Bardarbunga: Vulkan kommt nach Ausbruch nicht zur Ruhe

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Vulkanausbruch des Krafla auf Island, 1984.
Vulkanausbruch des Krafla auf Island, 1984.

Wir hatten berichtet, als ein Ausbruch des Gletscher-Vulkans Bardarbunga auf Island kurz bevor stand.

Kurz darauf kam es zum Ausbruch, der allerdings äußerst geringfügig einzuschätzen war. Nichtsdestotrotz bleibt der Bardarbunga äußerst unruhig. Geologen messen regelmäßige Erdbebenstöße in Stunden-Abstand bis zu einer Tiefe von 13 Kilometern unter der Erdoberfläche.

Wer diese live verfolgen oder sich einen Überblick verschaffen möchte, kann im Web zwei geradezu geniale Darstellungen verfolgen:

Erdbebengitter

Ein Gitter stellt hier die erfolgten Erdbeben grafisch eindrucksvoll dar. Neue Erdbeben lassen sogar die Live-Webcam des Bardarbunga rütteln.

Interaktive 3D-Karte

Eine interaktive 3D-Karte zeigt die erfolgten Erdbeben augenöffnend und für jeden Laien verständlich, wo genau und in welcher Stärke die Beben erfolgten.

Eindrucksvoll sind auch die nächtlichen Bilder des aktiven Bardarbunga (Webcam: http://www.livefromiceland.is/webcams/bardarbunga/)

Webcambild des Bardarbunga, Quelle: http://www.livefromiceland.is/webcams/bardarbunga/
Webcambild des Bardarbunga, Quelle: http://www.livefromiceland.is/webcams/bardarbunga/.

Wie wahrscheinlich ist ein Ausbruch des Bardarbunga?

Die Experten können hier keine sichere Aussage machen, doch sollte sich der Lavadruck erhöhen - und der Zufluss an Lava ist immer noch messbar höher als der Ausfluss an der Oberfläche -, dann könnte es einen größeren Ausbruch geben. Trifft dabei die heiße Lava auf das kalte Eis des Gletschers, so kann daraus eine Explosion entstehen, die einen gewaltigen Krater reißen und Aschewolken bis in die Stratosphäre transportieren könnte.

Allerdings ist es auch möglich, dass weitere Lavaspalten den Druck abbauen und es keine weitere Eskalation geben wird. Die Anhebung der Gefahrenstufe der isländischen Behörden auf "Rot" und die Einschätzungen der Wissenschaftler machen einen großen Ausbruch allerdings momentan immer wahrscheinlicher. Zuletzt wurde ein Absenken des Gletschers um 35 Meter gemessen, der einem großen Ausbruch stets vorangeht. Allerdings ist hier die Größenordnung recht gering, vergleicht man es mit dem Ausbruch des Askja im Jahre 1875, als die Absenkung ganze 300 Meter betrug.

Es bleibt also nichts weiteres übrig, als die Entwicklung weiter zu verfolgen und die Gelegenheit ist angesichts der heutigen technischen Möglichkeiten für den Laien brillant. Wann kann man schon via Internet einen Vulkanausbruch live via Erdbebendetektoren und Webcams* verfolgen?

Sollte es zum explosiven Ausbruch kommen, dann hätte dies mittelfristige Auswirkungen auf unser europäisches Klima*. Die Asche würde bis in die Stratosphäre reichen und sich dort verteilen. Die Blockierung des Sonnenlichtes wäre für uns zwar optisch nicht sichtbar, führte allerdings zu einer Abkühlung für die nächsten Monate und mit einiger Wahrscheinlichkeit auch zu einem kälteren Winter. In klimatischer Hinsicht also eindeutig ein Erlösungsszenario, das man sich wünschen darf!