Deutschland 2016 im Pseudoherbst. Eine Bildergeschichte.

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Herbst in der Klimakatastropghe: Kein Licht am Ende des Tunnels, sondern die Hölle als Endstation.
Herbst in der Klimakatastropghe: Kein Licht am Ende des Tunnels, sondern die Hölle als Endstation.

10. Oktober.
Früher ein Tag, den man als Kind mit Freuden beging. Man stand nicht wie noch vor 2 Monaten griesgrämig auf, weil der erste Gedanke der unvermeidbaren Hitze und der Qual von 24 Stunden Sommertag galt. Sondern man sprang jubelnd in einen herrlich dunklen Nebel-Morgen, bei dem muskelspielende Wolkenberge einem das Gefühl gaben, von mächtigen nordischen Göttern beschützt zu sein.
Heute, im Jahr 2016, öffnen die Kinder zaghaft die Tür und blinzeln in ein Klima*, das einer atomaren Hölle gleichkommt.

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Aber die Hoffnung auf eine (zeitweise) Rückkehr früherer Klimaepisoden mit 10 Grad im Herbst* ist immer da auf eine zugegeben irrationale Weise. So begann früher der Morgen mit Nachrichten aus dem Radio, wie Reagan Breschnew die Hand schüttelt und wo welche Atomraketen stationiert werden. Heute beginnt der Tag mit dem hoffnungsvollen Studium der GFS-Läufe, ob der Phantomtrog von letzter Nacht* bestätigt wurde. Der Vorteil: Man wird deutlich schneller wach.

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Deprimiert schleichen wir nach dem Anlegen der komplizierten Hitzeschutzkleidung (Kühlweste, nasse Basecap, Sonnenbrille, Kühl*-Akkus in den Hosentaschen) aus dem Haus Richtung Arbeit. Das erste, was wir hören, ist ein "Guten Morgen! So ein tolles Herbstwetter!" vom Nachbarn, während bei 30 Grad die Blätter nicht mehr durch natürliche Kälte bunt, sondern vom Ast geflammt werden. Die unausweichliche Reaktion:

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Man rettet sich ins Auto und es folgt das erste Highlight des Tages: Die gepimpte Hochleistungs-Klimaanlage, die mit einem Nebelfauchen anspringt. Wie ein Sprung in den Winter!

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Auf der Fahrt zur Arbeit begegnen wir Sofeten, die plötzlich aufkommende Wolken und einen Temperatursturz auf 29,8 Grad als verstörend empfinden.

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Im Büro marschieren sofetische Mitarbeiter wie programmierte Roboter zum Fenster und öffnen es, damit die angenehme Plasmawärme von gefühlt 500 Grad in die Arbeitsräume gelangt und Arbeiten unmöglich macht statt die Fenster geschlossen zu halten, damit die Klimaanlage anspringt...

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Normaltemperierte Mitarbeiter verwandeln sich daraufhin in Transpirationsbrunnen...

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... und am Ende des Arbeitstages fühlt man sich ein wenig dehydriert.

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Doch zuhause im klimaanlagengekühlten Domizil erkennt man in euphorischer Verzweiflungsfreude, dass ein weiterer Tag in der Hölle siegreich, weil lebend überstanden ist.

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Schädelsäge wünscht viel Kraft für den restlichen Glühling, den man früher einmal als "Herbst*" kannte und liebte.

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