Klimabilanz 2019 (Deutschland): Maitropfen auf Hitzechaos in einem Pseudokühlszenario

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2019. Der Mai, sonst der erste abstruse Hitzemonat, wird durch das Wunder einer günstigen Rossbywelle biblisches Paradebeispiel für temporäre Erlösung. Der Rest: Die übliche Hitze und Dürre ohne wie 2018 zu eskalieren.
2019. Der Mai, sonst der erste abstruse Hitzemonat, wird durch das Wunder einer günstigen Rossbywelle biblisches Paradebeispiel für temporäre Erlösung. Der Rest: Die übliche Hitze und Dürre ohne wie 2018 zu eskalieren.

Die Situation in Deutschland und generell Mitteleuropa ist der bereits eingetretene Klimakatastrophennotfall!
Warum? Während die Ostküste der USA bis teilweise bis zu den mittleren USA als einziges Land der Welt klimatisch im Mittel normale bis sogar zu kalte Werte bejubeln kann, befindet sich Deutschland mitten im Sog der Klimakatastrophe und gehört zu den Ländern, die weltweit die höchste relative Aufheizung erdulden müssen: Europa: Klimaextreme überholen Prognosen (Scinexx.de).

Darstellung des Jetstreams am 01. Juli 2015: Schwache Windgeschwindigkeiten verlangsamen den Jetstream und führen zu „Beulen“ (Rossbywellen). Deutschland liegt fast immer aufgrund der Amplitude und Grönlands Eisschmelze zwischen 2 Rossbywellen und somit in der Anströmung von Afrikaluft aus Süden (an jenem Tag deutlich über 30 Grad). Im Sommer ist der Jetstream allerdings immer schwächer, verglichen zu den anderen Jahreszeiten; © <a target="_blank" href="http://www.meteociel.fr/">Meteociel.fr Archiv</a>.
Darstellung des Jetstreams am 01. Juli 2015: Schwache Windgeschwindigkeiten verlangsamen den Jetstream und führen zu „Beulen“ (Rossbywellen). Deutschland liegt fast immer aufgrund der Amplitude und Grönlands Eisschmelze zwischen 2 Rossbywellen und somit in der Anströmung von Afrikaluft aus Süden (an jenem Tag deutlich über 30 Grad). Im Sommer ist der Jetstream allerdings immer schwächer, verglichen zu den anderen Jahreszeiten; © Meteociel.fr Archiv.

Der Grund dafür liegt im mittlerweile nicht mehr stabilen, sondern durch die Eisschmelze von Grönland dauerinstabilen Jetstream. Die daraus resultierenden Rossbywellenmuster des einst starken und konstanten Jetstreambandes bringen zwar arktische Kaltluftmassen weit in den Süden, doch zwischen den Wellen wird tropische Luft weit nach Norden geführt. Es ist die schlimmste Bürde unserer Zeit, dass Deutschland fast immer genau zwischen zwei Rossbywellen liegt und damit so gut wie immer südwestliche (spanische) Luftmassen mit dem sog. "spanish plume" abbekommt oder afrikanische Luftmassen in reinen Südlagen.
Die Folgen kennen und fürchten alle außer Sofeten: Abstruseste Hitzewellen, die Deutschland im Sommer so heiß werden lassen wie Marokko, den Herbst* und Frühling zum Dauersommer mutieren und Dürren, die Natur, Tiere und bald auch den Menschen verzweifeln lassen.
2015 hatte ich genau dies vorhergesagt, während Meteorologen alles noch in fachdogmatischer Blindheit als "Einzelfall" fehlinterpretierten, Sofeten den Gang in die Hölle unter Aufbietung all ihrer idiotischen Nervereien in Wort und Tat bejubelten und Klimatologen im Wahn der Zeit ungehört untergingen: Der Golfstrom schwächelt und Deutschland versinkt deswegen in Hitze?

2018 stellte vor allem hinsichtlich der Dürren einen europaweiten Meilenstein dar: Selbst aus Vogelperspektive war England nicht mehr wiederzuerkennen als "green and pleasant land", sondern als optisch braune, hässliche Wüste in einem Klima*, wie es selbst in meinen schlimmsten Horrorszenarien aus 2015 nicht vorstellbar gewesen wäre.

England wie man es kennt: Als "green and pleasant land".
England wie man es kennt: Als "green and pleasant land".
... und England 2018 in der Dürre: Ein Blick in die nicht allzu weit entfernte Zukunft.
... und England 2018 in der Dürre: Ein Blick in die nicht allzu weit entfernte Zukunft.

2019 minderte gottlob die Dürre, ohne sie vollständig eliminieren zu können. Und das Jahr überraschte mit einem Lottotreffer im Mai 2019, als die Rossbywellen zeigten, was an Wetterwundern möglich wäre, wenn die Frequenz der Wellen eine andere wäre und Deutschland immer von einem Rossybwellentrog getroffen würde.

Was sonst im Klimajahr 2019 in Deutschland vor sich ging, betrachten wir im Rückblick nun im Detail und halten es damit auch für die Ewigkeit fest - oder baldige Zukünfte, in denen diese Verläufe und Werte surreal erscheinen werden und zwar nicht als unerträgliche Einzelfälle, sondern als so gut wie normale Kühlzeiten einer dann zerstören Welt.

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(1) Deutschland im Klimajahr 2019: Der Jahresverlauf nach Jahreszeiten

(1.1) Spätwinter 2018/19

Einer der Höhepunkte 2019 war ein für heutige Verhältnisse guter Winterjanuar.

Ein Computer ist kein Wunschgeist aus der Flasche, aber so ein Winter wäre doch etwas, wo man mit Tränen in den Augen auf blutenden Knien herumrutscht vor Dankbarkeit ... Eigenes Foto vom 30. Januar 2019 im Taunus am Großen Feldberg.
Eigenes Foto vom 30. Januar 2019 im Taunus am Großen Feldberg: Als Winter noch als Einzelfallwunder möglich war.

Zwar war der Januar 2019 zu warm*, doch er brachte dank der Auswirkungen eines Major Warmings Ende des Monats winterliche Verhältnisse. Auch der Beginn des Monats war immerhin neblig und kühl* und mit dem aktuellen Brüllmilde-Januar 2020 temperaturtechnisch nicht zu vergleichen.

Der Preis dafür war hoch, denn im Februar 2019 kam nach dem Abklingen der Schneewunder, die noch am Monatsanfang alle normalen Menschen erfreuten, abstruse Wärme*, Sonnenverseuchung und - natürlich - die Dürre zurück. Ofenhessen notierte unfassbare 20.5 Grad am 26.02.2019 - ein Trauerspiel, das als Abstrusität eines Einzeltages auf eine vernichtende Zukunft deutet. Denn diese Einzeltage erfolgen schon seit Jahren regelmäßig in jedem Jahr. Die Ursache? Die oben beschriebenen Rossbywellenanomalien in Form des Worst Case: Einer Omega-Lage, die früher 1 mal in 5-10 Jahren auftrat und mittlerweile 5-10 mal in 1 Jahr auftritt.

Der März 2019 blieb zu warm* und zwar auf extrem hohem unerträglichen Niveau, doch er lieferte die subtropische Variante mit Regen! Die Wanderungen im Taunus mit den erlebten Regenwundern, einst als belanglose Normalität schulterzuckend hingenommen, heute unter Tränen auf Knien geheiligt, bleiben unvergessen in der Erinnerung.

Der Spätwinter 2018/19 war somit ein guter Winter, wenn man heutige kranke Maßstäbe annimmt: Es gab einige Tage Schnee*. Es gab Regenwunder. Und der Preis war "nur" 1 Monat mit Frühsommerhitze und Dürre. Da gibt es leider ganz andere Szenarien, die schleichend mit den Jahren dann zum Dauerzustand einer unerträglichen Realität werden - es sei denn, entgegen der wissenschaftlichen Annahmen fiele der Golfstrom aus (man bete jetzt mindestens 100 Eisgott Unser, damit das erfolgt!) oder die Amplitude der Rossbywellen im Jetstream erhöhe sich auf 8 oder 9 Wellen statt 6 oder 7 (wodurch sich die Troglagen über Deutschland statt abseits davon positionieren würden.

(1.2) Frühling 2019

Der Frühling 2019 brachte alles! Und zwar im Extrem. Vom astronomischen Frühlingsbeginn am 21.03.2019 bis fast zum Ende des Monats April 2019 startete der Frühling auf mittlerweile traditionell sofetische und schlimmste Weise mit ultimativer Sonnenverseuchung, Dürre und Hitze, sodass selbst in Ostfriesland die Welt in Todessternhässlichkeit und unnatürlicher Hitze versank. Ein Monat zum vergessen!

Das Maiwunder 2019 im Spiegel der Temperaturanomalien. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich falle jetzt noch vor Dankbarkeit auf die Knie! © <a target="_blank" href="http://www.bernd-hussing.de/Archivdateien/Archiv.htm">Bernd Hussing Archiv</a>.
Das Maiwunder 2019 im Spiegel der Temperaturanomalien. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich falle jetzt noch vor Dankbarkeit auf die Knie! © Bernd Hussing Archiv.

Dann geschah das Wunder! Und es ist wirklich eines in unserer Zeit! Eine Rossbywelle traf nicht etwa Spanien westlich von uns oder Osteuropa östlich von uns, sondern direkt Deutschland! Die Folge: Arktische Luftmassen fluteten unser schönes Land und es schien beinahe, als erflehten sie unsere Verzeihung für die Folterqualen, die der März und April 2019 gebracht hatten. Am Ende stand ein zu kalter Monat Mai 2019 zu Buche - ein seltenes Wunder, wertvoller als alles Gold der Welt!

Der Juni, auch wenn er astronomisch bis zum 21.06. zum Frühling gehört, ist seit vielen Jahren längst Teil eines überlangen Dauersommers auf einer brennenden Treibhausgaswelt geworden. Dementsprechend verlief der Juni 2019 in Hitze, Dürre und Sonnenverseuchung und läutete den jährlichen ultimativen Hitzekampf ein, der 2019 bis zum 16.10.2019 andauern sollte (15.10. in Ofenhessen nach wie vor unerträgliche 25 Grad im Schatten, 30 Grad in der Plasmapest).

(1.3) Sommer 2019

Zum Sommer muss man im Grunde keine Worte mehr verlieren auf einer brennenden Treibhausgaswelt.

Der Preis für das Maiwunder 2019 folgte auf dem Fuße: Ein rekordheißer Juni 2019 mit völlig durchdrehenden Hitzewerten. © <a target="_blank" href="http://www.bernd-hussing.de/Archivdateien/Archiv.htm" rel="noopener noreferrer">Bernd Hussing Archiv</a>.
Der Preis für das Maiwunder 2019 folgte auf dem Fuße: Ein rekordheißer Juni 2019 mit völlig durchdrehenden Hitzewerten. © Bernd Hussing Archiv.

Seit 1987 gibt es keinen Kaltsommer mehr. Und selbst damals waren die Sommer so oder so unerträglich. Heute ist Sommer nur noch ein Überlebenskampf gegen Kreislaufkollaps, lärmende Sofeten, eine widerliche ekelerregende Grellwelt, gegen Hitze, gegen Lebensgefahr, gegen Waldbrände, gegen Dürren, gegen Wassermangel.
Entsprechend war bereits der Juni 2019 eine Hitzehölle, vor der man in den Keller und vor Klimaanlagen flüchten musste (wenn man es konnte). Am Ende stand rein hitzetechnisch im Juli eine Zahl, wie es sie annähernd seit 2003, dem Sommer mit europaweit 70.000 Hitzetoten, nicht mehr gegeben hatte: +4.5 Grad Anomalie. Natürlich handelt es sich hier um einen Allzeitrekord für den Monat Juni in Deutschland.

Der Juli 2019 und August 2019 ging zu heiß weiter, was nicht wirklich eine Überraschung darstellt. Rossbywellen mit Süd- und Südwestlagen inkl. Omegalagenstrukturen kamen und gingen, doch es handelte sich letztlich nicht um einen ultimativen Todessommer wie 2003 oder 2015 - auch wenn ausgerechnet in Südostfriesland mit unbeschreiblichen 42,6 Grad ein neuer Hitzerekord aufgestellt wurde - an dieser Stelle dürfen sich alle ohrfeigen, die mich 2015 beleidigt haben als sie meinten, es würde nicht in Jahren, nicht in Jahrzehnten und niemals 40 Grad in Deutschland geben. Das Klatschen müsste als Rauschen eigentlich ganz Deutschland erzittern lassen ...

Der September 2019 wurde zwar keine Hitzekatastrophe wie 2016, aber er blieb im astronomischen Jahreszeitenbereich hitzewellenaffin. Immerhin gab es vereinzelte Kühltage, die man ausnutzen konnte. Aber von einer Erlösung vom Sommer wie noch im 20. Jahrhundert kann man sich getrost verabschieden, denn das wird es nie wieder geben.

(1.4) Herbst 2019

Der Herbst* 2019 kam als Repräsentant der neuen Klimarealität Stand 2019 daher: Natürlich zu warm* und sogar noch mit vereinzelten Hitzewellen im Oktober 2019. Regen fiel bundesweit zwar im Mittel, faktisch kam es aber nur im Nordosten und natürlich wie immer in Südbayern zu Extremregen. Der Rest des Landes blieb somit in der Dürre.

Der November 2019 gehörte ebenso zu diesem "zu warmen Normalherbst": Es gab vereinzelte Herbsttage wie früher 30 Tage im Monat. Und es gab verseuchte Tage mit Sonne* und Hitze, die surreal anmuteten. Der Dezember (astronomisch bis zum 21.12. zum Herbst* gehörend) setzte dies fort.

Insgesamt war der Herbst* 2019 damit nicht so schlimm wie die verlorenen Herbste 2018 und 2014, aber auch kein Grund zum Jubeln, sondern vielmehr zum effektiven Ausnutzen der Herbsteinzeltage, die es wert waren als solche bezeichnet zu werden.

(1.5) Frühwinter 2019/20

Der Dezember gehört meteorologisch zum Frühwinter. Zwar gab es im Dezember 2019 erstaunliche Frühwarmings am Polarwirbel, doch die Auswirkungen ließen auf sich warten und verpufften. Ohne Polarwirbelschwächung gab es also auch keine frühzeitigen Schneeüberraschungen, wie es in der Klimakatastrophe durch die zunehmenden Warmings am Polarwirbel durchaus eintreffen kann. Leider gab es jedoch auch eine viel zu hohe Sonnenverseuchung, die auch Teil der Klimakatastrophe ist und die Lust am Herbstwinter deutlich minderte.

Das nächste Treibhausgashalbjahr und damit die unsägliche Hitze ist nicht mehr weit! Aber es gibt auch Gegenmittel ohne teure Klimaanlage - und die sind aktuell noch preisgünstig. Sie sehen nichts? Dann: Hinweis.

(2) Meteorologische Jahresmesswerte: Details einer grausamen Klimarealität

Mittelwerte über ein ganzes Klimajahr haben einen Vor- und einen Nachteil: Der Nachteil ist, dass große zeitliche und auch regionale Schwankungen im Mittel untergehen und unsichtbar bleiben. Der Vorteil liegt darin, dass für eine größeren Bereich (ganz Deutschland) klimatische Veränderungen und Tendenzen sichtbar werden trotz der Detailschwankungen in einzelnen Monaten und spezifischen, sehr unterschiedlichen Regionen.

Dass Deutschland eines der schlimmsten Opfer der Klimakatastrophe durch die Veränderungen des Jetstreams geworden ist, darf mittlerweile getrost als vielfach belegte wissenschaftliche Tatsache betrachtet werden. Die Frage aber bleibt: Kann das ganze noch schlimmer werden oder gibt es auch Potential für eine wie auch immer geartete Rückkühlung?
Solange der Golfstrom nicht ausfällt oder die Amplitude der Rossbywellen sich nicht verändert, solange wird die Hitze und Naturzerstörung in Deutschland bleiben. Die Zahlen könnten und sollten theoretisch das also widerspiegeln.

(2.1) Temperaturen: Maitropfen auf der kochenden Herdplatte

Bereits der Vergleich der Mittel zeigt, dass die Klimakatastrophe Deutschland längst fest im Griff hat: Während das alte Jahresmittel 1961-1990 (das bereits leichte Erwärmungseffekte der Klimakatastrophe aufweist) bei 8,2 Grad liegt, befindet sich das Jahresmittel der Klimakatastrophe 2001-2018 bereits bei 9,4 Grad - für Laien: Die 1,2 Grad Unterschied sind unfassbare Steigerungslevel und bedeuten nicht 1,2 Grad mehr sondern stellenweise über viele Tage 20 Grad mehr als es normalerweise als Temperaturmaximum am Tag sein sollten inkl. Dürre oder lokaler Extremregen!

Für das Jahr 2019 ergeben sich somit folgende Werte inkl. zum Vergleich der Jahre davor (Jahresmitteltemperatur in Grad Celsius; erste Anomalie ist der Vergleich zu 1961-1990, die letzte Zahl in Klammer die Anomalie zu 2001-2018):

2019: 10.3 = +2.1 (+0.9)
2018: 10.45 = +2.25 (+1.05)
2017: 9.6 = +1.4 (+0.2)
2016: 9.5 = +1.3 (+0.1)
2015: 9.9 = +1.7 (+0.5)
2014: 10.3 = +2.1 (+0.9)
2013: 8.7 = +0.5 (-0.7)
2012: 9.1 = +0.9 (-0.3)
2011: 9.6 = +1.4 (+0.2)
2010: 7.8 = -0.4 (-1.6)
2000: 9.9 = +1.7 (+0.5)
1990: 9.5 = +1.3 (+0.1)
1980: 7.6 = -0.6 (-1.8)
1970: 7.7 = -0.5 (-1.7)

Man erkennt eindeutig, wie vor allem seit den 1980er Jahren die Temperaturen stetig ansteigen mit Ausnahme des Sonnenfleckenminimumjahrs 2010 und dem entsprechenden letzten Kaltwinter in Deutschland (der auch der letzte für die nächsten Jahrtausende bleiben wird).
Das Ganze als Grafik vom DWD:

Temperaturanomalien der Jahreswerte in Deutschland, nach dem Mittel 1961-1990. © <a target="_blank" href="https://twitter.com/DWD_klima/status/1212790312088821760?s=20">DWD auf Twitter</a>.
Temperaturanomalien der Jahreswerte in Deutschland, nach dem Mittel 1961-1990. © DWD auf Twitter.

Das Jahr 2019 zeigt in den Einzelmonaten ausschließlich zu warme, teilweise völlig abstrus zu hohe Anomaliewerte (alles außerhalb von 2 Grad Anomalie ist anormal, über 3 Grad Anomalie als erheblich anormal zu betrachten) mit einer Ausnahme: Der Mai 2019 mit wundervoller Troglage durch die einzige Rossbywelle, die neben den anderen "Hitzeerzeugern" und Omegalagen eine Troglage mit herrlichstem Kaltwetter wie in alten Zeiten brachte.

Die erste Zahl ist die gemessene Mitteltemperatur, zweite ist die Anomalie im Vergleich zum Mittel 1961-1990, die dritte in Klammern der Vergleich zum "Klimakatastrophenmittel" 2001-2018. Mit anderen Worten: Die Zahl in Klammern dürfte gar keine positive Anomalie aufweisen wenn es nur halbwegs klimatisch in die richtige Richtung gehen soll oder höchstens +1 Grad aufweisen. Alles andere sind Anzeichen, dass wir in eine Katastrophe rutschen - mit jedem Jahr mehr! Alle Zahlen sind Grad Celsius.

Januar 2019: 0.6 = +1.1 (-0.2)
Februar 2019: 4.0 = +3.6 (+2.8)
März 2019: 6.6 = +3.1 (+2.1)
April 2019: 9.6 = +2.2 (+0.5)
Mai 2019: 11 = -1.1 (-2.4)
Juni 2019: 19.78 (Rekord) = +4.38 (+3.28)
Juli 2019: 18.9 = +2.0 (+0.3)
August 2019: 19.1 = +2.6 (+1.2)
September 2019: 14.1 = +0.8 (+0.1)
Oktober 2019: 10.8 = +1.8 (+1.2)
November 2019: 5.2 = +1.2 (+-0)
Dezember 2019: 3.8 = +3.0 (+1.9)

Das Ganze als Grafik vom DWD:

Verlauf der Monatstemperaturen im Jahr 2019 (rote Linie) im Vergleich zu den Vorjahren des Mittels 1961-1990. © <a target="_blank" href="https://twitter.com/DWD_klima/status/1212795646517923840?s=20">DWD auf Twitter</a>.
Verlauf der Monatstemperaturen im Jahr 2019 (rote Linie) im Vergleich zu den Vorjahren des Mittels 1961-1990. © DWD auf Twitter.

Die regionalen Unterschiede sind naturgemäß aufgrund der Topographie enorm und zeigen sich in der Auflistung der Länder (Ofenhessen müsste eigentlich als getrennter Punkt geführt werden, da im Land Hessen auch die Gebirge eingeschlossen sind welche die Werte verfälschen). Die kühlsten Länder stehen mit den objektiv besten Werten oben, die Hitzeopfer entsprechend unten. Alle Zahlen in Grad Celsius.

1. Bayern: 9.5
2. Baden-Württemberg: 9.9
3. Hessen: 10.1 (Ofenhessen: 11.7!!)
4. Thüringen: 10.0
5. Schleswig-Holstein: 10.2
6. Sachsen und Rheinland-Pfalz: 10.4
8. Saarland und Mecklenburg-Vorpommern: 10.5
10. Niedersachsen: 10.6
11. Nordrhein-Westfalen: 10.7
12. Sachsen-Anhalt: 11.0
13. Brandenburg: 11.1

Als Bild die Jahreszahlen in Sachen Temperatur von Bernd Hussing:

Jahresmitteltemperaturen 2019 in Deutschland, © <a target="_blank" href="http://www.bernd-hussing.de/Archivdateien/Archiv.htm">Bernd Hussing Archiv</a>.
Jahresmitteltemperaturen 2019 in Deutschland, © Bernd Hussing Archiv.

 

Die bittere Folge dieser Werte sind unerträgliche Steigerungen auch von Sommertagen und heißen Tagen, die auch schon früher lebensfeindlich waren und nun mörderisch werden.

Anzahl der Sommertage in Deutschland; <a target="_blank" href="https://twitter.com/DWD_klima/status/1212808657265668098?s=20">DWD auf Twitter</a>.
Anzahl der Sommertage in Deutschland; DWD auf Twitter.
Anzahl der Heißen Tage in Deutschland, © <a target="_blank" href="https://twitter.com/DWD_klima/status/1212808344609665024?s=20">DWD auf Twitter</a>.
Anzahl der Heißen Tage in Deutschland, © DWD auf Twitter.

(2.2) Niederschlag: Ende der Dürre und doch keine stabile Erlösung

Der Niederschlag hängt mit einem Thema zusammen, dass immer wichtiger und drängender wird: Der Dürre. Während der Norden durch den Atlantikeinfluss und natürlich die dauerberegneten Alpengebiete davon ausgenommen sind, hat sich seit vielen Jahren in der von mir so genannten "Deutschen Sahelzone" DSZ von grob Trier über (natürlich) Ofenhessen (Rhein-Main) bis hin zu Berlin ein Querstreifen der Dürre entwickelt, die besonders in der Naturkatastrophe 2018 surreale Bilder lieferte. Auch der Ruhrpottwesten wurde damals mit einbezogen und Blätter färbten sich mitten im Sommer bunt als sei es Herbst* - aber durch extremsten Wassermangel über Monate.

Dürrezustand im Oberboden (links) und im tieferen Boden (rechts) relativ zu Normalzuständen 1961-1990. © Helmholtzzentrum Dürremonitor Deutschland.
Dürrezustand im Oberboden (links) und im tieferen Boden (rechts) relativ zu Normalzuständen 1961-1990: Selbst im September 2019 war die Lage am Ende des Sommers sogar im Oberboden prekär, im tieferen Boden eine Dauerkatastrophe. Dies sollte sich erst bis heute im Januar 2020 ändern. © Helmholtzzentrum Dürremonitor Deutschland.

2019 hat sich die Lage etwas entspannt, zumindest im Oberboden. Die Dürre hielt sich jedoch bis zum Herbst, da der Sommer mittlerweile naturgemäß nur noch Dürren erzeugt.
Die Zahlen: Rund 730 Litern pro Quadratmeter (l/m²) bedeuteten 93 Prozent des Solls von 789 l/m².

Die Grafik des DWD veranschaulicht die großen Unterschiede im Laufe des Jahres:

Niederschlagswerte im Jahr 2019 nach dem Mittel 1961-1990, © <a target="_blank" href="https://twitter.com/DWD_klima/status/1212810622460669959?s=20">DWD auf Twitter</a>.
Niederschlagswerte im Jahr 2019 nach dem Mittel 1961-1990, © DWD auf Twitter.

Weitere Daten des DWD zeigen, dass die Niederschläge im Sommer abnehmen und im Winter zunehmen - wir bekommen also im Grunde unter Hinzuziehung der Temperaturen ein kalifornisches Sofetenklima bzw. haben es schon: Die Sommer werden unerträglich heiß, der Winter besteht aus Regen statt Schnee*.

Dabei verdecken die gesamtdeutschen Werte die erwähnten riesengroßen Unterschiede der Regionen: Der Norden und vor allem Südbayern sowie diverse Mittelgebirge ertrinken in Regen, die Mitte Deutschlands, vor allem der Oberrhein und der mittlere Osten verdorren. Die Reihenfolge der Länder beginnt mit den heiligen Regengebieten der höchsten Menge des Lebenselexirs und endet mit den Dürreopfern. Alle Zahlen in Litern pro Quadratmeter.

1. Saarland: 980
2. Baden-Württemberg: 935
3. Bayern: 845
4. Nordrhein-Westfalen: 805
5. Schleswig-Holstein: 795
6. Rheinland-Pfalz: 765
7. Hessen: 730  (Ofenhessen: 585!)
8. Niedersachsen: 700
9. Thüringen: 635
10. Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern: 595
12. Brandenburg: 495
13. Sachsen-Anhalt: 475

Das Ganze im Bild von Bernd Hussing:

Jahresmittelniederschlag 2019 in Deutschland, © <a target="_blank" href="http://www.bernd-hussing.de/Archivdateien/Archiv.htm" rel="noopener noreferrer">Bernd Hussing Archiv</a>.
Jahresmittelniederschlag 2019 in Deutschland, © Bernd Hussing Archiv.

(2.3) Sonnenbelastung: Der Todesstern wird zum skelettierten Lächelsymbol einer ganzen Epoche

Die Sonnenbelastung durch Licht und UV wird immer stärker und begünstigt die Dürreeffekte, da direkte Sonnenbestrahlung mehr Energie pro Quadratmeter ankommen lässt auf dem Erdboden. Die Sonnenverseuchung Deutschlands wird dabei nicht nur durch die Wetterlagen begünstigt, die wie erwähnt immer mehr südlagenbasiert sind durch die Anomalien des Jetstreams statt wie früher nord- oder westlagenbasiert, sondern die globale Klimakatastrophe führt auch zu mehr Wolkenlosigkeit, die uns sonst vor den gefährlichen Auswirkungen der gelben Seuche am Himmel schützt: Wegen des Klimawandels haben wir weniger Wolken (Welt.de) und Klimawandel bringt uns mehr Schönwettertage (Scinexx.de).

Dementsprechend steigt die Sonnenbelastung seit Jahren nicht nur leicht, sondern extrem in Deutschland an und ist dauerhaft zu hoch. 2018 war dabei ein katastrophales Jahr, 2019 gottlob etwas geringer, aber immer noch großflächig zu sonnig.

Sonnenbelastung Deutschland in den Jahren 2018 und 2019 im Vergleich zum Mittel 1983-2017 (wo bereits deutliche Steigerungen aus der Klimakatastrophe als Normalität vorausgesetzt werden). © <a target="_blank href="https://twitter.com/Climate_SAF/status/1213089276629594118?s=20">DWD über CM SAF auf Twitter</a>.
Sonnenbelastung Deutschland in den Jahren 2018 und 2019 im Vergleich zum Mittel 1983-2017 (wo bereits deutliche Steigerungen aus der Klimakatastrophe als Normalität vorausgesetzt werden). © DWD über CM SAF auf Twitter.

Die regionalen Unterschiede sind teilweise deutlich. Naturgemäß finden sich die höchsten Werte in der Mitte Deutschlands, in der Deutschen Sahelzone DSZ:

Die Reihenfolge der Länder beginnt mit den Privilegierten im Schatten (was wenig heißen will in diesem mittlerweile sonnenverseuchten Sofetenland), was im Atlantikeinfluss logischerweise Schleswig-Holstein und Niedersachsen sind und endet mit den "karibischen Ländern" mit extrem zu viel Sonnenbelastung. Alle Zahlen in Stunden.

1. Schleswig-Holstein: 1655
2. Niedersachsen: 1685
3. Nordrhein-Westfalen: 1715
4. Hessen: 1765  (Ofenhessen: 1953!!)
5. Thüringen: 1775
6. Mecklenburg-Vorpommern: 1795
7. Saarland und Rheinland-Pfalz: 1835
9. Bayern: 1885
10. Baden-Württemberg: 1900
11. Sachsen-Anhalt: 1905
12. Brandenburg: 1945
13. Sachsen: 1970

Und sollten Sie mit Erstaunen feststellen (das gilt vor allem für Bayern), dass ihr Land gar nicht das schlimmste Opfer ist, dann ist dies der erste Schritt zur Erkenntnis, dass die Lebenswirklichkeit woanders noch ein paar Ligen bitterer ist als Sie es sich annähernd vorstellen können. Urlaub buchen in Ofenhessen und man kehrt glücklich wieder heim, weil man die Hölle gesehen hat: Sandrasenvergesellschaftungen: Eine satiregeführte Radtour durch Ofenhessen.

Im Bild von Bernd Hussing:

Jahresmittel Sonnenbelastung 2019 in Deutschland, © <a target="_blank" href="http://www.bernd-hussing.de/Archivdateien/Archiv.htm" rel="noopener noreferrer">Bernd Hussing Archiv</a>.
Jahresmittel Sonnenbelastung 2019 in Deutschland, © Bernd Hussing Archiv.

Ohne richtig gute Sonnenbrille ist man manchmal erblindet! Sie sehen nichts? Dann: Hinweis.

(3) Fazit: Touchieren der Schmerzgrenzen vor dem Gang in den Abgrund

Das Klimajahr 2019 war das drittwärmste aller Zeiten in Deutschland (theoretisch seit 1881, aber nur weil dort erst die Aufzeichnungen begannen) und durchbrach nur nicht die Rekorde, weil mit der globalen La Nina-Restwirkung und damit Rückkühlung nach dem katastrophalen Rekord-El Nino 2015/16 sowie der Sonne* im Aktivitätsminimum (was keine Temperaturauswirkungen hat aber eine oftmals negative Nordatlantische Oszillation, was wiederum zu mehr Kühllagen für Deutschland führt) externe Faktoren eine minimale Verringerung der faktischen Alptraumlage bewirkten.

Wie erwähnt führt die Arktisschmelze bei Grönland mit dem "Kalten Fleck" im Atlantik und den Jetstreamanomalien mit ungünstiger Rossbywellenamplitude zu massiven Hitzelagen in Deutschland und zwar ganzjährig.
Details finden Sie in folgenden Artikeln:

Der Golfstrom schwächelt und Deutschland versinkt deswegen in Hitze?
Mai 2017: Extremwetter durch „Rossbywellen-Systematik Nummer 6“
Die klimakatastrophische Midgardschlange kommt!

Trotzdem kommt es in Extremwetterspitzen dennoch zu Hitzerekorden wie eben jenem in Lingen am 25.07.2019 mit 42.6 Grad Celsius durch eine Omegalage aufgrund der erwähnten Anomalien des Jetstreams.

Der Verlauf der weiteren Entwicklung ist selbst mit den üblichen meteorologischen Prognosen eine sichere Katastrophe und man muss dabei bedenken, dass die Meteorologen eine stabile, lineare Entwicklung annehmen, die jedoch aufgrund der klimatischen Kippelemente höchst unwahrscheinlich ist und vielmehr in Sprüngen und deutlich schlimmer verlaufen wird!
Erneut der Hinweis: Es handelt sich um Darstellung von Jahresmittelanomalien! 1 Grad mehr bedeutet nicht 30 statt 29 Grad im Sommer, sondern bis zu 20 Grad mehr an einzelnen Tagen in der Tagesmaximumtemperatur, sowie Extremwetterzunahmen durch höhere Energiepotentiale und Wasseraufnahme in der Atmosphäre (1 Grad mehr = 7% mehr Wasserspeicherung der Luft) und Dürrepotentiale.

Projektion der Temperaturentwicklung in Deutschland; © <a target="_blank" href="https://www.dwd.de/DE/klimaumwelt/klimaatlas/klimaatlas_node.html">DWD Deutscher Klimaatlas</a>.
Projektion der Temperaturentwicklung in Deutschland; © DWD Deutscher Klimaatlas.

Wie geht es konkret weiter?

Es ist anzunehmen, dass bereits 2020 wieder ein Rekordjahr der Gesamttemperatur wird, spätestens aber 2021 zumal die Sonne* in den neuen 25. Sonnenfleckenzyklus gestartet ist und rasch wieder aktiver werden wird. Die Nordatlantische Oszillation wird damit öfter positiv und die Hitzelagen nehmen, auch wenn das in der Situation in Deutschland seit 2015 kaum vorstellbar zu sein scheint, dann wieder zu - vor allem hinsichtlich der Dauer.

Unter globalen Gesichtspunkten kann sich die katastrophale Klimasituation Deutschlands als einer der am stärksten aufheizenden Regionen weltweit nur dann ändern, wenn entweder der Golfstrom ausfällt oder die Amplitude der Rossbywellen sich von zumeist 7 auf 8 oder besser 9 erhöht. Ob das physikalisch überhaupt möglich ist angesichts der Kilometerstrecke des Kreisrunds entzieht sich momentan meiner Kenntnis. Und der Golfstrom wird voraussichtlich sich lediglich sehr langsam abschwächen aber mindestens bis 2100 nicht ausfallen.
Es sieht so aus, als steckten wir in Deutschland mitten in der Foltermühle der Klimakatastrophe und in Deutschland selber die Hitzeregionen im Südwesten, Ofenhessen (Rhein-Main) bis in den Osten (Sachsen) in einer für nördliche und bayrische Lebenswirklichkeiten unvorstellbaren Lagen fest.

Der symbolische Wetterbericht aus dem Frühsommer 2019 gilt auch für die gesamte Klimazukunft Deutschlands.
Der symbolische Wetterbericht aus dem Frühsommer 2019 gilt auch für die gesamte Klimazukunft Deutschlands.

Noch weiter in die Zukunft geblickt werden auch die Bodenmaximaltemperaturen schleichend immer weiter ansteigen, da die Treibhausgase immer weiter im Gleichschritt ansteigen - mittlerweile nicht nur durch menschliche Emissionen (die ebenso ansteigen nach wie vor), sondern durch die Natur selbst wie beispielsweise den tauenden Permafrost in den arktischen Regionen oder durch die massiven Waldbrände, die sich allmählich jeglicher Kontrolle entziehen, sei es der Regenwald in Brasilien oder aktuell in Australien oder generell die Waldbränden in den arktischen Gebieten.
Wo das alles endet, wissen wir nicht. Geht es linear weiter, dann wird das Leben vor allem im Treibhausgashalbjahr April - September mit der Verstärkungswirkung der Treibhausgase durch die Sonne* zur Dauerqual. Kommt es zu exponentiellen oder gar polynomialen Entwicklungen, dann wird unsere Welt, wie wir sie kennen bis 2030 oder 2040 komplett zusammenbrechen.

Man kann nicht mehr tun in seinem eigenen Umfeld als nachhaltig zu leben (auch wenn unser ultrakapitalistisches System das mit allen Kräften erschwert), Einsparen von Wasser, Vorbereiten auf einen surreal erscheinenden aber ernst zu nehmenden Katastrophenfall, Verdrängen des Undenkbaren und Ausnutzen der mittlerweile hochheiligen Kühl*- und Schattentage.




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