Klimakrise: Boden nimmt weniger Kohlendioxid auf als erwartet

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Die Kohlenstoffspeicherfähigkeit des Bodens wurde überschätzt. Grund sind u.a. Bakterien, die mehr als 10% des Kohlendioxids wieder in die Atmosphäre rückführen.
Die Kohlenstoffspeicherfähigkeit des Bodens wurde überschätzt. Grund sind u.a. Bakterien, die mehr als 10% des Kohlendioxids wieder in die Atmosphäre rückführen.

Die nächste "Überraschung" in der wissenschaftlichen Presse.
Wie ich bereits öfter angemerkt habe, hat die wissenschaftliche Methodik eine Art von "Überseriositätstrauma". Zwar führt die Methodik der Falsifikation zu qualitativ hochwertigen Erkenntnissen, aber auch zu der psychologisch fatalen Entwicklung, dass Wissenschaftler absolut risikoscheu sind, was Prognosen für die Zukunft angeht.

Keiner möchte sich öffentlich zu weit aus dem Fenster hängen und am Ende als "Alarmist" gelten, obwohl (auch wenn es sich surreal anfühlt) mit der Klimakatastrophe ein globales Apokalypseszenario sich mit jedem Jahr und jedem Jahrzehnt nähert.
Dies führt zu einer massiven Unterschätzung der Folgen der bereits Fahrt aufnehmenden Klimakatastrophe und zu regelmäßigen Meldungen von "Überraschungen", die allesamt nur in eine Richtung führen: Neue Erkenntnisse zeigen, dass die Klimakatastrophe in allen Detailpunkten immer schlimmer und schneller wird. Beinahe jedes Jahr werden die Prognosen der Erwärmung und der Eisschmelze nach oben und nicht nach unten korrigiert, während Forscher inoffiziell unter der Hand Szenarien sehen, die sie ebensowenig wissenschaftlich belegen können wie ein Meteorologe das Wetter* in 17 Tagen, die aber dennoch in hohem Maße (im Unterschied zum Wetter*, da es sich hier um Klima* handelt) wahrscheinlich sind.

Nun lesen wir von der "Überraschung", die den aktuellen, galoppierenden Status einer globalen Klimakatastrophe im Detail unterstützt: Der Boden als Kohlenstoffsenke wird deutlich überschätzt.

Der Boden nimmt deutlich weniger Kohlendioxid auf als erwartet

Der bisherige Forschungsstand bestand in der These, dass der Boden in den letzten 450 Jahren Unmengen ans Kohlendioxid gespeichert habe.
Dies geschieht auf sehr nachvollziehbare Weise: Pflanzen veratmen das CO2 und lagern es in ihren Zellen an. Stirbt die Pflanze, gelangt das CO2 über die verrottenden Bestandteile in den Boden. Nach und nach reichern sich immer weitere Schichten absterbender Pflanzen mit jeder Vegetationsperiode an und "vergraben" so über die Zeitenläufte quasi das Treibhausgas CO2 in den tieferen Boden.

Humusboden: Als CO2-Senke und Helfer gegen die Klimakatastrophe deutlich überschätzt! © Wulf Grube, hochgeladen von AxelHH auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0.
Humusboden: Als CO2-Senke und Helfer gegen die Klimakatastrophe deutlich überschätzt! © Wulf Grube, hochgeladen von AxelHH auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0.

Genauere Untersuchungen ergaben jedoch nun eine der üblichen "Überraschungen": Mit Hilfe von genaueren Radiokarbondatierungen gelang der Nachweis, dass der Boden die Mengen an CO2 nicht in 450, sondern in 3100 Jahren angereichert hat. Mit anderen Worten: Der Zeitraum für die Speicherung des Kohlendioxids im Boden ist um ein Vielfaches länger als angenommen. Im Umkehrschluss ergibt sich daraus, dass die Speicherfähigkeit des Bodens für CO2 deutlich überschätzt wurde und der Boden als Faktor, der dem Treibhauseffekt entgegenwirkt, ebenso überschätzt worden ist.

Bereits 2003 hat dies Frank Hagedorn allerdings in einer Arbeit aus einer Detailanalyse für Schweizer Böden quasi vorweggenommen.
In dieser Studie zeigt sich, dass der Boden durch Humus große Mengen CO2 speichert, aber dass Mikroorganismen bereits im ersten Monat 10-15% davon wieder zu CO2 verstoffwechseln und es in die Atmosphäre rückgeführt wird!
Zudem würde der Boden als "Senke", also dauerhafte Speicherung von CO2 überschätzt: "Die Autoren folgern daraus, dass das Potenzial von Böden als Senken für CO2 begrenzt ist, weil langfristig nur wenig neuer Humus entsteht."

Somit fallen neben den Wolken auch die Böden als "Retter" gegen die Treibhausgase aus. Welche "Überraschung" ...

Artikel
GeoHorizon: Boden nimmt weit weniger Kohlenstoff auf als erwartet
Waldwissen.net: Böden - Große Speicher, aber kleine Senken für CO2





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