Hört das Brüllen des Atlantiklöwen!

0
131
Der Atlantiklöwe wachMindestens bis Anfang Dezember: Der Atlantiklöwe wacht wieder auf und bringt heiligen Regen und frischen Wind!t wieder auf und bringt heiligen Regen und frischen Wind!
Mindestens bis Anfang Dezember: Der Atlantiklöwe wacht wieder auf und bringt heiligen Regen und frischen Wind!
Zu hohe Temperaturen - nichts neues in der Klimakatastrophe, aber noch verhaltene Werte: Temperaturkarte Deutschland im November 2019, Stand: 20.11.2019, © Bernd Hussing.
Zu hohe Temperaturen - nichts neues in der Klimakatastrophe, aber noch verhaltene Werte: Temperaturkarte Deutschland im November 2019, Stand: 20.11.2019, © Bernd Hussing.

Der Atlantiklöwe war lange, sehr lange allzu still. Gepeitscht von Jetstreamwellen verstummte er eingeschüchtert in Deutschland und ließ Natur und Menschen in Dürre und Hitze verstört zurück.

Doch was niemand für möglich gehalten hatte, geschah: Im Herbst* 2019 kehrte der Atlantik brüllend zurück, zumindest teilweise. Der Atlantiklöwe erhob sein Haupt und kämpfte gegen die Hitzezirkusterrorisierende Klimakatastrophe an. Angesichts der infernalischen Wut rannten auch die Sofeten (was ist das?) panisch in den Schutz ihrer karibischen 30-Grad-Wohnungen mit der CO2-Bilanz des einstigen Bitterfeld.
Mit anderen Worten: Wir können uns bisher über den Herbst* 2019 nicht beklagen. Dieser wäre früher in den 1970er und 1980er Jahren als völlig normaler Herbst* durchgegangen, ist heute jedoch als ein selten kostbares Geschenk des Himmels auf einer brennenden Erde zu betrachten.

Der November 2019 als Erlöser in der Dauerdürre: Niederschlagskarte Deutschland im November 2019, Stand: 20.11.2019, © Bernd Hussing.
Der November 2019 als Erlöser in der Dauerdürre: Niederschlagskarte Deutschland im November 2019, Stand: 20.11.2019, © Bernd Hussing.
Ungewöhnlich und erfreulich wenig Sonnenverpestung: Karte Sonnenbelastung Deutschland im November 2019, Stand: 20.11.2019, © Bernd Hussing.
Ungewöhnlich und erfreulich wenig Sonnenverpestung: Karte Sonnenbelastung Deutschland im November 2019, Stand: 20.11.2019, © Bernd Hussing.

Zunächst müssen wir einmal mehr einen Wärmebuckel überstehen, in der offenbar der Atlantiklöwe tief Luft holt. Aber wo im Treibhausgashalbjahr (April bis September) eine Hitzewelle die Folge wäre, ist im niedrigen Sonnenstand des November die Auswirkung gottlob nur sehr gering.
Hat der Atlantiklöwe schließlich ausreichend Luft geholt, brüllt er los - und führt vom Atlantik Vollherbstwetter zu uns mit Regen, herrlichen Wolken und auch teilweise stürmischen Episoden, dass uns die Haare angebrüllt nach hinten flattern 😉

Anschließend steigen durch das prognostizierte und recht sichere Warming beim Polarwirbel zumindest die Chancen auf eine Winterepisode beträchtlich. Dazu mehr am Ende des Artikels.

Bereit für Gewitter und Regen? Sie sehen nichts? Dann: Hinweis.

Bis Anfang Dezember: Der Atlantiklöwe regiert

Der Durchbruch der atlantischen Frontalzone mit Tiefdruckausläufern nach Deutschland hält bis Anfang Dezember. Danach sind die Unsicherheiten so groß, dass man keine exakte Aussage tätigen kann.
Zunächst jedoch kommen ab dem 25.11.2019 Wolken und Regen zurück. Das muss ausgenutzt werden! Egal ob mit Regenwanderungen, die immer beliebter in Europa als Ereignis und Erlebnis werden (und entsprechender Kleidung) oder als kerzenunterstützter, gemütlicher Teenachmittag mit einem guten Buch im Sessel und einer Katze auf dem Schoß: DAS ist echter Herbst* und nicht die von Sofeten pervertierte Vorstellung eines sonnenverseuchten, atmosphärelosen Glühlingsherbstes!

Auch in den Richttemperaturen auf 1500 Metern (850 hPa) ist diese Entwicklung sichtbar, hier exemplarisch anhand der Region Frankfurt am Main:

Richttemperaturen auf 850 hPa für Frankfurt am Main, Stand 21.11.2019 12z mit zunächst trockenem Mildwetter und anschließend massiven Regensignalen (nahezu unbekannt in Ofenhessen).
Man beachte: Weiß ist das Mittel aller Läufe aus den Wetterwahrscheinlichkeiten, fettes grün ist der hochaufgelöste Hauptlauf. In Violett die Bandbreite der Möglichkeiten ab der Mittelfrist, die zeigt, dass jede Prognose ab dem 7. Tag nur noch identisch mit dem Zufall ist. Auf das Einzeichnen der "blauen Herbstlinie" habe ich verzichtet, da im aktuellen Zeitbereich Herbsttemperaturen gottlob nun die Regel sind. © Wetterzentrale.de.

Alle anderen Städte können hier bei den Richttemperaturen auf 850 hPa selbst in Augenschein genommen werden:

Wetterzentrale.de: 850 hPa-Temperaturen (oben links Stadt oder PLZ eingeben).
Kachelmannwetter.de: Multimodell 1.500m-Temperatur (die "XL-Prognose" ist bei Kachelmann die Multimodellprognose. Anderer Ort: Links oben eingeben).

Wer nicht die stabilen Richttemperaturen auf 850 hPa betrachten will, sondern gleich die atlantikbebrüllten Bodentemperaturen direkt bei sich vor Ort, der greife hier unten bei der Mischkalkulation zu. Aber lasst bloß die Finger von allseits bekannten sofetischen Boulevardwetterportalen, die mit Näherungswerten und ohne jede Stationen Fantasietemperaturen generieren, die niemandem auffallen, "weils ja schon irgendwie halbwegs passt". Nur Kachelmannwetter hat seriöse Werte durch das DWD-Netz plus einem eigenen, das stetig wächst mit physikalisch echten, anfassbaren Wetterstationen und das sogar in der ganzen Welt!

Kachelmannwetter.de: Mischkalkulation (bei der 14-Tage-Prognose etwas weiter unten werden die wichtigsten Modelle als Basis genommen und die wahrscheinlichsten Werte extrapoliert. Auch hier einfach oben links Stadt eingeben).

Grundsätzlich erwartet uns in Ofenhessen ein zwar mildes Tagestemperaturspektrum im niedrigen zweistelligen Bereich und leider ohne Nachtfrost - das ist beim aus Afrika stammenden Löwen letztlich der Preis.
Aber die Regenwunder sind all dies wert! Solange die grelle Plasmafunzel nicht scheint, ist alles gut und gemütlich.

Die erste Dezemberhälfte: Fortsetzung des düsteren Traumwetters?

Das Wesen des Atlantiklöwen ist wie bei seinen kleinen Brüdern und Schwestern, den Katzen, unstet. Bleibt er? Oder kehrt die Sonnenpest und Dürre zurück?

Wie aus den Richttemperaturen auf 1.500 Metern zu sehen ist, befindet sich diese Zukunft im Unsicherheitsbereich, der viele Möglichkeiten offen lässt. Eine trockenere und zu warme Südwestlage hat das europäische ECMWF immer wieder mal im Angebot der Berechnungsläufe. Aber ich könnte mir vorstellen, dass in diesem Jahr die Westdrift vom Atlantik durchaus ein wenig länger anhält.
Das amerikanische GFS tendiert dabei in genau diese Richtung, wie die ENS oben zeigen im Verlauf der Langfrist, auch wenn diese wie erwähnt extrem unsicher ist.

Auch Hunde freuen sich über Winter. Viele Accessoires sind Schwachsinn, aber diese hier sind absolut sinnvoll (Streusalz ist grausam für Hundepfoten! Mantel benötigen nur alte oder kranke Hunde, andere NICHT!) Sie sehen nichts? Dann: Hinweis.

Warming am Polarwirbel! Kommt der Winter?

Weitaus interessanter als die erste Dezemberhälfte 2019 ist das aktuell berechnete Warming am Polarwirbel!
Weicht der brüllende Atlantiklöwe also bald dem heulenden Arktiswolf? Man weiß es natürlich nicht. Noch nicht.

Schauen wir uns das derzeit berechnete Warming an:

In grün, gelb, orange und rot zu sehendes farbkodiertes Warming auf 10 hPa (ca. 30 km Höhe) am 06.12.2019, welches den Polarwirbel (in blau) zusammenquetscht und massiv schwächt. © Meteociel.fr.

Wie man sieht, peakt das Warming etwa um den 06.12.2019 herum (vermutlich wird es sich bis dahin noch 1-2 Tage nach hinten verschieben). Erfahrungsgemäß dauert es bis zu 7 Tage, bis die dynamischen Wettermodelle die Folgen der dann wieder hinunterrauschenden Wärmeblase erkannt haben.
Es handelt sich zu 90% nur um ein Minor Warming, denn die für ein Major Warming erforderliche Windumkehr auf Ost ist im Dezember im Sonnentiefstand und der maximalen Regenerationsfähigkeit des Polarwirbels nahezu ausgeschlossen und hat es auch noch nie gegeben. Selbst in der Form, wie das aktuelle Warming berechnet wird, wäre es das stärkste seit 40 (!) Jahren. Allerdings berechnet nur GFS es so stark und die anderen Modelle nicht.

Auch Minor Warmings haben Auswirkungen, aber nur geringe: Statt 6 Wochen maximal 2 Wochen und erst die Wetterlage* und die Folgen entscheiden darüber, ob wir Winter bekommen. Gibt es einen Polarwirbelsplit, dann entscheidet die Teilungsachse darüber, ob wir von den Geschehnisisen begünstigt werden oder wie üblich durch bessere geografische Voraussetzungen nur die USA wie eigentlich immer.

Wer also das Ganze verfolgen will, der schaue sich die mehrmals täglich berechneten Läufe der Temperaturen auf 10 hPa bei Meteociel an und ab etwa dem real auftretenden Warming um den 07.12.2019 dann die Wettermodelle in den darauf folgenden Tagen.

Übrigens: Eine Kaltphase im Dezember 2019 habe ich in meiner Winterprognose angenommen - siehe: Winterprognose 2019/20 Teil III: Sonne, AO, Waccy und Treibhausgase.

Wer mehr über die Wirkung von Warmings erfahren will (auf eine nicht trockene sondern unterhaltsame und etwas abgedrehte Weise), der schaue hier hinein, vielleicht in einer gemütlichen Tabletsession bei einer Tasse Tee, während draußen der Atlantiklöwe brüllt: Das Laserschwert der Warmings und der Winter.




Haben Sie Informationen, Erkenntnisse oder Gefühle beim Lesen mitgenommen? Dann würde ich mich nach dem Nehmen über ein Geben sehr freuen. Danke!

WEIHNACHTSGESCHENKEALARM! Zum Beispiel Schmuckstücke für Sie und Uhrenschmuck für Ihn. Sie sehen nichts? Dann: Hinweis.