Island: Dramatische Änderungen am Bardarbunga?

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Bild vom Hohluraun Lavafeld bei einem Helikopterflug.
Bild vom Hohluraun Lavafeld bei einem Helikopterflug.

Vor kurzem erschütterten ungewöhnlich heftige Erdbeben, die auch zudem gehäuft auftraten, die Caldera des Vulkans Bardarbunga auf Island (Grafische Darstellung der Erdbeben; 3-D-Ansicht).

Aktuelles Webcambild des Bardarbunga 21.09.2014 00:00 Uhr, Quelle: <a target="_blank" href="http://www.livefromiceland.is/webcams/bardarbunga/">http://www.livefromiceland.is/webcams/bardarbunga/</a>.
Aktuelles Webcambild des Bardarbunga 21.09.2014 00:00 Uhr, Quelle: http://www.livefromiceland.is/webcams/bardarbunga/.

Wir hatten seit dem Ausbruch des Bardarbunga im August berichtet, dass drei vulkanische Spalten sich geöffnet hatten und seitdem große Mengen Lava ausgeflossen waren und Schwefelgase bis in die isländischen Städte gedrungen war: "Lage am Bardarbunga unverändert, aber ..."

Viel mehr war seitdem nicht passiert. Die Spalten eruptierten gelegentlich durch Magmabewegungen unter der Caldera des Vulkans und Wissenschaftler fragten sich, ob diese Ausbrüche den Druck verringern und nach Wochen oder Monaten dann schließlich stoppen würden.

Ein Video eines Helikopterflugs über den Bardarbunga präsentiert eindrucksvolle Bilder des gemächlichen Ausbruchs (Bereich des größten Lavafelds Hohluraun), &copy; photovolcanica.com:

Die jetzt erfolgten Beben scheinen auf eine dramatische Änderung der Lavaströme unter der Caldera des Vulkans hinzudeuten.

Der isländische Vulkanologe Ármann Höskuldsson sagte gestern in einem Interview mit "Vísir" nach Angaben von Grapevine.is, dass "die Eruption der Holuhraun-Spalte nicht mehr Druck ableiten kann und der ganze Mist müsse dann woanders herauskommen."
Die möglichen zwei anderen Szenarien neben dem allmählichen Abebben des Ausbruchs wären demnach immer wahrscheinlicher:
1. Die weiter erfolgende Absenkung der Caldera, bedingt durch die Erdbeben, die zu einem weiteren Aufbrechen der Ausbruchsspalte und einem möglichen Gletscherlauf mit einer großen Asche-Eruption führen würde.
2. Die Caldera des Vulkans selbst bricht aus. Die Folge wäre ein gewaltiger Gletscherlauf und ein großer Ausbruch.

Das Gefährliche an einem Gletschervulkan sind die großen Eismengen. Wenn die heiße Lava bzw. Magma mit diesen in Berührung kommt, können durch die Temperaturunterschiede gewaltige Eruptionen und ein Gletscherlauf entstehen. Ein Gletscherlauf stellt man sich am besten wie einen vulkanischen Tsunami vor - das Gletschereis wird in rasender Schnelle geschmolzen und rast dann als Flutwelle in die weite Umgebung des Vulkans.

Vor einem Ausbruch und auch während eines langsamen Teilausbruchs wie momentan senkt sich die Caldera weiter ab und erhöht dadurch den Druck im Innern des Vulkans. Bisher hat sich die Caldera des Bardarbunga um 27 Meter abgesenkt, was noch relativ wenig ist, vergleicht man dies mit anderen Ausbrüchen, bei denen die Absenkung mehrere hundert Meter betrug.

Wir berichten weiter über die Entwicklung am Bardarbunga.




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