Eine Bilanz zum Gruseln: Der Oktober 2014

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Alfred Rethel,
Alfred Rethel, "Der Tod als Freund".

Heute ist der Tag der Toten, auch Samhain genannt in altehrwürdiger Tradition, die bis in keltische Vorzeiten zurückreicht. Wir wollen bewusst nicht die peinlichen Marotten US-amerikanischer Unkultur an dieser Stelle befeuern und es daher nicht in sprachgruseliger Weise "Halloween"* nennen.
Die Klima-Bilanz für den Oktober und die ersten 10 Monate des Jahres, die der Deutsche Wetterdienst (DWD) vorlegt, sind ohnehin bereits ein passender Grabgesag zum "Tag der Toten".

Der DWD beziffert für das Deutschland der Monate Januar bis Oktober 2014 einen Temperaturüberschuss von sage und schreibe 2,1 Grad im Mittel. Natürlich ist das ein schrecklicher Rekordwert.
Der Oktober 2014 selbst erreichte im deutschlandweiten Mittel eine alarmierend rot leuchtende 2,9 Grad Celsius-Marke. Zwar steht der letzte Oktobertag noch aus, doch wird dieser kaum noch Einfluss auf die Gesamtbilanz nehmen.

Ohne richtig gute Sonnenbrille ist man manchmal erblindet! Sie sehen nichts? Dann: Hinweis.

Opferliste des gelben Fusions-Pestballs im Oktober 2014

Dem Bild des Artikels entsprechend wirkt der Tod bei der mittlerweile nicht mehr ertragbaren, aufgehenden Sonne* als Symbol des Leids und des Sterbens schon allmählich als Freund, um im Jargon des heutigen Samhain-Feiertages zu bleiben.
Dennoch: Die Zahl der Sonnenstunden war im Oktober 2014 erfreulicherweise leicht unter dem Schnitt. Ich habe dankend registriert, dass das Bundesland Hessen aufgrund vieler Regengebiete von Südwest und Hochnebel hier an der Spitze lag und nur 75% des Sonnenstunden-Mittels der Jahre 1961-1990 ertragen musste. Ein Labsal und ein kleiner Ausgleich für die Hitzeleiden.
Die Verteilung der Sonnenreduzierung war allerdings äußerst ungleich, um nicht zu sagen massiv ungerecht. Am Alpenrand stöhnte Bayern unter weitaus mehr Sonne*, darunter Garmisch-Partenkirchen als Hort der Sonnenhölle. Ebenso waren die Regionen in einer Linie entlang Hannover, Magedburg, Leipzig und Erfurt, Hamburg, Bremen sowie Düsseldorf die Verlierer des Monats mit greller Sonne*, die 93 bis 120% (!) des 30-Jahre-Mittels 1961-1990 erreichte.

Erlösender Regen

Die Regenstatistik entspricht deutschlandweit etwa dem Mittel des 30-Jahre-Mittels.
Dennoch gab es eine Region, in der überdurchschnittlich viel Regen fiel und zwar im Alpenraum. Der aufmerksame Leser stutzt jetzt. Denn kurz zuvor hatte ich erwähnt, dass dort auch die meisten Sonnenstunden auftraten? Wie passt das zusammen? Ganz einfach: Das Sturmtief "Gonzalo" brachte vor allem im Alpenraum massive Starkniederschläge, so dass das Gros des Regens hier in einem sehr kurzen Zeitraum (20. bis 24.10.2014) erfolgte.
Immerhin durften die sonnengenervten Bayern sich über einige Tage Erlösungsregen freuen.

Weitere Aussichten

Ich hatte es in der letzten Prognose bereits dargestellt und die Lage hat sich seitdem nicht gravierend verändert. Es wird unverändert mit Klimakatastrophenwerten in den November gehen. Dieses Wochenende erwarten uns teilweise abartige 19 Grad statt 5 Grad, was sich für einen Samhain-November und den Monat der Toten gehören würde.
Ich möchte zwar nicht zu viel Hoffnung machen, doch die Indizien einer anwachsenden Schneedecke in Sibirien und Russland und dem nach wie vor brillant aussehenden October Pattern Index deuten auf einen Wintereinbruch im Dezember hin. Ein mäßiger Kälteeinbruch auf 30-Jahres-Mittel ist für den weiteren Novemberverlauf auch nicht unwahrscheinlich.

Allerdings ist eine solche Entwicklung weder sicher, noch in irgendeiner Weise vorherzusagen - Hören Sie also nicht auf ominöse Wetter*-Gurus oder zweifelhafte Journalistenblätter, die ihnen in Schlagzeilen weismachen wollen, es gäbe einen Sommerwinter oder einen "Jahrtausendwinter" oder die "Russenpeitsche" (Polarluft aus dem Osten) schlage zu. Halten Sie sich an die wissenschaftlichen Fakten und besuchen Sie regelmäßig Kaltwetter.de, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Es ist beinahe paradox, aber eine Minderheit, die nicht unbedingt mit Weitsicht gesegnet ist, bejubelt diese abartigen Temperaturen nicht nur in diesem Monat, sondern was wir im Rahmen der Klimakatastrophe im Grunde seit dem Jahr 1990 verstärkt ertragen.
Unreflektiert und blind für eine Zukunft, in der das Überleben unserer Rasse auf dem Spiel stehen wird, wären Sie vermutlich sogar für 30 Grad unter dem Weihnachtsbaum dankbar - ohne zu ahnen, dass sie sich an ihren Mitmenschen versündigen und subtile Ästhetik einer verlorenen Jahreszeit von Herbst* und Winter vergewaltigen.

Passend zu Samhain darf ich folgendes dazu sagen: Es wird nicht mehr lange dauern, bis die trunkene, debile Partygesellschaft der Sommerfetischisten-Narren eines ungewollten Gastes gewahr wird, der auf seiner Knochenfidel eine grausame Melodie erklingen lässt, bis auch dem Letzten in den Sinn kommt, dass eine Klima*-Apokalypse vor den Sommerverwirrten, die den Sonnengötzen anbeten, nicht halt macht ...

Alfred Rethel - Der Tod als Würger.
Alfred Rethel - Der Tod als Würger.

Ich wünsche allen ein inspiriertes Samhain-Fest! 🙂




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