Die Jagd nach Planet Neun

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Gibt es einen
Gibt es einen "Planet 9" jenseits des Pluto?

Wie jedermann weiß, weist unser Sonnensystem acht Planeten auf: Merkur, Erde, Venus, Mars, Saturn, Jupiter, Neptun, Uranus. Der Pluto ist 2006 "degradiert" worden zu einer neuen Klasse von "Zwergplaneten", die nicht mehr zu den genuinen Planeten des Sonnensystems gezählt werden - aufgrund der Größe allein schon (Pluto besitzt nur ein Drittel der Größe unseres Mondes).

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Seit Jahren halten sich jedoch Gerüchte, dass es dort draußen jenseits des Pluto einen Planeten geben muss, der nach der obigen Zählung also der neunte wäre. Noch mit dem etwas stupiden provisorischen Namen "Planet Neun" getauft, befinden sich Wissenschaftler schon lange auf der Jagd nach diesem Planeten, den einige für ein Gerücht halten, die meisten aber für ein unentdecktes Rätsel. Und welches Rätsel lässt Menschen schon ruhig schlafen?
Dabei mutet es beinahe wie ein schlechter Witz an. Wir haben mit gigantischen Weltraumteleskopen wie dem "Hubble" und mit vernetzten Cluster-Teleskopen auf der Erde gleich zyklopischen Silikonfacettenaugen ins All geblickt, brennende Sterne gesehen, schwarze Löcher gejagt, die Entstehung von ersten Galaxien aufgedeckt, ja sogar Planeten um Lichtjahre entfernte Sonnensysteme entdeckt. Und jetzt finden wir nicht mal einen lächerlichen, fehlenden Planeten in unserem eigenen Sonnensystem direkt vor der Haustür? Seltsam, aber wahr.

Warum es "Planet Neun" geben muss

Die Argumente, warum es einen Planet Neun geben muss, sind erstaunlicherweise nicht auf von Däniken-Irrenlogik aufgebaut, sondern auf handfester Physik.
Und die haben mit den Gravitationsgesetzen und Umlaufbahnen von Planeten und den "transneptunischen" Objekten zu tun.

Die ungewöhnlichen Bahnen einiger Objekte aus dem Kuiper-Gürtel um die Sonne sprechen für die Existenz eines "Planet Neun", der die Bahnen beeinflusst.
Die ungewöhnlichen Bahnen einiger Objekte aus dem Kuiper-Gürtel um die Sonne* sprechen für die Existenz eines "Planet Neun", der die Bahnen beeinflusst.

Einige der größeren untersuchten Objekte jenseits des Neptun, darunter auch der 2003 entdeckte Kleinplanet Sedna, der noch kleiner als Pluto ist, zeigen auffällig verzerrte Bahnen. Diese Bahnen lassen sich nach Ansicht vieler Astronomen aus den Gravitationsgesetzen nicht erklären.

Punkt 1: Deren Apsidenbahnen zeigen alle in eine Richtung. Apsiden sind die gedachten Verbindungslinien zwischen dem sonnennächsten und sonnenfernsten Punkt.

Punkt 2: Die Umlaufbahnen der untersuchten Objekte sind alle um 30 Grad zu allen anderen Objekten im Sonnensystem inklusive der Planeten geneigt.

Weder der Kuipergürtel (ein Gürtel aus Gesteinsbrocken aus der Entstehungszeit des Sonnensystems zwischen Uranus und Pluto gelegen) und die Gravitation seiner Objekte könnte diese Auffälligkeiten schlüssig erklären, noch andere Erklärungsversuche. Nach statistischen Verfahren soll es nur zu 0,007% (!) wahrscheinlich sein, dass kein Planet die Ursache dafür ist.
Eine Theorie geht sogar gleich von zwei Planeten aus, die noch unerkannt bisher dort draußen im All existieren.

Doch selbst ein einziger Planet, jener geheimnisvolle "Planet Neun", der im Fall einer Entdeckung bei der offiziellen Namensvergabe den traditionellen Namen eines römischen Gottes erhalten wird (mein Vorschlag wäre Hades, allein weil er aufgrund der Entfernung sehr dunkel* sein wird und wir ihn schließlich in den Schatten ewig gejagt haben ...), würde mit einem Schlag alle Bahnanomalien erklären. Es muss jedoch auch erwähnt sein, dass es viele Astronomen gibt, die nicht an "Planet Neun" glauben.

Wie sieht "Planet Neun" vermutlich aus?

"Planet Neun" müsste etwa die zehnfache Masse der Erde besitzen und den zwei- bis vierfachen Erdradius. Es handelt sich somit wohl um einen weiteren Gasplaneten wie Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun.
Die Astronomen gehen von einem Eisriesen aus, der optisch dem Neptun ähneln müsse. Die Umlaufzeit um die Sonne* betrage zwischen 10.000 und 20.000 Jahren.

Der Neptun: Sieht so auch der "Planet Neun" aus? (Bild: NASA, 1989).
Der Neptun: Sieht so auch der "Planet Neun" aus? (Bild: NASA, 1989).

Der Neptun* ist blau. So viel wissen die meisten. Aber wenn wir Neptun als hypothetische Blaupause (im wahrsten Sinne des Wortes) für den "Planet Neun" nehmen, lohnt sich gewiss auch einmal ein genauerer Blick. Was wissen wir über den planetaren Aufbau des Neptun?
Er besteht als Gasplanet zu 99% aus den beiden häufigsten Gasen des Weltalls: Wasserstoff und Helium. Zwar besitzt er auch einen festen Kern, allerdings ist dieser verglichen mit der Erde und mit seiner eigenen Atmosphäre sehr klein. Rund um den Kern liegt der Mantel nicht aus Magma, sondern aus Wasser, Ammoniak und Methaneis. Die Atmosphäre darüber besteht unspannenderweise aus Wasserstoff, Helium und Methangas.

Das Spannendste an dieser ernüchternden Beschreibung sind noch die Stürme, die ähnlich wie beim Jupiter (auch wenn der "Große Rote Fleck" zu schrumpfen scheint!) in der Atmosphäre toben.
Aus einer ästhetischen Sichtweise betrachtet, könnte man abseits unserer wundervollen Erde (die wir derzeit mit aller Kraft verschandeln und vernichten) allerdings durchaus behaupten, dass der Neptun mit seiner tiefblauen Farbe und spärlichen weißen Flecken einer der optisch schönsten Planeten unseres Sonnensystems ist. Zumindest habe ich das immer so empfunden, seitdem ich in einer Sternwarte in der Schulzeit einen Vortrag zu den Planeten in Erinnerung behalten habe samt meiner ersten Bewusstseinswerdung für das All, unser Sonnensystem und die Erkenntnis, dass wir Sandkornmikroben an einem endlosen Strand voller Sterne auf einer Universumswelt, die wir nicht erfassen können, sind.

Könnte "Planet Neun" für Klimaschwankungen auf der Erde verantwortlich sein?

Eine Frage, die uns als Wahrheitssuchenden jetzt gewiss auf den Nägeln brennt, ist, ob "Planet Neun" auch für Klimaschwankungen auf unserer Erde verantwortlich sein kann - zumindest zeit- und teilweise.

Hypothetische Stellungnahmen habe ich dazu bisher nicht gefunden, weder in deutschsprachigen noch in englischsprachigen Quellen. Wenn ich auf meine eigene Weisheit angewiesen bin, schwanke ich zunächst spontan zwischen zwei gegensätzlichen Annahmen:
1. Die Einflussnahme durch einen "Planet Neun" auf die Erde ist durchaus denkbar
2. Der "Planet Neun", wenn er existiert, ist dort draußen, jederzeit und auch somit jederzeit gravitationstechnisch wirksam.

Vielleicht kann man daher präzisieren: Nur, wenn "Planet Neun" in den sonnennächsten Bereich seiner sehr exzentrischen Umlaufbahn gerät, wäre eine Beeinflussung der Erde hinsichtlich Erdachsenverschiebung, minimale Verschiebung der Erdumlaufbahn zur Sonne* oder von ihr fort denkbar. Ob und wie sich dies theoretisch auswirken könnte, muss ich den Physikern überlassen, da die benötigten Informationen mein diesbezügliches Wissen weit, weit übersteigen.

Verlauf des Kohlendioxidgehalts der Atmosphäre innerhalb der letzten 400.000 Jahre mit offensichtlicher, fataler Steigerung durch den Menschen am Ende der Skala. Die Klimakatastrophe hat inzwischen die Darstellung weiter überholt. Der aktuelle Wert liegt bei 403 ppm ... Der Anstieg übersteigt natürliche Zyklen um den Faktor 100 bis 1000; © <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Verlauf_Kohlendioxidgehalt.png" target="_blank" rel="noopener noreferrer">David W. auf commons.wikimedia.org</a>.
Verlauf des Kohlendioxidgehalts der Atmosphäre innerhalb der letzten 400.000 Jahre mit offensichtlicher, fataler Steigerung durch den Menschen am Ende der Skala. Die Klimakatastrophe hat inzwischen die Darstellung weiter überholt. Der aktuelle Wert liegt bei 403 ppm ... Der Anstieg übersteigt natürliche Zyklen um den Faktor 100 bis 1000; © David W. auf commons.wikimedia.org.

Eines dürfte jedoch klar sein, bevor wieder irgendwelche Sofeten ihre inaktiven Neuronen in einer jenen seltenen Zombie-Momente* wiederbeleben und behaupten, dass die aktuelle Klimakatastrophe ein Werk von "Planet Neun" sei: Es dürfte offensichtlich sein, dass wenn Planet Neun existiert, dieser sich auf einem sehr fernen Punkt seiner Laufbahn befindet und aufgrund eben dieser Lichtferne von der Sonne* eben auch sehr schwer zu entdecken ist. Ansonsten hätten wir ihn schon längst entdeckt.
Daher wird der Einfluss dieses Planeten in seinem gegenwärtigen Bahnmomentum auch gleich null sein. Abgesehen davon hat er auch keinen Einfluss auf den CO2-Gehalt unserer Atmosphäre und auch nicht auf den Treibhauseffekt, den wir in Vollkommenheit übrigens auf der Venus sehen mit einer Atmosphäre voller Kohlendioxid ...

Zudem wäre ein solcher Einfluss auf unser Klima* schleichend wie alle solcher natürlichen Vorgänge und würde bei einer Umlaufbahn von 20.000 Jahren hunderte bis tausende Jahre erfordern. Wir heizen den Planeten derzeit jedoch in Jahrzehnten mit einer globalen Überschall-Geschwindigkeit auf, die leider den meisten von uns "normal" vorkommt. Weil wir nur 100 Jahre leben und unser zeitliches Empfinden diesem Zeitraum und nicht geologischen oder astronomischen Vorgängen angepasst ist.
Aus Sicht der Erde allerdings ballert eine Gruppe wildgewordener Hominiden soeben wild onanierend alle beerdigten Wälder aller geologischen Zeitalter in Form von Freudenfeuern in die Atmosphäre, dass der Planet längst eine Raucherlunge hat und das Kotzen wegen uns bekommt - in doppelter Hinsicht 😉

"Planet Neun" tut also eigentlich gut daran, sich in den Mantel der All-Schwärze zu hüllen, um sich vor den Augen einer gierigen Menschheit zu verbergen. Ob es ihn wirklich gibt oder ob er doch nur ein wissenschaftliches Gespenst ist, wird die Zeit zeigen - und vermutlich relativ schnell, nun, wo sich die Bemühungen verstärken und sich die stärksten Teleskope* auf die Suche machen.

Weitere Artikel zum Thema "Planet Neun"
• Scinexx.de: Sonnensystem: Gibt es doch einen neunten Planeten?
• Süddeutsche Zeitung: Wissenschaftler zweifeln an der Existenz von Planet Neun.
• Spektrum.de: Hinweise auf den neunten Planeten mehren sich.





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