FC Bayern führt Brülltherapie ein

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Bewährte Motivationstechnik: Die Brülltherapie.
Bewährte Motivationstechnik: Die Brülltherapie.

Trainingsszene beim FC Bayern*: Trainer Pep Guardiola unterbricht das Training und brüllt Thomas Müller in seinem kaum verständlichen Spandenglisch an, begleitet von Gesten, die an die Fluchtmuster von Fahrradspeichen erinnern, kurz nachdem man eine Eisenstange in den fahrenden Reifen geworfen hat.

Stunk beim Training? Weit gefehlt!
Es handelt sich um eine neue Brülltherapie, die der neu (von Guardiola) eingestellte Psychologe nach sorgfältiger Analyse des Kaders empfohlen hat.
Ziel ist es, den Kader unter Druck zu setzen, um aus jedem Spieler das Optimale herauszuholen. Die "Lex Magath" habe gezeigt, dass Spieler viel zu sehr hofiert werden. Nur im direkten Konflikt lassen sich sowohl zukünftige Probleme pulverisieren, bevor sie entstehen, wie auch das Potential vollständig freisetzen.
Ohnehin grundaggressive Spieler gehen fortan mit Wut in ein Spiel und zertrümmern den Gegner, weil sie im Aggrotunnel das Gesicht ihres Gegners unbewusst durch das ihres Trainers ersetzen. Geborene Weichflöten hingegen überwinden ihre angeborene Scheu und Demut, indem sie eine automotivierende Grundstimmung nach dem Motto "Dem zeig ich's" entwickeln.

Unerlässlich: Spezielle Dolmetscherin für Guardiola, © <a href="https://www.flickr.com/photos/willfolsom/5141853203/sizes/l/in/photostream/" target="_blank" rel="noopener">Will Folsom auf www.flickr.com</a>, Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/" target="_blank" rel="noopener">CC BY 2.0</a>
Unerlässlich: Spezielle Dolmetscherin für Guardiola, © Will Folsom auf www.flickr.com, Lizenz: CC BY 2.0

Thomas Müller hat die neue psychologische Leitlinie des FC Bayern* noch nicht verstanden und zeigte Fluchtverhalten. Mit den Worten "Dann kann ich ja gleich aufhören zu trainieren" zündete er die atomare Stufe auf der nach oben offenen Konfliktskala seines Trainers. Anschließend trainierte er mit so viel Wut im Bauch, dass die Tornetze ausgehängt wurden, bevor die Kosten explodierten.

Pep Guardiolas weitere Maßnahmen fügen sich nahtlos in das Schema, das der Bayern-Psychologe als "Konfrontationstherapie" bezeichnet. Es wurden (von Guardiola) 17 Mittelfeldspieler für maximal 6 verfügbare Spielpositionen eingekauft, um das Konfliktpotential für innere Dramaturgie drastisch zu steigern.
Vorbei die Zeiten, als man unter Trainer Klinsmann Buddha-Statuen aufstellte, um zu innerer Gelassenheit zu gelangen. Der religionspsychologische Berater (von Guardiola eingestellt) empfiehlt daher folgerichtig, Statuen von Wotan (eigentlich ein germanischer Gott der Wut, was weitgehend unbekannt ist) oder von Nemesis (griechische Göttin des Zorns) aufzustellen. Alternativ genügen auch Statuen von "Gott" Ibrahimovic, die dieser bereits in seinen Olympischen Hallen hortet.

Auch der altgediente Bastian Schweinsteiger lernte bereits die neue Gangart kennen. Ohnehin als bayrischer Nuschler mit der diesem Volk eigenen seltsamen Apathie ein Gegenentwurf zu Guardiolas Gestik explodierender Speichen, wurde er immer wieder provoziert, um endlich die Energie freizusetzen, die man von ihm als Weltmeister erwartet. Was Guardiola nicht ahnt: Bei einem Bayern bedarf es dazu stets mindestens drei Weißbier, wie Waldemar Hartmann und Rudi Völler gerne bestätigen werden.

Auch Mitarbeiter der Geschäftsstelle des FC Bayern wenden Guardiolas neue "Konfrontationstherapie" erfolgreich an
Auch Mitarbeiter der Geschäftsstelle des FC Bayern* wenden Guardiolas neue "Konfrontationstherapie" erfolgreich an

Mit diesen bahnbrechenden neuen Ansätzen wird der FC Bayern* mit Sicherheit neue Wege in der Saison beschreiten, um endlich einmal bereits zur Winterpause gleichzeitig Herbstmeister und auch endgültiger Meister sein zu können.
Verschwörungstheoretiker jedoch mutmaßen, dass Guardiolas neue Ausrichtung nur der Bestandteil des finalen Planes sei, alle deutschen Spieler aus dem Verein zu ekeln, um endlich weitere Spanier zu holen, bis die Mannschaft identisch mit der spanischen Nationalmannschaft sei, die Guardiola dann übernehme. Der FC Bayern* würde wie ein vergessenes und allmählich schales Weizenbier zurückbleiben, derweil die Spieler nach Madrid und Barcelona wechseln.
Dem deutschen Fußball* würde diese Lehrstunde sicherlich gut tun und die neutralen Zuschauer wird es erfreuen, denn nichts begeistert mehr als Zeuge des Niedergangs eines vermeintlich Unbesiegbaren zu werden.




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