt's auch keinen Schnee*". Die Tücken, auf der Erde den Winter zu finden.

In phlegmatischer Unzufriedenheit zuhause auszuharren und täglich über den ausbleibenden Winter zu fluchen, ist gewiss nicht die weiseste aller Lebensentscheidungen. Menschen mit dem nötigen Weitblick (und einem angemessenen Geldbeutel) reisen statt dessen in die Welt auf der Suche nach einem passenden Winterwetter.

Spätestens bei der ersten unbedachten Urlaubswahl, wenn man schweigend erst die grünen Schweizer Alpen konsterniert betrachtet, dann seiner Ehefrau neben sich in die Augen blickt und sich die frustrierten Enttäuschungen in beiden Augen tränennass die Hände reichen, weiß man, dass auch diese scheinbar einfache Lösung schwieriger ist, als man anfangs dachte. Wenn Sie dachten, es handelt sich um zufälliges Pech, dann könnten Sie ihre fehlende Planung mit weiteren Tränen bezahlen.

Klug wie Sie sind, wählen Sie daher ein neues Reiseziel im Ausland. Aber spätestens, wenn Sie gemeinsam in Alaska beobachten, wie Ginsterbüsche in einem schlechten Western vor ihren Augen auf schneefreien Ebenen fortwehen wie ihre Hoffnungen, dann ahnen Sie, dass sie nicht in einem Klimawandel, sondern einer Klimakatastrophe leben. Sie erkennen final beim Anschauen der Nachrichten, wo es plötzlich in der Sahara zum ersten Mal seit 40 Jahren schneit, dass umfangreiche Recherchen und Flexibilität notwendig sind. Viel Glück!

(3) Selbstberuhigung mit künstlichen Mitteln

Auf künstliche Weise glücklich dank der Segnungen der Pharmaindustrie.
Auf künstliche Weise glücklich dank der Segnungen der Pharmaindustrie.

Sie können die Mildwinterqualen um keinen Preis der Welt mehr ertragen und sind es satt zu warten?

Dann helfen wohl doch nur die Künste der modernen Medizin. Es ist erstaunlich und auch erschreckend, wie schnell man von einem tobsüchtigen, wutenergetisierten Seelenwrack zu einem entspannten, wenn auch dümmlich lächelnden Sommerfetischisten (Sofeten) mutieren kann, nur indem man täglich einige Pillen zu sich nimmt. Die Wirkungsweise der Sofeten-Tabletten erfordert leider eine deutliche Reduktion ihres zerebralen Kortex. Auf diese Weise lösen sich mitsamt Ihres IQs auch die ganzen störenden Fragen auf, die für Ihren Winterfrust sorgten. Intellektuelle Problematisierungen über die Erde, Verantwortung für andere Lebewesen und die Natur, Sinnieren über den Sinn des Lebens - alles löst sich im oberflächlichen Schönwetter eines beruhigenden Pharmanebels auf. Für die Dauer der drei Wintermonate können Sie nun bei einer Tasse Kaffee die deprimierend grüne Natur draußen mit dem gleichen verkrampften Lächeln betrachten, wie sie Serienmörder in therapeutischer Behandlung aufweisen.

Aus gesundheitlichen Gründen sind Sie allerdings gezwungen, pünktlich zum 30-Grad-Frühling die Medikation abzusetzen. Kundige wissen: Es ist genau dann Frühling, wenn die jungfräulichen Blumen in der Klimakatastrophe verwelken, die Vögel hysterisch zwitschern, bevor sie tot von den Bäumen fallen und wenn entsetzte Schreie von Winterliebhabern zum glühenden Himmel aufsteigen, nachdem sie ihre Sinne wiedergewinnen und die Realität erblicken.

(4) Bauen Sie sich einen Warteautomaten!

Psychologisch raffiniert: Ein Wartebon-Automat für den Winter.
Psychologisch raffiniert: Ein Wartebon-Automat für den Winter.

Der handwerklich geschickte Winterliebhaber verfügt über Möglichkeiten, seinen Mildwinterfrust zu bewältigen, die andere nicht haben.

Sie kennen gewiss die Wartenummerautomaten in Behördenwartezimmern, bei deren Betreten man einen Film noir-Effekt erlebt und alle Farben verblassen. Im Grunde wissen Sie, dass die Wartezeit in diesen Räumen zehn mal langsamer vergeht als an vergleichbaren Orten. Dass Sie ohnehin gar nicht hier sein möchten und ein Anliegen haben, das nicht aus ihrem Lustzentrum stammt, sondern ihnen von außen aufgezwungen wurde, lässt sie sich wie einen Sklaven fühlen, der in unbestimmter Zukunft eine unbekannte Bestrafung erfahren wird. Und wenn Sie sehen, wie der vom Schicksal auserwählte Sachbearbeiter an ihnen in Richtung Kantine vorbeimarschiert, ohne Sie eines Blickes zu würdigen, dann wissen Sie, dass Sie in einer ganz speziellen Bürokratievorhölle gelandet sind.

Wie Ihnen das jetzt helfen soll? Ganz einfach: Sie wehren sich nämlich nicht, oder? Sie reagieren nicht, wie jeder normale Mensch unter gleichen Umständen und halten einen 30-minütigen Monolog über die Dekadenz des Behördentums und dass mit ihren Steuergeldern jeder einzelne der Bürosklaven bezahlt wird, sondern sie verharren auf ihrem zahnbelaggelben Wartestuhl aus den 70er Jahren. Denn sie klammern sich an ihren Zettel mit der Wartenummer, dieses eigentlich bedeutungslose Versprechen, dass Sie aus dieser Vorhölle entlassen werden, bevor sie ebenso grau sein werden wie Ihr Sachbearbeiter. Einen Zettel mit einer Nummer in der Hand zu haben, beruhigt ungemein und lässt Sie nahezu endlos warten!

Was liegt näher, als sich einen Winterwarteautomaten zu bauen? Wenn Sie morgens also aus dem Fenster schauen und das altbekannte, trostlose Winterbild grüner Bäume erblicken, dann ziehen Sie eine Nummer aus ihrem Winterwarteautomaten! Das fröhliche "Pling!" heitert sie auf wie ein alter Freund, der ihnen mutmachend auf die Schulter klopft. Die gezogene Nummer ist mit "1" klein und verspricht baldige Besserung der Winterlage - was natürlich damit zusammenhängt, dass alle Wartebons ihres Automaten die Zahl "1" aufweisen - ein raffinierter psychologischer Trick, finden Sie nicht?
Auf diese Weise ändert sich zwar nicht der dauerhafte Supermildwinter, aber sie überleben ihn am Ende, weil Sie immer auf den nächsten Tag setzen und die Hoffnung aufrechterhalten, dass Sie dann dran sind mit einem Schneewintertag. Sie teilen beim warten einfach das endlose Hoffnungsrad in kleine Schnipsel mit der illusionsoptimistischen Annahme, dass alles mit dem nächsten Tag besser wird und am Ende des 17. Mildwinters in Folge, dass der nächste Winter dann endlich wieder gut sein wird.

(5) Ziehen Sie luftige Kleidung an

Mentale Fokussierung verzerrt die Zeit und verkürzt Männern die Wartequalen auf den Winter.
Mentale Fokussierung verzerrt die Zeit und verkürzt Männern die Wartequalen auf den Winter.

Die Herren der Schöpfung kennen diese Situation bestens: Man hat einen jener ganz üblen Tage hinter sich. Durch eine Kombination aus Murphy's Gesetz und dunklem Schicksal wandelten sich die vielversprechendsten Aufgaben bei der Arbeit in Slapsticktragische Katastrophen. Dem Vorgesetzten hatten Sie im Versuch, witzig zu sein, eine Flasche mit Kondomen* geschenkt, weil er Vater wird - ohne zu wissen, dass er soeben erfahren hat, dass nicht er der Vater des Kindes ist. Alle Kunden, mit denen Sie telefonierten, nutzten den Anruf, um Sie für die Miskonzeption des gesamten Universums verantwortlich zu machen. Im 12-Grad-Frühlingswinter einer klimatischen Apokalypse gehen Sie nach Hause und haben ungefähr die gleiche Laune wie ein Serienmörder, dem sein Opfer vorschnell an einem Herzinfarkt verstorben ist.

Doch dann geschieht es.
Eine bei den frühlingshaften Temperaturen äußerst leicht bekleidete Dame läuft an Ihnen vorbei und fortan teilt sich das Universum in zwei Bereiche. In dem einen befinden sich der Arbeitstag, ihr Vorgesetzter und die schmelzende Erde. In dem anderen befindet sich die entzückende Dame mit ihrem Überangebot an Schlüsselreizen und Sie mit mehr Schlüsseln als die Panzerknacker.

Mit dem glückseligen Sabbern eines testosteronentrückten Träumers beweisen Sie auf diese Weise zwei Dinge. Erstens funktioniert das nur bei Männern mit der ihnen eigenen Beschränkung auf Monotasking. Zweitens führt eine hormonbasierende Ablenkung zu einer Krümmung der Zeit, die für sie schneller verläuft durch die Konzentration auf gewissen Kurvenmathematik. Das Warten auf den Winter, vormals eine zyklopische und unüberwindbare Mauer, wandelt sich nun in einen persönlichen Warteraum lukullischer Freuden.
Für alle anderen zeigt die leicht bekleidete Dame darüber hinaus folgendes: Mit der Anpassung der Kleidung vermag man sogar im anthropozänen Winter nicht zu schwitzen, sondern in Sommerbekleidung eine Ahnung von Kühle zu erhaschen.

(6) Der 9-Monatsplan

Eine ganz natürliche Lösung: 9 Monate Wartezeit durch das Wunder der Geburt! (Nur für Frauen verfügbar).
Eine ganz natürliche Lösung: 9 Monate Wartezeit durch das Wunder der Geburt! (Nur für Frauen verfügbar).

Die Damenwelt hat sich bei Punkt (5) pseudomoralisch entrüstet, weil sie im Grunde neidisch auf die Möglichkeit der Männer einer hormongesteuerten Wartezeitverkürzung auf den Winter ist? Aber nicht doch, meine Damen! Denn Ihnen steht sogar eine unschlagbare Methode offen, die sogar jenen der Männer weit übertrifft und gewissermaßen auch damit zusammenhängt.

Gelingt es Ihnen, einen Mann in ein wandelndes Hormon zu transformieren, könnte sich daraus bei Ihnen daraus eine neunmonatige hormonelle Achterbahnfahrt ergeben. Dies nennt sich Schwangerschaft. Forscher haben erstaunliche Fakten im Laufe der Jahrzehnte zusammengetragen zum Wunder der Geburt und dem Weg dorthin: Nicht nur der Körper verändert sich, sondern auch das Gehirn. Alles wird auf den kleinen Fratz ausgerichtet, der bald die vier Wände mit lautem Plärren füllen wird. Das Gehirn der Schwangeren verkleinert sich mit dem Ergebnis, dass man die (fehlende) Winterwelt nur noch gefiltert wahrnimmt.

Die Schwangerschaft entspricht damit im Grunde einem zeitlichen Wurmloch, das sie in einer Sekunde 9 Monate weitertransportiert, was die Aufmerksamkeit der Außenwelt angeht.
Mit dem richtigen Timing können Sie so der Klimakatastrophe ein Schnippchen schlagen: Wenn Sie im Dezember schwanger werden, kriegen Sie ab sofort von dem Frühlingswinter nichts mehr mit! Sie wachen dann bereits im Herbst* nach der Entbindung auf und haben von all den Hitzequalen nur deswegen etwas mitbekommen, weil es sich auf die Schwangerschaft bezog. Doch plötzlich steht bereits der Herbst* vor ihrer mentalen Tür und der nächste Winterversuch ist ganz nah! Das Wunder neuen Lebens - auch ein Wunder der hormonellen Realitätskrümmung der Frau.

(7) Die Wutemissions-Therapie

Zum Teufel mit der gesellschaftskonformen Höflichkeit! Pöbeln Sie drauflos und befreien Sie sich!
Zum Teufel mit der gesellschaftskonformen Höflichkeit! Pöbeln Sie drauflos und befreien Sie sich!

Sie haben bisher immer klammheimlich auf die Zähne gebissen, wenn Ihnen der repräsentative Hitzeperverse des Alltags im Smalltalk bekundet hat "Ich bin froh, wenn diese Kälte und der Winter vorbei ist" (weitere Beispiele)?
Sie haben sich bei 15 Grad den Schweiss von der Stirn gewischt und gefragt, ob sich ihr hitzeperverses Gegenüber im Polarmantel mit russischer Bärenfellmütze inzwischen körperverflüssigt hat und ihre Seele schrie gleichzeitig vor Qualen unterdrückter Wut?
Dann haben Sie alles falsch gemacht!

Lassen Sie es zu, dass Sie dem Universum, der Wahrheit und Gerechtigkeit ihre Stimme leihen und pöbeln Sie hemmungslos die Sommerfetischisten an, wenn Sie sie nicht artgerecht halten können. Wer mitten in einer galoppierenden Klimakatastrophe die im Zeitraffer ansteigenden mörderischen Temperaturen gutheißt, hat es nicht besser verdient!

Sie ärgern sich über eine Aussage wie "Am liebsten wären mir 12 Monate Sommer"? Dann empfehlen Sie pöbelnd einen Besuch im nächsten Hochleistungskrematorium!
Ihr Seele möchte schreien und gleichzeitig weinen, wenn Ihr sofetisches Gegenüber Sonne* und Hitze als Lebensspender preist mit den Worten "Ohne Sonne und Wärme wächst nichts!"? Dann weisen sie mit wieherndem, verachtendem Gelächter darauf hin, warum es denn in einer beliebigen Wüste nur Sanddünen, aber keine Blumenmeere gibt!

Entrüstet zittert der Zeigefinger des Sofeten, wenn er hyperventilierend darauf hinweist, dass der Lichtmangel im Winter zu Depressionen führt. Sie entgegnen mit einem lockeren Mittelfinger und der zynisch gefauchten passenden Entgegnung, dass eher das Anketten an Heizungen in supererhitzten Wohnungen zu Depressionen führt, aber Spaziergänge in der frischen Luft bei Ablegen der polaren Kälteschutzausrüstung eines Sofeten das Problem lösen würde (siehe den Vergleich Normalmenschen vs. Hitzeperverse).

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Fokussierung des Zorns bei himmelschreienden Idiotien und die nach außen erfolgende Emission zu einer entspannteren Gemütshaltung führt. Ignorieren Sie die unreflektierte Höflichkeitsmentalität, karibischer Hitze positive Konnotationen aufzudrücken und sprechen Sie die Wahrheit aus!

(8) Die Entspannungshypnose

Für fortgeschritten Verzweifelte: Entspannen Sie im Frühlingswinter!
Für fortgeschritten Verzweifelte: Entspannen Sie im Frühlingswinter!

Warum sich wehren gegen blühende Blumen im Winter?
Nun gut, blühende Blumen im Winter mögen für uns das Gleiche wie Regen im Sommer für Sofeten sein. Die fehlende Verzauberung der Landschaft durch weiße Nordgöttertränen, auch Schnee* genannt, mag uns mitsamt der Subtilität auch den Sinn für Ästhetik und die Hoffnung auf Wunder aus der Seele reißen, durch die man erst zu einem Menschen wird. Der bereits im Frühling bis Herbst unerträgliche Lärm von Handwerkerirren, die an Phantomhäusern ewig bauen und von wahnsinnigen Gartennazis hallt nun auch noch im sonst so herrlich stillen Winter in den Vorgärten wieder.

Dennoch! Kann man der seelenmordenden Frustration und Verzweiflung entgehen, indem man das Unvermeidliche in einer globalen Klimakatastrophe akzeptiert, weil man es nicht ändern kann? Kann man die Wartezeit auf ein echtes Winterwunder eliminieren, indem man die hässliche grüne Realität umdeutet?
Es mag in der Tat völlig irrsinnig klingen, aber vielleicht ist es den Versuch wert? Legen wir uns also in Gedanken auf die typische deutsche Winterwiese unserer unmöglichen Epoche aus saftigem Grün und lustigen Blumen. Wir leeren den Geist und begeben uns in eine Selbsthypnose und sagen uns immer wieder "Die Welt ist schön, es gibt keine Probleme".

Leider wird bereits nach einigen Minuten eine andere Stimme, die sich Wahrheit nennt, langsam, aber stetig lauter und lauter. Wenn die Lippen dann alsbald unkontrolliert unter dem psychischen Druck zu zittern beginnen und die aufsteigende Stimme der Wahrheit vom Ende aller Winter kündet, vom Verlust aller Schönheit und Subtilität und von durch fehlende Kälte sauerstoffbefreiten Seen, in denen tote Fische treiben, von einem Leben ohne Sinn und Winterfreuden, dann ist es meist mit der Entspannung vorüber. Denn es bedarf schon eines stark reduzierten IQ, um das Ende des Winters positiv zu bewerten.

Mögen sich auch sofetische Passanten über Personen wundern, die im Dezember bei 20 Grad auf Blumen einschlagen: Halten Sie sich nicht zurück, denn letztlich könnte für Sie die Entspannungshypnose nicht die richtige Methode sein, um dem klimatischen Wahnsinn unserer Zeit zu begegnen. Statt dessen verspricht die Wutemissions-Therapie auch gemäß der Studien weitaus mehr Erfolg (siehe Punkt 7 oder: Hier).

(9) Bauen Sie einen Regenmann!

Kinder müssen nicht traurig sein! Ohne Schnee kann der kundige Elternteil zwar keinen Schneemann, aber einen Regenmann bauen.
Kinder müssen nicht traurig sein! Ohne Schnee* kann der kundige Elternteil zwar keinen Schneemann, aber einen Regenmann bauen.

Wer kennt das nicht aus seiner eigenen Kindheit? Man wacht im Winter auf, rennt zum Fenster und es hat geschneit! Das Herz macht einen Freudensprung und man liegt anschließend Papa oder Mama so lange in den Ohren, bis sie mit einem draußen einen Schneemann bauen!

Heute blicken wir deprimiert auf eine grüne Landschaft in kaltherziger Dauersonne - ohne Schnee*, ohne Schneemann, ohne Verzauberung, ohne Freude. Die Wartezeit auf einen Winter (wird er überhaupt jemals wieder kommen?), geschweige denn auf Schnee, erscheint nicht nur endlos, sondern ist es auch. Es muss doch etwas geben, das Sie mit ihren Kindern anstellen können, um ihnen eine Freude zu machen und das gleichzeitig ihre Ewigwartezeit auf halluzinogenen Schnee und Fata-Morgana-Winter verkürzen kann.

Gibt es! Bauen Sie einen Regenmann statt eines Schneemannes. Zwar ist in unseren schweren Zeiten auch der Regen beinahe so selten wie Schnee geworden, aber immer noch häufiger anzutreffen. Ziehen Sie also bei Regen Ostfriesennerz* und Gummistiefel* an, die neuen Modeaccessoires deutscher Winter, und nehmen Sie Wassereimer, Plastikbecher und eine ausreichende Menge Luftballons mit nach draußen. Täuschen Sie Freude vor und rufen Ihren Kindern begeistert zu "Endlich Winterregen!".
Dann fordern Sie sie auf, Wasser aus den Pfützen zusammenzutragen und in Ballons zu füllen. Der pädagogisch kundige Erzieher gestaltet einen spannenden Wettbewerb daraus mit dem Ziel, wer am meisten Regenwasser sammelt. Die gefüllten Wasserballons knoten Sie dann unter Zuhilfenahme ihres vorhandenen kreativen Geschicks zu lustigen Gestalten zusammen. Sogar die klassische Schneemannform ist auch als Regenmann für den ungeübten Laien umsetzbar!
Was für ein Spaß. So können Sie Ihren Kindern, die eine Welt mit Wintern niemals kennengelernt haben, letztlich eine Freude machen. Und vergessen Sie nicht: Irgendwann müssen die Kinder ins Bett. Anschließend ist es Ihnen freigestellt, dass Sie heimlich im Keller hemmungslos weinen und ihren Gefühlen freien Lauf lassen.

Ultimative Waffen gegen den Hitzedämon. Selbst getestet und bei Kaltwetter.de im Einsatz! Sie sehen nichts? Dann: Hinweis.

(10) Bereiten Sie sich auf die Zeit nach dem Winter vor

Kein Wasser mehr? Das kann nicht passieren, wenn Sie die Zeit des Warmwinters nutzen, um Ihre Hitzeschutzausrüstung für den Sommer zu warten!
Kein Wasser mehr? Das kann nicht passieren, wenn Sie die Zeit des Warmwinters nutzen, um Ihre Hitzeschutzausrüstung für den Sommer zu warten!

Hemmungslos sich den Weinkrämpfen und Verzweiflungstränen über den fehlenden Winter hinzugeben, mag durchaus menschlich und nachvollziehbar sein. Nicht zuletzt ist jeder Tag ohne Schnee und Kälte ein doppelter Verlust: Zum fehlenden Schnee und erlösender Kälte gesellt sich auch noch eine deprimierende Wärme* und viel zu oft scheinende Sonne*.

Doch weniger emotionale Naturen haben im Pragmatismus eine Lösung gefunden. Warum die Zeit hässlichen Warmwinterwetters mit Leiden vergeuden? Statt dessen bietet sich an, die Zeit zu nutzen, um sich auf den unvermeidlichen Hitzeterror, der pünktlich spätestens ab April Einzug hält, vorzubereiten!
Prüfen Sie Ihre Wasserbestände*. Stocken Sie Ihre haltbaren Konserven* auf, damit Sie nicht in der sommerlichen Gluthitze einkaufen müssen. Bügeln Sie Ihre Kühljacke* aus der Weltraumforschung, die in der Gluthitze zuverlässig mit -18 Grad ihr Leben rettet. Kaufen Sie Kühlakkus*, die in die Beintaschen ihrer Cargohose* passen. Für den Notfall eines Sommers wie 2003 mit über 70.000 europaweiten Hitzetoten testen Sie bereits jetzt Helm, Anzug und Wasserflasche, damit Sie auch bei 40 Grad (im Schatten!) lebend Ihre Arbeitsstelle erreichen.
Bessern Sie aus, verschönern Sie und optimieren Sie Ihre Hitzeschutzausrüstung und sie werden bemerken: Je mehr Hingabe und Liebe zum Detail Sie investieren, desto mehr Zeit des Mildwinters wird vergehen. Selbst wenn der Winter dann wie alle Winter ohne Schnee und ohne Kälte enden wird und ihre Jackensammlung zuletzt in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts getragen wurde: Sie gehen mit dem guten Gefühl in den Hitzefrühling und Alptraumsommer, bereit zu sein für den alljährlichen Kampf gegen die Hitze - und das ist letztlich eine enorme Beruhigung und Befriedigung.

Vor dem Lesen dieses Artikels waren Sie, lieber Leser, Ihren Ängsten und Ihrer Verzweiflung schutzlos ausgeliefert. Nun aber haben Sie 10 wertvolle Tipps an die Hand bekommen, wie Sie den Warmwinter überstehen können, ohne bereits im März den üblichen Sommerkoller zu erleiden.

Und wer weiß?
Nun, wo niemand mehr einen Winter, der den Namen verdient, erwartet, könnten wir am Ende doch eine Riesenüberraschung erleben und alles wird gut.

Pornöser Traum aller Normalmenschen: Die Chance liegt nur bei 0,1%, aber nicht bei null ...
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Winterzeit - Duftkerzen- und Teelichterzeit! Sie sehen nichts? Dann: Hinweis.