Brandstifter der Waldbrände im Amazonas gefunden!

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Waldbrand im Yosemite Nationalpark in den USA. © Salam2009 auf commons.wikimedia.org, Lizenz:. CC BY-SA 4.0, hier: Ausschnitt verwendet.
Waldbrand im Yosemite Nationalpark in den USA. © Salam2009 auf commons.wikimedia.org, Lizenz:. CC BY-SA 4.0, hier: Ausschnitt verwendet.

Wie aus heiterem Himmel entzünden sich Wälder rund um den Globus, allen voran im Amazonas in Brasilien. Satellitenaufnahmengestützte Animationen von gigantischen Rauchschwaden erinnern an Kriegstraumata und einen Weltuntergang - die "Lungen der Erde brennen".
Oder doch nicht?
Und können wir in den Rauchschwaden, die offenbar auch die Erkenntnisfähigkeit vernebeln, den heimtückischen Brandstifter erkennen, der kichernd und händereibend über die Asche läuft?

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Dass die Wälder der Erde akut gefährdet sind, ist keine Neuigkeit - wer weiß das besser als Deutschland mit seinem mittlerweile in Rekordzahlen sterbenden Wald aufgrund von Dürren durch die Klimakatastrophe?
Allerdings stellt sich jedem reflektierten und wissenshungrigen Menschen die Frage nach der Kausalität, nach den Ursachen, kurz: nach der Wahrheit. Diese Wahrheitssucht ist ultimativ und bedeutet, dass sie auch dann gesucht wird, wenn sich die Ergebnisse als inkompatibel mit der Weltsicht, der subjektiven Meinung, politischen Ansichten und utopistischen Weltveränderungen erweisen. Denn die Anpassung des eigenen (immer unvollständigen) Weltbildes hat immer Vorrang vor der die Wahrheit verzerrenden Lügen, egal wie "gut" sie gemeint sind.

Ist das jetzt ein langatmiges Vorwort zur klimaskeptischen Relativierung der planetaren Waldbrände und jener im Amazonas aktuell?
Nein, auch das nicht. Es ist nach wie vor die Suche nach der Wahrheit. Aber die Erkenntnis der Wahrheit muss man sich erarbeiten. Also ans Werk!

Hausaufgaben: Wie "natürlich" sind Waldbrände?

Der erfahrene Philosoph und Wahrheitssucher nähert sich dem Objekt der Begierde zunächst über die Hausaufgaben, sprich die Grundlagen. Wie natürlich sind Waldbrände eigentlich und wie sah das in Zeiten normaler Klimate vor der Klimakatastrophe aus?

Waldbrände sind zunächst natürlichen Ursprungs und Teil des globalen Kohlenstoffkreislaufs. Sie entstehen meistens durch Blitzschlag und erfordern meteorologische Bedingungen von Trockenheit.

An dieser Stelle sei auf die unterhaltsame Auseinandersetzung zwischen Jörg Kachelmann und Prof. Rahmstorf hingewiesen, die beide mit ihren Sichtweisen richtig liegen, aber aneinander vorbeireden: Klimalounge - Hitze, Brände, Kachelmann.

Waldbrand: Hat nicht nur mit Hitze zu tun, sondern vor allem mit Trockenheit. Logischerweise brennt es auch (und sehr oft) in kalten Gebieten.
Waldbrand: Hat nicht nur mit Hitze zu tun, sondern vor allem mit Trockenheit. Logischerweise brennt es auch (und sehr oft) in kalten Gebieten.

Eine wichtige Erkenntnis für den Normalsterblichen ist dabei, dass es auch in kalten Gebieten brennen kann und es genauer gesagt sogar äußerst häufig vorkommt, denn die arktischen Waldbrände (boreale Waldbrände) sind eine Konstante der geologischen Geschichte des Planeten. Insofern hat Jörg Kachelmann hier mit seiner Argumentation, dass "nur" die Trockenheit eine Rolle spielt, gewissermaßen recht.
Andererseits zeigen die Daten für beispielsweise Kalifornien überdeutlich, dass Hitze bei Trockenheit die Waldbrandgefahr beschleunigt, was wiederum Prof. Rahmstorf recht gibt, aber ersterer Wahrheit nicht widerspricht.
Am Ende wird Wissenschaft wie so oft hier auch ideologisch missbraucht, um subjektive Politik durchzusetzen: Da missfällt dem einen, dass der andere alarmistisch klingt und dem anderen, dass der erstere keine universitäre Karriere mit wissenschaftlichen Veröffentlichungen vorweisen kann.

Kommen wir zurück zum Waldbrand.
Die natürlichen Ursachen wie Blitzschlag und Vulkanismus belaufen sich lediglich auf 4% (Quelle: Wikipedia nach der WWF-Waldbrandstudie)!
Der weitaus größte Anteil von Ursachen bezieht sich auf den Menschen und zwar in Form von vorsätzlicher Brandstiftung, Brandrodung oder unbeabsichtigter Entzündung, beispielsweise durch offenes Feuer oder sogar durch heiße Bremsscheiben von abgestellten Motorrädern.
Die Mär von der Glasflasche oder anderen Glasobjekten im Wald, die ein Feuer entzünden, ist allerdings völliger Schwachsinn (und hier hat Jörg Kachelmann ebenfalls recht in seinem amüsanten Wüten).

Die einst als "Klimawandel" euphemistisch verharmloste klimatische Globalkatastrophe verschärft Wetterlagen hinsichtlich einer Extremisierung durch die Anomalien des Jetstreams (Resonanzen und Omegablockadelagen) und führt zu längeren Perioden von Hitze und Trockenheit. Es liegt nahe, auch hier einen kausalen Zusammenhang mit den gefühlt rasant zunehmenden Waldbränden herzustellen.

Aber lässt sich diese "gefühlte" Zunahme von Waldbränden auch belegen und ist das Gefühl deckungsgleich mit der faktischen Wirklichkeit?

Zahlenspiele: Gibt es einen belegten Anstieg der Waldbrände?

Ich habe mir die Mühe gemacht und geprüft, wie die Zahlen aussehen. Doch gleichgültig, wohin man blickt: Von den "gefühlten" exponentiellen Steigerungen ist nichts zu sehen. Mehr noch: Selbst deutliche Steigerungen finden sich nicht. Allenfalls gibt es leichte Anstiege, oft sogar einen Rückgang der verzeichneten Waldbrände, sowohl was die Anzahl der Brände angeht, als auch die betroffenen Flächenvolumina.

Betrachten wir einige Beispiele.
Im Mittelmeerraum zeigen die Statistiken über Waldbrände, sowohl was die Anzahl (linkes Bild) angeht, wie auch die betroffene Fläche (rechtes Bild), dass die Zahlen in der Mittelfrist sinken. Allenfalls in der Langfrist ist bei der Anzahl der Brände ein leichter Anstieg zu erkennen.

Anzahl der Brände (links) und Waldbrandfläche (rechts) in der Mittelmeerregion; © <a href="https://royalsocietypublishing.org/doi/pdf/10.1098/rstb.2015.0345" target="_blank" rel="noopener noreferrer">San-Miguel-Ayanz J, Moreno JM, Camia A. 2013, Analysis of large fires in European Mediterraneanlandscapes: lessons learned and perspectives. For. Ecol. Manage. 294, 11– 22. (doi:10.1016/j.foreco.2012.10.050), in: : Doerr SH, Santı´n C. 2016, Global trends in wildfire and its impacts: perceptions versus realities in a changing world. Phil. Trans. R. Soc. B 371: 20150345. http://dx.doi.org/10.1098/rstb.2015.0345</a>.
Anzahl der Brände (links) und Waldbrandfläche (rechts) in der Mittelmeerregion; © San-Miguel-Ayanz J, Moreno JM, Camia A. 2013, Analysis of large fires in European Mediterraneanlandscapes: lessons learned and perspectives. For. Ecol. Manage. 294, 11– 22. (doi:10.1016/j.foreco.2012.10.050), in: : Doerr SH, Santı´n C. 2016, Global trends in wildfire and its impacts: perceptions versus realities in a changing world. Phil. Trans. R. Soc. B 371: 20150345. http://dx.doi.org/10.1098/rstb.2015.0345.

Diese erste Bestandsaufnahme überrascht. Auch wenn man in diesem Jahr Waldbrände in Griechenland in den Medien gesehen hat, so ist die Mittelmeerregion nicht das Paradebeispiel für eine Waldbrandregion.
Richten wir also den Blick auf die Lage jenseits des Atlantiks in den westlichen USA. Bei statista.com sehen wir die Situation der Waldbrandentwicklung in den Gesamt-USA seit 2000:

Anzahl der Waldbrände und der betroffenen Fläche in den USA von 2000-2017; © <a target="_blank" href="https://www.statista.com/chart/10243/wildfires-and-acres-burnt-in-the-unites-states/">Statista.com</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="https://creativecommons.org/licenses/by-nd/4.0/deed.de">CC BY-ND 4.0</a>.
Anzahl der Waldbrände und der betroffenen Fläche in den USA von 2000-2017; © Statista.com, Lizenz: CC BY-ND 4.0.

Auch hier das gleiche Bild: Dem hämisch grinsenden Brandstifter erlischt das Zündholz in der Hand. Selbst in dem Zeitraum, in der die Klimakatastrophe exponentielle Sprünge in den Folgen gezeigt hat, ist das eingezeichnete Mittel und sind die Zahlen gleich geblieben.
Das widerspricht allen Erwartungen, die man zu Beginn der Recherche hatte und auch der Logik. Oder ist unsere Logik einfach durch die digitale Medienwelt falsch gepolt?

Doch die obige Statistik bezieht sich auf die gesamten USA, während der eigentliche "Brandherd" die westlichen USA sind. Und tatsächlich findet man im statistischen Gesamtrauschen dort die verräterischen Fußstapfen eines Brandstifters!

Gegenüberstellung von Anzahl an Waldbränden (rot), betroffener Waldbrandläche (blau) und Kosten der Waldbrandbekämpfung (grün) in den westlichen USA; © <a href="https://royalsocietypublishing.org/doi/pdf/10.1098/rstb.2015.0345" target="_blank" rel="noopener noreferrer">San-Miguel-Ayanz J, Moreno JM, Camia A. 2013, Analysis of large fires in European Mediterraneanlandscapes: lessons learned and perspectives. For. Ecol. Manage. 294, 11– 22. (doi:10.1016/j.foreco.2012.10.050), in: : Doerr SH, Santı´n C. 2016, Global trends in wildfire and its impacts: perceptions versus realities in a changing world. Phil. Trans. R. Soc. B 371: 20150345. http://dx.doi.org/10.1098/rstb.2015.0345</a>.
Gegenüberstellung von Anzahl an Waldbränden (rot), betroffener Waldbrandläche (blau) und Kosten der Waldbrandbekämpfung (grün) in den westlichen USA; © San-Miguel-Ayanz J, Moreno JM, Camia A. 2013, Analysis of large fires in European Mediterraneanlandscapes: lessons learned and perspectives. For. Ecol. Manage. 294, 11– 22. (doi:10.1016/j.foreco.2012.10.050), in: : Doerr SH, Santı´n C. 2016, Global trends in wildfire and its impacts: perceptions versus realities in a changing world. Phil. Trans. R. Soc. B 371: 20150345. http://dx.doi.org/10.1098/rstb.2015.0345.

Wir sehen hier, dass zwar die Anzahl der Waldbrände zurückging, die Fläche jedoch deutlich zunahm.
Zwei weitere Grafiken zeigen, wo die Ursachen dafür liegen: In der Zunahme der Trockenheit (fuel aridity = der Trockenheitszustand, ab dem Bäume feueranfällig sind), die wiederum auf die anthropogene Klimakatastrophe zurückzuführen ist.

Entwicklung der Waldbrandfläche in den USA (in tausend hA) im Verhältnis mit der Trockenheit (fuel aridity) unter Berücksichtigung des Einflusses des anthropogenen Klimawandels (ACC). © John T. Abatzoglou and A. Park Williams, Impact of anthropogenic climate change on wildfire across western US forests, Department of Geography, University of Idaho, Moscow, ID 83844; and Lamont–Doherty Earth Observatory, Columbia University, Palisades, NY 10964.
Entwicklung der Waldbrandfläche in den USA (in tausend hA) im Verhältnis mit der Trockenheit (fuel aridity) unter Berücksichtigung des Einflusses des anthropogenen Klimawandels (ACC). © John T. Abatzoglou and A. Park Williams, Impact of anthropogenic climate change on wildfire
across western US forests, Department of Geography, University of Idaho, Moscow, ID 83844; and
Lamont–Doherty Earth Observatory, Columbia University, Palisades, NY 10964
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Zunahme der Waldbrandfläche in den westlichen USA (rot), ohne Trockenheitszunahme durch den anthropogenen Klimawandel ACC (schwarz) und nur durch den ACC (gelb), von 1985 bis 2015. © <a target="_blank" href="https://www.pnas.org/content/pnas/113/42/11770.full.pdf" rel="noopener noreferrer">John T. Abatzoglou and A. Park Williams, Impact of anthropogenic climate change on wildfire across western US forests, Department of Geography, University of Idaho, Moscow, ID 83844; and Lamont–Doherty Earth Observatory, Columbia University, Palisades, NY 10964</a>.
Zunahme der Waldbrandfläche in den westlichen USA (rot), ohne Trockenheitszunahme durch den anthropogenen Klimawandel ACC (schwarz) und nur durch den ACC (gelb), von 1985 bis 2015. © John T. Abatzoglou and A. Park Williams, Impact of anthropogenic climate change on wildfire
across western US forests, Department of Geography, University of Idaho, Moscow, ID 83844; and
Lamont–Doherty Earth Observatory, Columbia University, Palisades, NY 10964
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Ein Einfluss der Klimakatastrophe ist also durchaus mess- und belegbar, aber zum einen nur in bestimmten Regionen und zum zweiten noch relativ verhalten.

Was aber bedeuten diese Zahlen?
Geht dem Brandstifter dauernd die Lunte aus? Wer ist denn jetzt der Brandstifter? Und warum brennt trotzdem plötzlich der Amazonas wie seit Jahren nicht mehr?

Ursache: Nicht die Klimakatastrophe, sondern der Mensch selbst?

Fassen wir zusammen: Die Klimakatastrophe lässt die Rahmenbedingungen für Waldbrände steigen, allerdings nicht in einem Maße, dass man schockiert die Augen niederschlägt, sondern noch relativ verhalten (Stand 2019).

Da haben wir den Brandstifter!
Da haben wir den Brandstifter!

Es existieren regional unterschiedliche Entwicklungen, wobei es zu Rückgängen wie im Mittelmeerraum kommt oder zu Steigerungen wie in den westlichen USA.
Zum Tragen kommt hier der Mensch als positiver Faktor - selten genug! Dabei wurden vor allem in den Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg durch Forstmaßnahmen die Bedingungen für Waldbrände eingeschränkt, beispielsweise durch Schneisen und Kultivierungen mit Weitblick.

Unser gesuchter Brandstifter gibt sich also ganz unschuldig und rennt mit Wasserkanistern durch die Gegend? Das könnte man in der Tat so beschreiben. Doch die Wahrheit ist: Der Mensch ist der Hauptverursacher von Waldbränden und nur er kann unser gesuchter, hämischer Brandstifter letztlich sein.
Insbesondere der Blick auf den Gesamtplaneten offenbart die verräterischen Spuren: Insbesondere in Afrika ist die Brandrodung nach wie vor die verbreitetste Methode der Landgewinnung und dort finden wir auch die häufigsten Brände:

Durchschnittliche Summe der verbrannten Flächen auf dem Planeten, Jahre 2003-2009; © Felsberg, Anne (2013): Verbrannte Fläche und Bodenfeuchte: Globale Analyse von satellitenbasierten Beobachtungsdaten als Grundlage zur Feuermodellentwicklung, Bachelorarbeit, Meteorologisches Institut der Universität Hamburg, auf: <a target="_blank" href="https://wiki.bildungsserver.de/klimawandel/index.php/Datei:VerbrannteFl%C3%A4che_durchschn.Jahressumme.png">Wiki.bildungsserver.de</a>.
Durchschnittliche Summe der verbrannten Flächen auf dem Planeten, Jahre 2003-2009; © Felsberg, Anne (2013): Verbrannte Fläche und Bodenfeuchte: Globale Analyse von satellitenbasierten Beobachtungsdaten als Grundlage zur Feuermodellentwicklung, Bachelorarbeit, Meteorologisches Institut der Universität Hamburg, auf: Wiki.bildungsserver.de.

Letzten Endes ist natürlich auch die Klimakatastrophe anthropogen und so ist es von vornherein klar, dass der Mensch direkt (durch legale und illegale Brandrodungen) und indirekt (über die anthropogene Klimakatastrophe) sich für die Waldbrände zu etwa 95% verantwortlich zeichnet, auch für die lokalen Schwankungen mit Anstiegen und Rückgängen.

Ein Anstieg von Waldbränden ist in bestimmten anfälligen Regionen (Arktis mit borealen Waldbränden in Sibirien und Kanada, neuerdings auch Grönland vermehrt, Westliche USA) zu verzeichnen. Selbst wenn positive Maßnahmen des Menschen abschwächend wirken, führt die Klimakatastrophe mit einer Zunahme von begünstigenden Hitze- und Dürrewetterlagen sowie negative Aspekte des Menschen (Rodungen aus Profitgier) zu leichten bis mittleren Anstiegen von Waldbränden in diesen Regionen.
Wenn wir als Menschheit global verantwortlich handeln, kann man die Zunahme von Waldbränden rückgängig machen. Wenn wir jedoch weiter wie bisher handeln ist eine deutliche, vielleicht sogar exponentielle Steigerung der Waldbrände in einer immer wärmeren Welt mit einem konstant dummen Homo sapiens denkbar und wahrscheinlich.

Sonderfall Amazonas?

Bei den aktuell überall in den Schlagzeilen auftauchenden Waldbränden im Amazonas von hauptsächlich Brasilien ist die Lage noch deutlicher, was die Täterschaft angeht: Nicht der "Klimawandel", sondern gewissenlose und offenbar unglaublich dämliche Politiker (Bolsonaro), die Teil der macht- und geldorientierten Klimaskeptikerinteressensgruppen weltweit sind, haben den Amazonas mit seinen Milliarden Tierleben und die Pflanzenwelt dort zum Abschuss freigegeben. Das Ziel ist wie immer das gleiche: Profit und (Landwirtschafts-)Lobbyismus.

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Es scheint, als ob der Mensch im Jahre 2019 trotz der nicht nur wissenschaftlich belegten, sondern mittlerweile für fast jeden spürbaren Folgen der Klimakatastrophe immer noch nicht in der Lage ist, ausreichend Bildung, Weisheit und Empathie für die Kinder und die Zukunft dieser einmaligen Welt im Universum aufzubringen, um sinnvoll und klug zu handeln.
Für Historiker ist das natürlich keine Überraschung. Aber unsere Epoche ist der Kulminationspunkt aller geschichtlichen Entwicklungen der Vergangenheit. Und im Angesicht der ersten globalen Katastrophe der Menschheit gilt es nun! Sind wir evolutionär nur eine Sackgasse aus aggressiven, irrationalen, triebgesteuerten Affen? Oder können wir mehr sein? Unser Überleben müssen wir uns verdienen - nicht mit Waffen, Stärke, Aggression, sondern mit Empathie und Klugheit.

Trotzdem muss man auch beim Thema Amazonas die hysterischen Panikmeldungen relativieren. Zwar handelt es sich bei den Bränden aktuell um die schwerwiegendsten seit vielen Jahren hinsichtlich Anzahl und Fläche, aber nicht um Rekordzahlen über Jahrzehnte betrachtet.

Anzahl der Waldbrände im brasilianischen Regenwald 2013 bis Heute. © <a target="_blank" href="https://de.statista.com/infografik/19095/anzahl-der-braende-im-brasilianischen-regenwald/">Statista.com</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="https://creativecommons.org/licenses/by-nd/4.0/deed.de">CC BY-ND 4.0</a>.
Anzahl der Waldbrände im brasilianischen Regenwald 2013 bis Heute. © Statista.com, Lizenz: CC BY-ND 4.0.

Auch hier gilt trotz der Ursache durch einen wahnsinnigen Präsidenten und den Menschen an sich, dass Brände im Regenwald des Amazonas ohne Menschen in weit geringerem Maße auf natürliche Weise entstehen und sogar für den Regenwald überlebensnotwendig sind. Denn durch die "natürliche Brandrodung" entsteht neuer Regenwald in einem komplexen Kreislauf.

Allerdings ist es nicht so, dass die Tat des Brandstifters Mensch positiv umgedeutet werden könnte als bloßer Stellvertreter einer ohnehin natürlichen Entwicklung. Durch die Verstärkung aus Menschengier und Klimawandel könnte der Regenwald des Amazonas über langfristige Zeitskalen eine kritische Vernichtungsschwelle überschreiten. Dies hätte zur Folge, dass in der Tat der Regenwald im Amazonas in einer beispiellosen ökologischen Katastrophe zerstört wird und sich in eine Savanne verwandelt.

Momentan könnte der Gesamtbestand des Regenwaldes nach vielen Jahrzehnten Raubbau  und nur wenigen Erholungsphasen einen kritischen Wert diesbezüglich erreichen. Auch was die aktuellen Waldbrände angeht, handelt es sich zwar nicht um Rekordzahlen wie es die hysterische "Die grüne Lunge brennt"-Presse vermuten lässt, aber sollten sich die Waldbrände noch weiter ausweiten während die Menschheit untätig zusieht, könnten wir Zeuge des Falls eines globalen klimatischen Kipppunktes durch die Menschheit selbst und zwar im geologischen Zeitraffer werden - denn das ist der Regenwald in Südamerika am Amazonas.
Stand jetzt gehe ich nicht davon aus, dass es 2019 durch eine weitere eigendynamische Steigerung der aktuellen Waldbrände adhoc dazu kommt. Aber sollte sich die langjährige Entwicklung weiter fortsetzen, könnte der vernichtete Regenwald durch fehlende Kohlenstoffspeicherung und freigesetzte Waldbrandemissionen einen Sprung in der Klimakatastrophe auslösen.
Die Kohlenstoffemissionen durch die aktuellen Brände sind zumindest in den Satellitenaufnahmen deutlich zu erkennen:

Zwar sind viele Waldbrände im Amazonas nicht Flammenhöllen, sondern Bodenbrände von nur wenigen Zentimetern Höhe, doch den Worst Case kann man sich sinnbildlich wie einen Feuersturmwaldbrand vorstellen, wie er in den USA mit einer stationären Kamera aufgenommen wurde: Der fauchende Tod in einer 2000 Grad Celsius heißen Hölle, in der wir uns als Menschheit in übertragenem Sinn längst befinden.

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Danke an Kaltwetter.de-User Cube für einige, gewohnt hochklassige Hinweise