Kaltwetter.de wünscht gesegnete friesische Weihnachten 2019!

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Weihnachten 2019/20 wird eine Mischung aus friesisch und karibisch - macht das Beste draus! Kaltwetter.de wünscht euch allen nichtsdestotrotz ein gesegnetes Weihnachtsfest mit viel Hoffnung im Herzen!
Weihnachten 2019/20 wird eine Mischung aus friesisch und karibisch - macht das Beste draus! Kaltwetter.de wünscht euch allen nichtsdestotrotz ein gesegnetes Weihnachtsfest mit viel Hoffnung im Herzen!

Wie jedes Jahr hatten viele auf die romantisierte Version von Weihnachten 2019 namens "Weiße Weihnachten" gehofft. Kaltwetter.de-Leser wussten es besser: Weiße Weihnachten wird es nicht mehr geben - zumindest im Flachland.
Waren bereits in normalen Klimazeiten nach 1961-1990 die Chancen für weiße Weihnachten auf 2% im Norden und 10% weiter südlich ohnehin gering, so sind sie durch die Folgen der Klimakatastrophe auf 0% gesunken.

Weiße Weihnachten 2019 (im Flachland)? Vergesst es! Es wird eher "friesische Weihnachten" geben mit Westdrift und Regen.
Wie ich in meiner Winterprognose 2019/20 Teil IV: Wann kommen die Kaltphasen? gesagt hatte: 'Weiße Weihnachten (im Flachland)? Vergesst es!
Es wird eher "friesische Weihnachten" geben mit Westdrift und Regen.'

Zwar kann es paradoxerweise durch die Klimakrise selbst und ihre Veränderungen des Jetstreams Warmings am Polarwirbel und damit Kälte geben, doch
(a) bezieht sich dies beinahe ausschließlich auf die östlichen USA durch spezifische geografische Bedingungen (Lake Effect Snow und Kaltkontinent im Norden) und
(b) trifft dies im wärmsten Wintermonat Dezember in Deutschland nicht mehr zu, sondern eher im Januar, Februar oder März.

Der Dezember 2019 endet somit in abstruser Wärme* mit katastrophalen 3.x Grad zu warmer Mitteltemperatur, was in den Tagesmaxima teilweise 15 Grad zu hohe Temperaturen bedeutet. Doch man kann es auch positiv sehen: Der Regen in den Atlantikphasen sorgt zumindest dafür, dass sich die Folgen der immer noch vorhandenen Dürre im tieferen Boden zumindest nicht verschärfen.

Temperaturen Dezember 2019 nach 1961-1990, Stand: 22.12.2019: Der Dezember ist vom Winter wie immer seit 2010 weit, weit entfernt., © Bernd Hussing.
Niederschlag Dezember 2019 nach 1961-1990, Stand: 22.12.2019: Trotz lokal angemessenen Regens (Ofenhessen!) liegt das Mittel insgesamt zu niedrig, © <a href="http://www.bernd-hussing.de/klima.htm" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Bernd Hussing</a>.
Niederschlag Dezember 2019 nach 1961-1990, Stand: 22.12.2019: Trotz lokal angemessenen Regens (Ofenhessen!) liegt das Mittel insgesamt zu niedrig, © Bernd Hussing.
Dürrewerte relativ zum Mittel 1951-2015, Stand 21.12.2019. Der Oberboden hat sich beinahe vollständig erholt, der tiefere Boden zeigt nach wie vor gravierende Dürreerscheinungen vor allem im Osten Deutschlands. © Dürremonitor Helmholtzzentrum.
Dürrewerte relativ zum Mittel 1951-2015, Stand 21.12.2019. Der Oberboden hat sich beinahe vollständig erholt, der tiefere Boden zeigt nach wie vor gravierende Dürreerscheinungen vor allem im Osten Deutschlands. ©

Dennoch war der Dezember auch hier immer noch zu trocken im deutschlandweiten Mittel und die Sonne*? Verpestete die Winterstimmung viel zu oft und liegt wie üblich über dem Mittel. Zwar war der Dezember 2019 nicht so schlimm wie der Dezember 2015 (Details) oder der Dezember 2016 (Details), aber Dezember und Winter ist etwas völlig anderes als diese Mischung aus Wärme*, Regen und Sonnenseuche. Teilweise waren die Temperaturen so hoch, dass ich Tage lang im T-Shirt draußen spazieren ging - umgeben von Sofeten, die in arktischer Winterausstattung mit Fellmütze, Handschuhen und Schal bei 15 Grad in der Sonne* wie vollverblödete Trottel wirkten, die sie letztlich als Thermoilithioten ja auch sind.

Meine Winterprognose war insgesamt im Verlauf fast perfekt zutreffend, aber am Ende noch zu optimistisch: Ich hatte mit 1-2 Kaltphasen gerechnet und je nach Kaltphasenanzahl und -dauer mit +0.5 bis +2.5 Grad Anomalie. Es werden vermutlich über 3 Grad Anomalie. Die eine Kältephase allerdings kam Anfang Dezember und war leider nicht sehr ausgeprägt. Bisher ist der Winter also eher im Worst-Case-Bereich meiner Prognose einzuordnen. Aber wie ich geschrieben hatte: Der Winter 2019/20 entscheidet sich wie jeder Winter der Klimakatastrophe immer im Bereich Januar und Februar im Zusammenhang mit den Warmings (was ist das?). Dazu am Ende des Artikels mehr.

Bereit für friesische Weihnachten 2019? Sie sehen nichts? Dann: Hinweis.

Friesisches Wetter zu Weihnachten 2019

An "friesische", also milde und regnerische Weihnachten, muss man sich wohl oder übel in einer Klimakatastrophe wie der unseren gewöhnen. Auch dieses Jahr also trifft die ohnehin traditionelle Warmphase zu Weihnachten ein:

Man könnte beinahe zynisch empfehlen, also einen Regenmann statt Schneemann zu bauen und leise und still in der Nacht zu weinen, aber mein Rat lautet: Machen Sie das Beste daraus! Zumindest gibt es wohlfühliges, düsteres Wetter* und keine sonnenverpestete Karibikweihnachten wie im Dezember 2016, was in unserer Epoche die zweite Variante neben den friesischen Weihnachten ist. Die karibische Variante kommt dann erst direkt nach Weihnachten 2019 (Zynismusmodus aktiv).

Bei den Temperaturen sind wir im Frühlingsbereich, denn diese beginnen mit zweistelligen Werten am Heiligabend und gehen an den weiteren zwei Weihnachtsfeiertagen dann aber in einstellige Bereiche hinunter und aufgrund Hochdrucks auch mit immerhin Nachtfrost.

Karibikseuche bis zum Jahresende 2019

Wie sieht es in der Mittelfrist aus? Beschissen.
Temperaturtechnisch gehen die Werte zwar ein wenig auf einstellige Pluswerte und Nachtfrost zurück, doch letztlich sind sie immer noch deutlich zu hoch für die Jahreszeit. ECMWF zeigt zudem eine Aufwölbung des Azorenhochs als befänden wir uns im Treibhausgashalbjahr und das bedeutet letztlich auch Sonnenverpestung und damit der Dezember-Worst Case: Karibische Sonnenhölle zwischen den Jahren ...

Wie im Ekelsommer: Ein subtropisches Hoch bläht sich wie eine Verwesungsblase abstrus auf und veranschaulicht, worauf wir uns vermehrt in den nächsten Jahrzehnten einstellen müssen: Leiden in einer winterlosen Wärmehölle. © <a target="_blank" href="https://www.wetterzentrale.de/de/topkarten.php?map=1&model=gfs&var=1&run=12&time=150&lid=OP&h=1&mv=0&tr=3#mapref">Wetterzentrale.de</a>.
Wie im Ekelsommer: Ein subtropisches Hoch bläht sich wie eine Verwesungsblase abstrus auf und veranschaulicht, worauf wir uns vermehrt in den nächsten Jahrzehnten einstellen müssen: Leiden in einer winterlosen Wärmehölle. © Wetterzentrale.de.

Auch in den Richttemperaturen auf 1500 Metern (850 hPa) ist diese für Winter völlig anormale Entwicklung sichtbar, hier exemplarisch anhand der Region Frankfurt am Main. Überdeutlich sieht man dass der grüne Hauptlauf eher im Frühlingsbereich sich befindet als im Winter, auch das weiße Mittel aller Läufe deutet auf keinerlei Winterhoffnungen, nicht einmal im Ansatz.

Richttemperaturen auf 850 hPa für Frankfurt am Main, Stand 23.12.2019 12z mit zu Weihnachten 2019 halbwegs normalen Temperaturen und Regen, danach karibischer Hochdruckwärmehölle. © <a target="_blank" href="https://www.wetterzentrale.de/de/show_diagrams.php?model=gfs&lid=ENS&var=201&bw=1&geoid=144405" rel="noopener noreferrer">Wetterzentrale.de</a>.
Richttemperaturen auf 850 hPa für Frankfurt am Main, Stand 23.12.2019 12z mit zu Weihnachten 2019 halbwegs normalen Temperaturen und Regen, danach karibischer Hochdruckwärmehölle. © Wetterzentrale.de.

Alle anderen Städte können hier bei den Richttemperaturen auf 850 hPa selbst in Augenschein genommen werden:

Wetterzentrale.de: 850 hPa-Temperaturen (oben links Stadt oder PLZ eingeben).
Kachelmannwetter.de: Multimodell 1.500m-Temperatur (die "XL-Prognose" ist bei Kachelmann die Multimodellprognose. Anderer Ort: Links oben eingeben).

Wer nicht die stabilen Richttemperaturen auf 850 hPa betrachten will, sondern gleich die Frühlingsbodentemperaturen im Winter direkt bei sich vor Ort, der greife hier unten bei der Mischkalkulation zu. Aber lasst bloß die Finger von allseits bekannten sofetischen Boulevardwetterportalen, die mit Näherungswerten und ohne jede Stationen Fantasietemperaturen generieren, die niemandem auffallen, "weils ja schon irgendwie halbwegs passt". Nur Kachelmannwetter hat seriöse Werte durch das DWD-Netz plus einem eigenen, das stetig wächst mit physikalisch echten, anfassbaren Wetterstationen und das sogar in der ganzen Welt!

Kachelmannwetter.de: Mischkalkulation (bei der 14-Tage-Prognose etwas weiter unten werden die wichtigsten Modelle als Basis genommen und die wahrscheinlichsten Werte extrapoliert. Auch hier einfach oben links Stadt eingeben).

Wer unbedingt Hoffnung erfleht, dem sei gesagt: Man vergesse nie, nie, nie, dass auch dieser Karibikwinter nach Weihnachten 2019 immer noch besser ist als jedes Treibhausgashalbjahr!
Oder gibt es gar noch "echte" Hoffnung in einer brennenden Welt der Klimakatastrophe?

Langfrist: Die Hoffnungen auf das Major Warming

Die Hoffnungen auf Winter liegen - wie in jedem Winter der Klimakatastrophe - ausschließlich auf den Warmings (was ist das?) und hier auf einem Major Warming. Ich hatte in meiner Winterprognose ausgeführt, dass ich entweder ein Major Warming erwarte im Bereich Januar, spätestens Februar oder sogar ein vorzeitiges Final Warming, das im März statt im April stattfindet, uns dann einen oder zwei kalte Monate März und April bescheren würde und als bitteren Preis einen Dauersommer ab April statt Frühling (aber den gibt es ja auch kaum noch).

Tatsächlich sind die Warmings in ihren Entstehungen bereits vor dem Winter 2019/20 im November stark gewesen. Leider sind sie es aber nicht am Polarwirbel und in den Auswirkungen bisher. Allerdings ist das im Dezember, dem wärmsten Wintermonat und dem Monat mit dem stärksten Regenerationspotential des Polarwirbels im Sonnenniedrigstand ohnehin kaum zu erwarten.

Warming des Polarwirbels (Polarwirbel in blau unten, Warming in gelb-grün oben) in der GFS-Prognose zum 08. Januar 2020: Derzeit äußerst schwach und somit ohne jede Wirkung. © <a target="_blank" href="http://www.meteociel.fr/modeles/gfse_cartes.php?&ech=372&mode=10&carte=1">Meteociel.fr</a>.
Warming des Polarwirbels (Polarwirbel in blau unten, Warming in gelb-grün oben) in der GFS-Prognose zum 08. Januar 2020: Derzeit äußerst schwach und somit ohne jede Wirkung. © Meteociel.fr.

Das aktuelle Warming wird daher wohl kaum Auswirkungen haben, aber das nächste Warming ist bereits zu erkennen und wird etwa um den 10. Januar den Höhepunkt erreichen. Leider ist auch dieses weiterhin schwach und wird kaum Auswirkungen auf unser Wetter* haben.

Einen Vorteil haben diese "homöopathischen" Warmings allerdings: Sie schwächen ständig den Polarwirbel. Sollte es ab Ende Januar 2020 zu einem Warming kommen, das sich zu einem Major Warming entwickelt, dann wären die Auswirkungen gravierend und darauf habe ich ja bereits in meiner Winterprognose spekuliert - den durch die Klimakatastrophe immer stärker auftretenden Wärmepulsen in die Stratosphäre.

Wir werden also vom Winter 2019/20 wie erwartet sehr lange auf die Folter gespannt. Aber wie ich es bereits im Oktober 2019 gesagt habe: Erst der Spätwinter wird über das Schicksal des Gesamtwinters entscheiden.
Die Konsequenzen sind in jedem Fall eindeutig: Kommt es nicht zu einem Major Warming, dann wird der Winter 2019/20 einer der schlimmsten Mildwinter aller Zeiten sein und das wäre auch letztlich ein Fingerzeig für alle Winter, die in der Zukunft nicht nur der nächsten Jahre, Jahrzehnte oder Jahrhunderte vor uns liegen, sondern sogar für viele Jahrtausende, denn die Treibhausgassituation wird sich in jedem Fall weiter verschlechtern, egal ob mit oder ohne menschliche Emissionen in der mittlerweile stattfindenden Eigendynamik aus Feedbackschleifen.

Und wenn das Major Warming kommt? Dann erhöht es die Chancen beträchtlich, damit wir am Ende doch noch für 3-6 Wochen Winterverhältnisse bekommen und zumindest teilweise die Schneegier saturieren können. Ich wünsche es uns allen, auch wenn wir ja wissen, dass Klima* und Wetter* kein Wunschkonzert sind 😉

Kontemplativ gesegnete und nicht materialistische Weihnacht!

Da das Wetter* nicht die passenden Rahmenbedingungen für ein materielles und säkulares Weihnachten 2019 bereitstellt ist ein Umdenken gar nicht so sinnlos in der Verzweiflung unserer Zeit: Christliche Glaubenswurzeln aus Leiden und Erkenntnis wahrer Werte sind in unserer Epoche erstmals seit langem wieder sinnvoll und könnten das Weihnachtsfest als Geburt Christi wieder jedem vor Augen führen.
Und wer in mechanistischer Weltbildillusion nicht an Christus glaubt, weil er "nur ein Mensch" war: Dies ist völlig ohne Belang, denn wenn Christus durch seine Taten nur ein Bote idealistischer, ewiger Werte fern von Materialismus, Egoismus, Hass und Aggression war, dann ist seine Bedeutung immer noch zeitlos und ewig, ob mit oder ohne die Exaktheit historischer Wahrheit und er hat seine volle Berechtigung, als zweifellos idealisierter, aber passender Fokus der Menschlichkeit angestrebt und angebetet zu werden. Und wann, wenn nicht jetzt und im nächsten Jahrzehnt könnten wir Glaubenshoffnung, mentale Stärke und Trost besser gebrauchen ...

Gesegnete Weihnachten wünscht Euch
Euer Kaltwetter.de




Haben Sie Informationen, Erkenntnisse oder Gefühle beim Lesen mitgenommen? Dann würde ich mich nach dem Nehmen über ein Geben sehr freuen. Danke!

Auch wenn man die Nacht* und die dunkle Jahreszeit liebt: An bestimmten Orten und Situationen ist Licht überlebenswichtig! Sie sehen nichts? Dann: Hinweis.