Warum der FC Schalke 04 von der englischen zur deutschen Torwartschule zurückkehrt

0
175
Mehr Krankheit als Zustand: "Englischer Torhüter".

Ralf Fährmann, Torwart des FC Schalke* 04, ist begeistert: Mit dem Fortgang von Roberto di Matteo geht auch der Torwarttrainer, der die "englische" Torwartschule dem Schalker Schlussmann näher zu bringen versucht. Der neue Trainer André Breitenreiter kommt hingegen mit dem Versprechen einer Rückkehr zur deutschen Torwartschule.

Monatelang hatte di Matteos Torwarttrainer vergeblich versucht, Fährmann die Tugenden eines englischen Goalies beizubringen.
Als die deutschen Gene das Einbauen sinnfreier Aussetzer in das Torwartspiel Fährmanns verhinderten und er eine sehr gute Saison spielte bis zu seiner Verletzung, änderte der Torwarttrainer seine Methodik und spielte Fährmann die großen Momente englischer Torhüter auf Video vor mit dem Ziel, dass sich Fährmann an den Vorbilder orientiere.

David Seaman, Torhüter des ruhmreichen FC Arsenal, verhinderte mit Patzern aus dem Lehrbuch, dass die englische Nationalmannschaft lange in Turnieren überlebte. Unvergessen, wie 2002 Ronaldinho mit einem einfachen Freistoß aus 30 Metern Entfernung den Goalie überwand, der wie ein schwangeres Rhinozeros hochsprang, um den Ball abzuwehren.
Anschließende Übungen mit Fährmann beinhalteten die Befestigung von Eisenkugeln an den Fußgelenken, um die Sprungkraft zu reduzieren. Für den Torwarttrainer war es ein Rätsel, dass er mit dieser neuen Methodik die Sprungkraft Fährmanns sogar noch verbesserte.

Zudem trug Seaman immer ein Outfit, das an die kunterbunte Lache von Erbrochenem erinnerte. Der Torwarttrainer erklärte Fährmann, dass es wichtig sei, den Gegner erblinden zu lassen, wenn man schon nicht in der Lage sei, einfachste Bälle abzuwehren. Fährmann erwiderte, dass er im Gegensatz zu Seaman dazu sehr wohl in der Lage sei und weigerte sich, einen entsprechenden Trikotsatz mit Papageien-Vivisektionsmuster zu tragen.

Fehlgeschlagener Versuch, die inkompetenten Hände englischer Torhüter mit Genetik zu optimieren, © <a href="https://www.flickr.com/photos/robbie73/4346732208" target="_blank" rel="noopener">Robert van Steeg auf www.flickr.com</a>, Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/" target="_blank" rel="noopener">CC BY-SA 2.0</a>
Fehlgeschlagener Versuch, die inkompetenten Hände englischer Torhüter mit Genetik zu optimieren, © Robert van Steeg auf www.flickr.com, Lizenz: CC BY-SA 2.0

Höhepunkt weiterer englischer Peinlichkeiten (Robinson, Carson, David James, Peter Shilton) gipfelten im Versuch des englischen Goalis Robert Green bei der WM 2010 im Spiel gegen die USA einen verunglückten Schuss von Dempsey aufzunehmen, der in Zeitlupe auf ihn zukullerte. Aufgrund eines spontanen Handgelenkkrampfes rutschte die Kugel durch seine Hände und ins Tor.
Fährmann wies seinen damaligen Torwarttrainer darauf hin, dass es einem deutschen Torhüter völlig unmöglich ist, solch ein Tor zu kassieren, weil man keine Pillehände habe und selbst wenn der Ball durch die Hände rutschen würde: Man nutzt seinen Körper um den Ball aufzuhalten und lässt ihn nicht seitlich wegspringen.

Der verzweifelnde Torwarttrainer di Matteos rastete daraufhin aus und machte Fährmann mit einer Gardinenpredigt klar, dass englische Torhüter so ausgebildet werden, dass der Unterhaltungswert für die Zuschauer an erster Stelle steht. Zwar habe man heimlich versucht, mit genetischen Experimenten, die Hände englischer Torhüter zu optimieren, man sei jedoch von diesem Irrweg der Verbesserung lange wieder abgekommen. Statt guter Hand-Auge-Koordination und schneller Reflexe sind das Körpergefühl eines vollnarkotisierten Eichhörnchens sowie Greifreflexe von ausgestorbenen Spezies daher viel wichtiger und ein integraler Bestandteil der englischen Torwartschule!

Vorbild für die Englische Torwartschule und deren altehrwürdige Tradition ist beispielsweise der skurrile Humor der Komikertruppe "Monty Python", die in England sehr beliebt ist. Ein Lehrbeispiel ist ein bekanntes Fußballspiel zwischen verschiedenen Philosophen, an denen sich englische Spieler gemeinhin orientieren und die deswegen voller Stolz seit 1966 keinen Titel mehr gewonnen haben:

Titel wie der Gewinn der WM im eigenen Land 1966 sind reiner, ungewünschter Zufall, denn Anhängern der englischen Torwartschule gelingen nur völlig unbeabsichtigt Heldentaten wie etwa dem Großen Scott Sterling:

Ralf Fährmann zeigte sich von den gezeigten Leistungen gewiss beeindruckt, wenn auch anders, als der Torwarttrainer glaubte ... und er ist froh, dass er nun endlich wieder von einem neuen Trainer der deutschen Torwartschule trainiert und das Tor praktisch vernagelt sein wird. Auch wenn dies dem Unterhaltungswert beträchtlich schadet.




Hat Ihnen der Artikel gefallen? Als Einzelkämpfer bin ich für jede Unterstützung dankbar, damit auch weiterhin dieses Internetprojekt aufrechterhalten wird. Danke!