Heute fallen die Tränen des Laurentius am Nachthimmel

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Hier die Darstellung, wie die Tränen des Laurentius produziert wurden.
Hier die Darstellung, wie die Tränen des Laurentius produziert wurden. "Das Martyrium des Heiligen Laurentius" von Michael Pacher (1430-1498); © Botaurus auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY 2.0.

"Tränen des Laurentius" - so nennt man auch den Meteoritenschauer der Perseiden, den ich bereits letztes Jahr vorgestellt hatte.

Perseiden wird der Meteorschauer genannt, weil er scheinbar aus dem Sternbild des Perseus am Nachthimmel zu entspringen scheint. Genauer gesagt: Aus diesem Himmelswinkel kommen die Meteoriten und treffen auf die Erdatmosphäre, wo sie verglühen und das bekannte Spektakel der volkstümlich "Sternschnuppen*" genannten Erscheinungen auslösen.
Die Perseiden trifft man immer alljährlich am 12. August am Himmel an.

Doch warum werden sie nun "Tränen* des Laurentius" genannt?
Laurentius ist einer der vielen Märtyrer, die die katholische Kirche in ihren Annalen führt. Wie die meisten Märtyrer erlitt auch Laurentius in der Zeit des Umbruchs zwischen Antike und Frühmittelalter den Tod bei der Christianisierung sog. "heidnischer" Kulturen.

Perseiden: Beeindrucken nur, wenn man sie in Stille auf sich wirken lässt. Und nicht in lärmenden Rudelfotografietreffen ...
Perseiden: Beeindrucken nur, wenn man sie in Stille auf sich wirken lässt. Und nicht in lärmenden Rudelfotografietreffen ...

Besonders Laurentius' Schicksal jedoch lädt heute zum Schmunzeln ein - immerhin ist die Todesart eines Märtyrers entscheidend für dessen Ruf und heilsame Wirkmächtigkeit. Laurentius wurde nämlich auf einem Grillrost zu Tode geröstet.
Was könnte besser unsere Qualen im Sommer und vor allem in diesem Sommer symbolisieren als ein solcher Tod?
Augenzwinkernd könnte man aber auch vermuten, es handle sich um einen Schutzgott der Sofeten und Grillfanatiker, immerhin verkündete Laurentius auf dem Rost brennend die letzten Worte an den römischen Kaiser: "Du armer Mensch, mir ist dieses Feuer eine Kühle, dir aber bringt es ewige Pein."

Wie man es nun auch interpretieren mag: Die Laurentiustränen oder Perseiden sind ein eindrucksvolles Schauspiel am Himmel. Und ich rate, wie schon in meiner Lobpreisung der Nacht, dazu, nicht mit klickenden Kameras*, mit Ferngläsern den Zauber dieser Stunden zu zertrümmern. Sondern sich am besten in Stille unter einen Baum zu setzen und sich in die Stimmung der stillen Nacht* zu versenken und die Laurentiustränen auf sich wirken zu lassen. Ich garantiere: Die auf diese Weise gewonnenen Eindrücke werden in der Seele verankert, viel länger wirken und ein Erinnerungsgeschenk sein, von dem man lange zehren kann ...





Blogautor ist auch eine Art Märtyrertum. Eine Spende kann Tränen verhindern. Danke!