Apokalypse durch Methan im Permafrost von Sibirien?

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Klingt irre, ist aber von den Zahlen und Umständen alles andere als unrealistisch: Eine Apokalypse durch inflationäre Methanemissionen.
Klingt irre, ist aber von den Zahlen und Umständen alles andere als unrealistisch: Eine Apokalypse durch inflationäre Methanemissionen.

Wenn wir vom „Klimawandel“ sprechen, dann reden wir gemeinhin von unfassbaren Mengen Kohlendioxid, welches wir auf vielfältigste Weise in die Atmosphäre freisetzen – im Grunde Millionen von Wäldern aus dem Karbonzeitalter, deren gespeicherte Sonnenenergie in Form von CO2 in nicht einmal 200 Jahren Eingang in das Klimasystem findet.
Methan ist ein Treibhausgas, das jedoch 20-30 mal stärker als CO2 ist und das in der Presse und den Diskussionen der Öffentlichkeit nur wenig Beachtung findet. Dabei könnte es sich beim Methan um das Gas handeln, das uns letztlich eine Apokalypse beschert, so unglaublich sich eine solche Behauptung auch anhören mag.

Methanhydrat: Methan in gefrorenem und daher festem Zustand; © <a target="_blank" href="https://de.wikipedia.org/wiki/Methanhydrat#/media/Datei:Gashydrat_mit_Struktur.jpg" rel="noopener noreferrer">wussel007 auf commons.wikimedia.org</a>, Lizenz:  <a target="_blank" href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 3.0</a>.
Methanhydrat: Methan in gefrorenem und daher festem Zustand; © wussel007 auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0.

Das Methan entsteht in Sumpfgebieten und beispielsweise auch im massenhaften Reisanbau. Doch der Großteil lagert woanders: In der Tiefsee, wo das gasförmige Methan unter dem unvorstellbaren Druck fest wird und sogenanntes „Methanhydrat“ bildet, eine weiß-bläuliche Masse. Die Milliarden Tonnen Methan, die im Arktischen Ozean schlummern, stellen eine klimatische Zeitbombe dar. Denn die mittlerweile deutliche Ozeanerwärmung bewirkt eine Freisetzung des Methanhydrats, welches in riesigen Gasblasen im Ozean an die Oberfläche und dann in die Atmosphäre gelangt.

Doch es gibt noch einen zweiten Weg, wie Methan zu Methanhydrat sich verfestigt: Durch Frost. Genauer: Durch Permafrost. Sibirien ist im Grunde ein riesiges Methanlager. Bisher war das Methan seit tausenden von Jahren durch den permanenten Frost im Boden eingeschlossen und bildete einen „Klimagastresor“, der ohne jegliche Übertreibung das natürliche Pendant zu einem Atomkrieg darstellt.

Nun haben wir seit Herbst* letzten Jahres erlebt, wie die Arktis eine beispiellose Aufheizung erfährt und dabei den „Waccy-Effekt“ produziert hat: Eine superwarme Arktis mit Plustemperaturen am Nordpol mitten im arktischen Winter und südlich auf die Kontinente ausweichende Kälte, auch in Sibirien.
Doch dies täuscht darüber hinweg, dass abseits des kurzen Winters die Temperaturen in Sibirien seit Jahren steigen und steigen. Schon zeigten sich erste Anzeichen tauenden Permafrostes und aufsteigenden Methans, als möglicherweise durch ein Gewitter und einen Blitzschlag sich eine Methanblase unter der Erde entzündete und ein gigantisches Loch in den Boden riss. Der Knall war 100 km weit zu hören.
Doch jetzt erschüttern Nachrichten die Welt, die alles Vorstellbare in den Schatten stellen. Sibirien erfährt offenbar eine Permafrostschmelze, die den "Klimagastresor" öffnet. Auch wenn es sich surreal und unwirklich anhört: Es besteht die Möglichkeit, dass wir innerhalb von 10 Jahren damit als Menschheit vor einer globalen klimatischen Apokalypse stehen.

Bereit für das Massenaussterben? Sie sehen nichts? Dann: Hinweis.

Thermokarst und Methankrater: Die Lage in Sibirien

Sibirien erfährt seit Jahren eine unvorstellbare Erwärmung. Durch seine Lage größtenteils in der Polarregion unterliegt es dem Effekt der polaren Verstärkung. Dadurch ist die Auswirkung der Treibhausgase und somit der Erwärmung um ein Vielfaches höher als in südlicheren Breiten.
Dies hat nicht nur zu den dramatischen Methanexplosionen und riesigen Löchern geführt, die lange Zeit für Rätsel gesorgt haben (vgl. Artikel Rätselhafte Riesenlöcher in Sibirien*). Die Wissenschaft ist sich hier noch ein wenig uneins, doch ob die Krater durch eine Permafrostschmelze (Senklöcher, „Pingo“ genannt) entstehen oder durch dramatische Methanexplosionen durch Blitzeinschlag, ist letztlich irrelevant und auf die gleiche Ursache zurückzuführen: Die globale Klimakatastrophe.

Ein gewaltiger Krater entsteht zudem im Grunde bereits seit Jahrzehnten. Wenngleich er bereits in den 1960er Jahren durch Rodung und Erdrutsche entstand, hält man seine Vergrößerung zu gigantischen Ausmaßen für eine direkte Folge der Destabilisierung der gesamten Region durch die anthropogene Klimakatastrophe. Aktuell ist der Krater 1 Kilometer lang und hat eine Tiefe von 100 Metern und nennt sich „Batagaika“. Seine Entstehung ist somit eine Folge von Prozessen namens "Thermokarst" (Wikipedia-Artikel): Landveränderungen, wenn Permafrostböden aus der Eiszeit auftauen.
Sogenannte „Toteisseen“ (engl. „pothole lakes“) sind bereits seit längerer Zeit bekannt und werden in Sibirien durch die Erderwärmung beobachtet. Der Batagaika-Krater jedoch, entstanden durch menschlichen Raubbau und verstärkt durch die Permafrostschmelze, ist eine völlig neue Dimension der Landformung in einer galoppierenden Klimakatastrophe.

Was geschieht in Sibirien? Woher kommen diese dramatischen Erscheinungen?
Während in den Wintermonaten scheinbar durch den Waccy-Effekt (Ausweichen der polaren Restkälte auf die Kontinente) Sibirien extreme Kälte erfährt, reicht dieser kurze Zeitraum nicht aus, um die von Frühling bis Herbst* reichende Hitze aus dem Effekt der „polaren Verstärkung“ auch nur annähernd auszugleichen.
Aktuell ist erneut Sibirien nicht nur ein oder zwei Grad zu warm*, was bereits viel wäre, sondern sage und schreibe 20 Grad über dem Mittel und das verwendete Mittel bezieht bereits einen Großteil der Erwärmung der Klimakatastrophe mit ein! Man müsste also korrekterweise noch ein paar Zehntelgrad hinzuaddieren, um auf die normalen Temperaturwerte vor der Industriellen Revolution zu kommen, mit der unser Untergang begann.

25. März 2017: Sibirien liegt bei den Temperaturen auf 2 Metern Höhe in völlig unglaublichen Bereichen. © Climate Reanalyzer.
25. März 2017: Sibirien liegt bei den Temperaturen auf 2 Metern Höhe in völlig unglaublichen Bereichen. © Climate Reanalyzer.

Es ist angesichts der Temperaturdaten und der bereits erfolgenden, dramatischen Prozesse in Sibirien davon auszugehen, dass sich die Lage dort nicht nur fortsetzen, sondern massiv verschärfen wird. Denn die Prozesse können nicht mehr aufgehalten werden und beschleunigen sich weiter.
Wie sehr, das zeigen Aufnahmen aus Sibirien, wo scheinbar Methan den Boden aufweicht. Alternativ könnte es sich auch um Wasser wie in Sumpfgebieten handeln, was jedoch in Permafrostgebieten letztlich zum gleichen Ergebnis führt.

Warum kann die Entwicklung in Sibirien innerhalb kürzester Zeit zu einer unvorstellbaren Klima-Apokalypse führen?

Was interessiert uns Sibirien, könnte man fragen. Immerhin handelt es sich um ein Land, das für berüchtigte Strafgefangenenlager (Gulags) bekannt war und für eine angeblich verödete Natur. Doch Sibirien wird momentan zur wichtigsten und gefährlichsten Region für die Menschheit.

Der bereits heute erfolgende Anstieg des atmosphärischen Methans ist in höchstem Maße alarmierend. © NOAA.
Der bereits heute erfolgende Anstieg des atmosphärischen Methans ist in höchstem Maße alarmierend. © NOAA.

Die Methanmenge, die allein in Sibirien im Permafrost als festes Methanhydrat schlummert, beläuft sich auf schätzungsweise 540 Milliarden Tonnen! Sollte dieses Methan in die Atmosphäre gelangen, würde sich der Methangehalt verzwölffachen: Von derzeit rund 1.850 ppb auf etwa 22.000 ppb.
„ppb“ bedeutet „parts per billion“, also „Teile pro Milliarden“. In 1 Milliarde Luftteilchen sind also derzeit 1850 Teile Methan vorhanden. Das klingt nicht viel, ist aber enorm. Bereits wenige Methanmoleküle verändern massiv das Klima* der Atmosphäre und speichern Wärmeenergie, die immer weiter durch den physikalischen Treibhauseffekt (eigentlich: Glashauseffekt) ansteigt.

Ein Anstieg des Methans auf 22.000 ppb entspräche dem Methangehalt zum Zeitpunkt von globalen Massensterben wie der Perm/Triasgrenze vor ca. 225 Millionen Jahren, als die Therapsiden ausstarben, mit ihnen ca. 85% allen Lebens auf Erden und so erst den Aufstieg der Dinosaurier im folgenden Triaszeitalter ermöglichten.
Wie ernst die Lage ist, zeigen die Zahlen bereits heute: Mit einem aktuellen Gehalt von 1852 ppb handelt es sich um den höchsten Wert seit belegten 420.000 Jahren und zwar um ein Vielfaches! Möglicherweise haben wir bereits heute den höchsten Stand seit Millionen von Jahren erreicht.

Nimmt man die Forschungsmeinungen hinzu, die bestätigen, dass Methan als Treibhausgas massiv unterschätzt werde in der Öffentlichkeit, öffnen sich buchstäblich die Tore einer von niemandem erkannten Klimahölle. Methan ist in einem 20-Jahreszeitraum 84 mal stärker als CO2 (Quelle: Wikipedia), in größeren Zeitrahmen auf jeden Fall 20 mal stärker als Kohlendioxid.

Doch erst im Vergleich der letzten 420.000 Jahre wird deutlich, was soeben passiert: Ein (bei dieser langen Zeitskala) durch die globale Erwärmung blitzartig ansteigender Methangehalt der Atmosphäre. © <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Atmospheric_CO2_CH4_Degrees_Centigrade_Over_Time_by_Reg_Morrison.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Reg Morrison auf commons.wikimedia.org</a>, Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.5/au/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY 2.5</a>.
Doch erst im Vergleich der letzten 420.000 Jahre wird deutlich, was soeben passiert: Ein (bei dieser langen Zeitskala) durch die globale Erwärmung blitzartig ansteigender Methangehalt der Atmosphäre. © Reg Morrison auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY 2.5.

Ein Methangehalt von mehreren tausend ppb wäre ganz einfach gleichbedeutend mit dem blitzartigen Untergang allen Lebens auf Erden. Punkt. Ich weiß, dass sich dies surreal anhört und unglaubwürdig, aber wir haben bei der Klimakatastrophe einen Punkt erreicht, wo die Apokalypse keine irre Fantasie ist, sondern wissenschaftlich zumindest als möglich betrachtet werden muss.
Und hier kommen wir wieder auf den Gewöhnungseffekt zu sprechen: Auch der normale Mensch liest es in den Nachrichten, aber reagiert nicht. Eine sterbende Arktis die seit Herbst* 2016 in einen neuen Kataklysmus eingetreten ist, der daraus erfolgende Waccy-Effekt mit paradoxerweise kurzfristig kalten Kontinenten, Hitzewellen und Tote auf dem ganzen Planeten, steigende Meeresspiegel, der El Nino als Agent der Klimakatastrophe kehrt immer stärker und schneller zurück. Die völlig offensichtlichen Zeichen einer blitzartigen planetaren Apokalypse stehen uns vor Augen. Und werden ignoriert.

Wenn der Klimagastresor von Sibirien sich nun öffnet (und niemand weiß, ob es schon im Sommer 2017 soweit sein wird oder erst in 5 Jahren), dann wird die Menschheit durch die Folgen innerhalb kürzester Zeit untergehen. Das ist kein Witz, keine Fake-News, keine Hysterie, sondern ganz einfache Physik des Treibhauseffektes, bei dem wir geologische Prozesse, die normalerweise hunderttausende Jahre dauern (Emission von CO2 und Methan) innerhalb von nur 100 Jahren im Grunde auf künstliche Weise erzeugt haben. Selbst ein 6-jähriger könnte hier eins und eins zusammenzählen, was das zwangsläufig bedeuten muss.

Doch die Aufheizung der Atmosphäre durch das Methan ist nicht ein isolierter Vorgang. Er hat Auswirkung auf tausende anderer Prozesse und führt zu einem Lawineneffekt, den wir bereits jetzt sehen. Die polare Verstärkung schmilzt das Eis, dadurch wird weniger Sonnenstrahlung reflektiert, dadurch erhitzt sich die Erde schneller und noch mehr Eis schmilzt und so geht es immer weiter. Die Treibhausgase-Indizes explodieren durch die Emissionen und nun auch durch die in Gang gesetzten Kettenreaktionen. Neben den 540 Milliarden Tonnen Methan in Sibirien gibt es noch ein Vielfaches dieser Menge im Permafrost Kanadas und in den Ozeanen der Erde, das sich allein durch die Erderwärmung bereits heute langsam aus Boden und Ozeanen löst. Deswegen steigt das Methan endlos weiter in den Messungen auf Mauna Loa!
Wir stehen vor einer aus geologischer Sicht Zeitrafferapokalypse in klimatischer Hinsicht. Dass selbst die Forscher ohnmächtig und ratlos vor den aktuellen Entwicklungen stehen, beruhigt nicht wirklich.

Ich kann somit nur jedem einzelnen raten, die Methanmessungen auf Mauna Loa genauestens im Auge zu behalten. Sollte sich der ohnehin schon fatale Anstieg in eine vertikale Linie verwandeln, weil das Methan global und vor allem in Sibirien freigesetzt wird, dann darf man allen Ernstes und ohne jede Übertreibung sein Testament aufsetzen – oder auch nicht. Weil es im Fall, dass ich recht habe, keinen mehr geben wird, der dieses Testament ausführen wird können.

Was spricht gegen eine „Methan-Apokalypse“?

Um es kurz zu machen: Wenig spricht gegen eine „Methan-Apokalypse“. Es geht im Grunde nur darum, von welchem Zeitfaktor wir hier sprechen. Haben wir noch Zeit bis 2100 oder nicht?

Sogenannte "Toteisseen" (pothole lakes) in Sibirien im Jahre 2001.
Sogenannte "Toteisseen" (pothole lakes) in Sibirien im Jahre 2001.

Der Blog „Arctic News“ zeigt uns auf, was im schlimmsten Worst Case passieren könnte: Durch die sich gegenseitig beeinflussenden Prozesse der Klimakatastrophe könnte eine Art von Supererwärmung innerhalb von Jahren einsetzen. Die Blitzerwärmung könnte nach den Berechnungen von „Arctic News“ bis 2026 eine globale Erwärmung auf 10 (!) Grad bei den Landtemperaturen erzeugen (Artikel: Will humans be extinct by 2026?). Wenn man bedenkt, dass die globale Temperaturschwelle, ab der ein Untergang der Menschheit gesehen wird, bei 2 Grad global liegt (aktuell: +1 Grad), klingt das völlig wahnsinnig.
Normalerweise könnten Erwärmungen um 4, 6, 8 oder 10 Grad nur im Laufe von hunderttausenden oder Millionen Jahren erfolgen. Selbst tausende Jahre wären völlig unnatürlich. 2026 ist … verrückt. Und trotzdem nicht einfach so von der Hand zu weisen. Allein das zeigt die Gefahren.

Ich glaube zwar nicht, dass in 10 Jahren der Weltuntergang erfolgen wird und dass es sich um längere Zeitskalen handelt, sei es nun 2040, 2070 oder 2100. Aber der Knackpunkt ist: Ich hielt den Blog „Arctic News“ für das Machwerk eines privaten Mannes, der bei seinen Bemühungen, die Klimakatastrophe aufzudecken, ein wenig übers Ziel hinausgeschossen ist. Also im Grunde das, was man mir laufend vorwirft. Wenn man sich nun die Macher von „Arctic News“ ansieht, erkennt man, dass es sich um Professoren handelt, um Fachleute, die offenbar die Zeit gekommen sehen, den Mund aufzumachen, ob das ihrer Karriere schadet oder nicht. Beispielsweise gehören zum Blog Peter Wadhams, ein Cambridge-Professor mit der Erfahrung von 40 Polarforschungsexpeditionen oder Mark Z. Jacobson, einen führenden Forscher bei der Klimawirkung von Aerosolen.
Wenn Ihnen nun ein kalter Schauer über den Rücken fährt, kann ich es Ihnen nicht verdenken …

Aber was kann diese Methan-Apokalypse eigentlich verhindern, wo doch heute bereits tausende Gasblasen belegt sind und ganz Sibirien sich destabilisiert wo man nur hinblickt?
Zum einen könnte sich der Auflösungsprozess länger hinziehen. Wenn es sich nicht um eine Art Kettenreaktion handelt, sondern um Methanemissionen, die letztlich Jahrzehnte benötigen, dann hätten wir logischerweise auch etwas mehr Zeit – wenngleich das Ergebnis auf lange Sicht für unsere Kinder (die hoffentlich schlauer sind als unsere Generation …) unausweichlich sein wird.

Toteisseen in Kanada, 900 km von Grönland entfernt, im Jahre 2008. © <a href="https://www.flickr.com/photos/44124348109@N01/2661598702" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Steve Jurvetson auf flickr.com</a>, Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY 2.0</a>.
Toteisseen in Kanada, 900 km von Grönland entfernt, im Jahre 2008. © Steve Jurvetson auf flickr.com, Lizenz: CC BY 2.0.

Man kann natürlich auch seine Hoffnung auf ein wie auch immer geartetes „Black-Box-Denken“ legen. Dabei tauchen meist unwissenschaftliche Sätze auf wie „Die Natur wird das schon irgendwie ausgleichen“ oder „Bisher haben wir schönes Wetter* und ich merke nichts von einer Klimakatastrophe“. Haben die Therapsiden vor 225 Millionen Jahren auch nicht. Trotzdem krepierten sie zu Millionen elendig in der Hitze und in den Umwelt-Kapriolen. Das Fatale an einer globalen Katastrophe ist: Sie wirkt so unwahrscheinlich und liegt so außerhalb unseres menschlichen Erfahrungshorizontes, dass sie per definitionem nicht geglaubt werden kann. Hinzu kommt, dass wir in unserer gesamten Existenz als Menschheit aus purem Zufall noch nie einer globalen Katastrophe gegenübergestanden haben, sei es ein großer Meteoriteneinschlag, eine klimatische Katastrophe oder ein Supervulkanausbruch. Lediglich der Toba-Ausbruch ist hier zu erwähnen, der vermutlich unsere gesamte Spezies auf dem Planeten auf eine Zahl von nur mehreren tausend Individuen vor 60.000 Jahren reduziert hat, weswegen Genetiker annehmen, dass wir uns heute alle so ähnlich sind – denn das ist, auch wenn es für uns normal erscheint, aus biologischer Sicht äußerst ungewöhnlich. Natürlich hindert es uns nicht daran, unsere Mitmenschen aus „Andersartigkeit“ dennoch in Massen umzubringen, aber das ist ein anderes Thema.

Das bedeutet: Eine globale Apokalypse würde, wenn sie vor aller Augen stattfände, von jedermann ignoriert außer jenen, die über genug Bildung verfügen, um die Faktoren und die Folgen zu verstehen - während die klugen Warner angesichts der esoterischen Weltuntergangspropheten der Boulevardpresse der letzten 70 Jahren als "Hysteriker" und "Alarmisten" ausgelacht würden. Kommt einem bekannt vor? Eben. Glauben Sie mir, wenn ich Ihnen versichere: Wir sind Zeitzeugen der ersten globalen Megakatastrophe der Menschheit!

Es bleibt somit bei meiner oben geschriebenen Empfehlung: Haltet die Methanwerte von Mauna Loa im Auge. Wenn ein vertikaler Anstieg auftreten sollte, dann war’s das. Das massenhaft emittierte Methan würde zu Hitzewellen jenseits aller Vorstellungen, Stürmen, Tornados, vermutlich auch Erdbeben durch die rasend schmelzenden Eismassen und die Gewichtsverschiebung der Kontinentalplatten und vieles mehr führen, was wir uns hier und heute nicht vorstellen können und auch nicht möchten. Die Wirtschaft, die Gesellschaft würde überall zusammenbrechen. Das dünne Netz der Zivilisation würde global reißen. Anarchie, Plünderungen, Vergewaltigungen, Mord, Krieg um die letzten schwindenden Ressourcen in einer brennenden Welt wären die Folge. Innerhalb von nur Monaten wäre die Welt nicht mehr wiederzuerkennen.

Nochmal: Auch wenn sich das total irre anhört – es ist keine Hysterie und kein Alarmismus. Die Methanwerte sind so hoch, wie sie sind und wie gesagt: Wenn (und nur dann!) die Werte in den Raketenflug übergehen, dann wird die Welt brennen. Mein Wort darauf. Ob es so kommen wird? Ich weiß es nicht. Niemand weiß es. Aber es deutet vieles darauf hin. Wann es kommen wird? Das weiß niemand. 2017? Oder doch erst 2117? Ich würde mir nicht allzuviele Hoffnungen machen und besser zu beten anfangen. Denn bisher hatte ich mit allen Annahmen recht, während die Wissenschaftler zu viel Karriereangst hatten, um die Wahrheit zu sagen. 2014 habe ich den Untergang der Arktis in Betracht gezogen und nun, 3 Jahre später, geschieht er. Ich habe vor dem Fall von Kipppunkten gewarnt und sie geschehen. Ich habe auf die umfassende Dummheit der Menschheit gesetzt, die wie blöde Regenwälder abholzt mitten in einer „CO2-Pandemie“ und viel schwafelt auf Klimakonferenzen, den „Wiener Kongressen“ unserer Zeit, aber nicht handelt. Ich würde so liebend gerne einmal richtig mich blamieren und vollkommen Unrecht haben. Denn es würde uns allen das Leben retten, von den Tieren und der Natur ganz abgesehen.

Vorbereitung auf die Apokalypse - Spiel oder Ernst. Sie sehen nichts? Dann: Hinweis.

Zusammenfassung: Der Mensch ist zu dumm zum Überleben

Wenn wir in die Politik blicken, sei es in die Quellen der Geschichte oder in die heutigen Nachrichten, so stellen wir den klassischen Gewöhnungseffekt des Menschen an Katastrophen fest: Tschernobyl war die Schlagzeile, die 1986 alles beherrschte. Sobald jedoch diese immer noch unvorstellbare Katastrophe Eingang in das Bewusstsein der Menschheit gefunden hatte, wurde sie ihrer Wirkung quasi beraubt. Über Fukushima wurde zwar auch berichtet, aber mit einem Faktor, der mindestens eine Potenz niedriger war, derweil unsere Erde nach und nach nuklear verseucht wird und wir der Atomindustrie für ihren Wahnsinn auch noch unser Geld in den Rachen werfen.
Das Verhalten des Menschen ändert sich nicht, sondern folgt immer der gleichen Blaupause: Aufregung über Katastrophen, irrationale Legitimation unschuldiger Opfer und Gewöhnungsanpassung der Überlebenden.

"Arktische Todesspirale" mit Vergleich der Meereisausdehnung (im monatlichen Mittel) von 1979-2014. © Andy Lee Robinson auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0.
"Arktische Todesspirale" mit Vergleich der Meereisausdehnung (im monatlichen Mittel) von 1979-2014. © Andy Lee Robinson auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0.

Bei der klimatischen Katastrophe, die man in der Sprachmanipulation unserer Zeit euphemistisch „Klimawandel“ genannt hat, ist es das Gleiche.
Wir erleben eine exponentiell verlaufende klimatische Superkatastrophe und handeln nicht, weil die Auswirkungen noch nicht jeden einzelnen erreicht haben. Die Arktis stirbt nachweislich den Zeitraffertod – aber wen interessieren Eisbären und tausende Kilometer weit entfernte Länder und Naturgebiete wirklich? Statt dessen beschwert sich der intellektuelle Bodensatz des Homo sapiens, dass die Winter durch den Waccy-Effekt „zu kalt*“ werden.

Die Erde befindet sich bereits mitten in einem Massensterben sowohl direkt durch menschlichen Einfluss wie auch durch die anthropogen in Gang gesetzte Supererwärmung der Erde. Vor unseren Augen verschwinden Tiere in die Ewigkeit, die unsere Kinder niemals kennen lernen werden. Die Ozeane entwickeln Todeszonen ohne Sauerstoff, wo kein Leben mehr existieren kann. Der Meeresspiegel steigt um ein Vielfaches, die Gletscher verschwinden, die ewige Schönheit des Eises beider Pole stirbt und mit ihr der wichtigste klimatische Puffer für unser Überleben, während Sommerfetischisten lauthals rufen „Mein Auto fährt auch ohne Pinguine“ und sie damit einem Genozid an der Natur applaudieren, der wir (immer noch) alles verdanken statt Demut und Respekt zu zeigen. Hitzewellen überfluten die Erde, töten tausende Menschen in Indien und Pakistan oder auch Europa (2003, 2015), Extremwetterlagen führen zu Überschwemmungen sowie stärkeren Stürmen und Hurrikanen, Erdbeben und Vulkantätigkeit nehmen vielleicht auch zu.
All diese noch vor 30 Jahren undenkbaren Vorgänge werden abgetan, ignoriert, ja sogar ins Gegenteil von Klimalügnern gedreht, die aus der untergehenden Welt Profit schlagen wollen und für Lügen von der Industrie nachweislich bezahlt werden.

Die Methan-Apokalypse werden somit Klimalügner mit Halbwahrheiten bekämpfen, die sich für den Laien logisch anhören. Normale Menschen werden sich aus Unkenntnis oder Verdrängungspsychologie denken, dass die Natur das schon regeln wird und verkennen, dass der Mensch den Hebel an die Natur gelegt hat, der Hebel bereits längst abgebrochen ist und auf „Vollgas“ festklemmt.
Tatsächlich ist natürlich die Frage, in welchem Zeitraum welche Mengen Methan in die Atmosphäre gelangen, strittig. Aber allein der Umstand, dass die seriösen Forscher ungehört von der Welt Alarm schlagen und eine Methan-Apokylypse nicht auszuschließen ist, sollte eigentlich zu einer hektischen Aktivität der Menschheit führen, um alles daran zu setzen, unsere Selbstvernichtung unter Aufbieten aller technischen und sozialen Mittel aufzuhalten – für unsere Kinder und Kindeskinder, für die gesamte Spezies.

„Wir sehen bemerkenswerte Veränderungen auf dem Planeten, die die Grenzen unseres Verständnisses des Klimasystems erreichen. Wir betreten hier absolutes Neuland.“
Direktor für Klimaforschung der Weltwetterorganisation (WWO), David Carlson zu den Hitzewellen in der Arktis 2016.

Bei den großen Krisen in der Geschichte ging es immer „nur“ um Unschuldige, die zu Millionen sterben mussten – vom Römischen Imperium über die Völkerwanderung, die Kreuzzüge, den Dreißigjährigen Krieg mitten in Deutschland bis hin zum Ersten und Zweiten Weltkrieg. Doch die klimatische Krise unserer Zeit ist etwas anderes. Obwohl wir mit unseren Waffen die Erde mehrfach entvölkern könnten, ist die Bedrohung durch eine Entkopplung der klimatischen Katastrophe von allen beschränkenden Faktoren um ein Vielfaches größer. Die Anzeichen sehen wir täglich, erleben sie insbesondere im treibhausgasgesteigerten Sommer am eigenen Leib und ignorieren sie sehenden Auges.

Der Untergang ist nicht sicher, wie könnte er bei der wissenschaftlichen Skepsis? Aber allein die Tatsache, dass eine komplette Vernichtung der Menschheit und allen Lebens innerhalb von nur 10 bis 30 Jahren denkbar ist, sollte nicht nur Alarmglocken bei jedem Einzelnen von uns klingeln lassen. Es ist bereits soweit gekommen, dass der wissenschaftlich Gebildete, der die Daten interpretieren kann, täglich auf die Methanmessungen auf Mauna Loa blickt, um zu erkennen, wann das Ende aller Tage kommen wird und trotz der Erkenntnisse seiner selbst nicht traut, ob des schieren Wahnsinns der wissenschaftlichen Schlussfolgerungen.
Der Unwissende wird es erst dann begreifen, wenn wir innerhalb von Jahren oder Jahrzehnten in einem Treibhausklima der Dinosaurier landen werden und die Nahrungskette augenblicklich zusammenbricht und mit ihr alle gesellschaftlichen Sicherheiten und Stabilitäten.
Selbst die Forscher sind mit ihrem Latein am Ende, wie sie selber zugeben und können angesichts der außer Kontrolle geratenen Ereignisse keine Prognosen für die Zukunft mehr treffen außer, dass das Undenkbare möglich geworden ist: Wenn der Klimagastresor Sibiriens sich wirklich öffnen sollte und danach sieht es momentan aus, dann kann jeder einzelne von uns sein Testament machen. Und beten.
Die Wissenschaftler des „Doomsday Clock“-Gremiums sehen es übrigens ähnlich und haben kürzlich die „Weltuntergangsuhr“ auf 2.5 Minuten vor 12 gestellt – den gefährlichsten Zeitpunkt seit der Atomkriegsgefahr 1953 (zur Weltuntergangsuhr).

"Der Klimawandel ist eine in Zeitlupe explodierende globale Atombombe" ... © <a href="https://www.flickr.com/photos/60969081@N00/8292545493" target="_blank" rel="noopener noreferrer">_gaspard_ auf flickr.com</a>, Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY 2.0</a>.
"Der Klimawandel ist eine in Zeitlupe explodierende globale Atombombe" ... © _gaspard_ auf flickr.com, Lizenz: CC BY 2.0.

Artikel
Spektrum.de: 7000 Gasblasen wölben sich in Sibirien auf.
Spiegel.de: Sibiriens Klimagas-Tresor öffnet sich (2008).
Bildungsserver Wiki: Methan.
NASA: Methane: A Scientific Journey from Obscurity to Climate Super-Stardom (2004).
Siberian Times: 200,000 year old soil found at mysterious crater, a gate to the subterranean world.
IWR: Alarmierende arktische Hitzewellen im Jahr 2016.





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