Städtische Mahnmale der Klimakatastrophe: Ein Kunstführer (1)

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Eines der nahezu aus dem städtischen Boden sprießenden Mahnmale zur Klimakatastrophe in Deutschland wirkt wie ein Test: Nur Menschen in den immer mehr anwachsenden Regionen mit abstrusester Hitze verstehen, was dieses Kunstwerk aussagt. Erklärung im Artikel.
Eines der nahezu aus dem städtischen Boden sprießenden Mahnmale zur Klimakatastrophe in Deutschland wirkt wie ein Test: Nur Menschen in den immer mehr anwachsenden Regionen mit abstrusester Hitze verstehen, was dieses Kunstwerk aussagt. Erklärung im Artikel.

Anfang August 2019.
In Island wird das erste Mahnmal der Klimakatastrophe errichtet, als der Gletscher Okjökull seinen Status als Gletscher verliert.
Doch es wird nicht das letzte Mahnmal sein, sondern nur der Beginn einer langen Reihe von Zeugnissen der selbstgewählten Qualen der Menschheit. Eine Menschheit, die nach und nach lernt, wie man auf den Scherben ihrer mit der Treibhausgaskeule zersplitterten Narziss-Spiegel blutend zur evolutionären Demut kriecht.

Im Geiste dieser fröhlichen Erkenntnis haben deutsche Städte alle Künstler zu einem Wettstreit aufgerufen, die besten Mahnmale zur bevorstehenden Klima*-Apokalypse zu erschaffen.
Es sind erstaunliche Kunstwerke dabei entstanden, die gleichzeitig zu touristischen Attraktionen und Pilgerstätten der Fridays for Future-Bewegung geworden sind.

Keinen Plan wie man die Welt rettet? Ein paar Gedankenanstösse:

(1) Auswegloses GFS (Offenbach)

"Auswegloses GFS" (Eisgott der Verkünder) im Jahre 2020.
"Auswegloses GFS" (Eisgott der Verkünder) im Jahre 2020.

Dieses Mahnmal wurde von einem Künstler namens "Eisgott der Verkünder" errichtet, um zu verdeutlichen, wie unfähig die Meteorologie ist, mit der Geschwindigkeit der Klimakatastrophe mitzuhalten.
Die roten Linien stehen für die damals verwendeten "Ensembles" wie des amerikanischen Dienstes GFS, die mit Hilfe von Richttemperaturen auf 850 hPa (etwa 1.500 Metern Höhe ü. N.N.) das Wetter* für die zukünftigen Tage voraussagen wollten.

Da die Algorithmen mit der Geschwindigkeit der klimatischen Apokalypse nicht mehr Schritt halten konnten, wurden die Temperaturen stets kühler und die Niederschläge stets größer berechnet, je weiter man vom Prognosetag in die Zukunft blickte.

Dem sich im Hamsterrad der Hoffnung befindlichen Leidenden schien es somit, als würden die Linien des GFS ihn verhöhnen und am Ende die Prognose mit Kühle und Regen stets in abstruse Hitze und Dürre umschlagen.
Eisgott der Verkünder hat die Qualen in den blutroten, chaotischen wirkenden und damit sinnlos anmutenden Linien wirkungskräftig dargestellt. Die sich immer mehr von der Realität unterscheidenden Prognosen zeigten in den Jahren 2015-2025 immer mehr die Unfähigkeit der Wettermodelle mit den Kaskaden der Klimakatastrophe Schritt zu halten und dem, was folgen sollte.

Dass dieses erkenntnistheoretisch und philosophisch wichtige Mahnmal ausgerechnet am Sitz des DWD in Offenbach errichtet wurde, ist kein Zufall und mag als Mahnung für die Wetterdienste dienen und dabei vor allem denjenigen Meteorologen (nicht vom DWD), die sich mit dem Hinweis "dass man ohne Jahrzehnte an Daten irgendwelche katastrophalen eines Klimawandels heute nicht belegen kann" zum naiven Mittäter von Klimaskeptikern machen.

(2) Der Autobaum (Kelkheim)

Ein anonymer Künstler hat in Kelkheim im Taunus dieses ausdrucksstarke Symbol geschaffen: Auf einem abgesägten Baumstamm eines toten Baums wurden PKWs gestapelt.

Mahnmal "Autobaum" vom Regengott von Kelkheim.

Durch diese einfache, aber geniale Technik führt uns der Künstler gleichzeitig mehrere Aspekte vor Augen. Zum Einen das massive Waldsterben im Taunus durch die Dürreeffekte der klimatischen Treibhausgaskatastrophe, zum zweiten auch gleich eine der Ursachen: Die Treibhausgas-Emissionen, hier von den PKWs mit Verbrennungsmotor in Szene gesetzt.

Die Autos "thronen" gewissermaßen auf dem toten Baum und zeugen damit vom Mord des Menschen und seiner Erzeugnisse an der Natur.
Der Künstler möchte ungenannt bleiben, bezeichnet sich jedoch selbst als "Regengott" von Kelkheim. Kelkheim ist für die Idiotie seiner Wasserverschwendung in industriellem Ausmaß für sofetische Zwecke deutscher Betongartenkunst berüchtigt, sodass das Mahnmal hier äußerst passend seinen mahnenden Platz gefunden hat.

(3) Der Ozonsauger (Schwabing)

Ein doppeldeutiges Kunstwerk hat Rudi Gummimask erschaffen: Der "Ozonsauger" scheint völlig widersinnig das gefährliche Gas gierig einzusaugen, das im Sommer durch die regelmäßige Treibhaushitze entsteht. Es schädigt nachhaltig die Lungen, weswegen die Krankheit OCPD (Lungenemphysem) immer stärker auf dem Vormarsch ist. Es spricht nicht für die Intelligenz der Menschheit, dass trotz dieser Erkenntnisse immer mehr Menschen statt in der "Mittagshitze" (wo es noch relativ kühl* ist) zum Temperatur- und Ozonmaximum am späten Nachmittag Sport betreiben und so sehr effektiv ihre Lungengesundheit und ihre Lebenserwartung reduzieren, siehe hierzu Klimawandel: Ozonsport im Trend.

"Der Ozonsauger" in Schwabing macht das unsichtbare, gefährliche Ozon künstlerisch für die Menschen sichtbar.
"Der Ozonsauger" in Schwabing macht das unsichtbare, gefährliche Ozon künstlerisch für die Menschen sichtbar.

Insbesondere der Alpenraum stellt eine Region mit den höchsten Ozonwerten dar. Interessanterweise sind die Werte nicht in den bebauten und verkehrsintensiven Städten am höchsten, sondern am Stadtrand und auf dem Land, da paradoxerweise der Stickstoff der Autoabgase mit dem Ozon reagiert und dieses vermindert.

Im Münchner Vorort Schwabing steht dieses Kunstwerk daher an sehr passender und exponierter Stelle. Trotzdem hat sich um das Kunstwerk eine rege Diskussion entsponnen: Saugt der eiserne Mann nicht etwa grotesk das Ozon in der Klimakatastrophe, sondern versucht er stattdessen verzweifelt die letzten Reste sauberer Luft für seine bereits geschädigten Lungen zu erhalten?
Der Künstler hüllt sich diesbezüglich in Schweigen, was der Diskussion aber nur weiteren Vorschub leistet und sein Kunstwerk zu einem vieldiskutierten unter den klimatischen Mahnmalen Deutschlands macht.

(4) Die Kohlendioxidleiter (Potsdam)

Ein kleiner Junge rennt auf die Kohlendioxidleiter zu und versucht die aus Sicherheitsgründen hoch angelegte erste Sprosse zu erreichen. Die Mutter eilt ihrem Sprößling hinterher und zieht ihn von dem Mahnmal fort.
"Will hoch!", begehrt der kleine Mann auf.
Doch die Mutter schüttelt den Kopf. "Den Wahnsinn, den wir alle bereits umgesetzt haben, musst du nicht auch noch wiederholen", tadelt sie, was der junge Mann noch nicht begreift und daher zu schreien beginnt. Mit einem veganen Bonbon ist die kleine Krise schnell beigelegt.

Emission in die Unendlichkeit. "Kohlendioxidleiter" von Javier Rochel in Berlin.
Emission in die Unendlichkeit. "Kohlendioxidleiter" von Javier Rochel in Potsdam.

Für die Menschheit gibt es kein veganes Bonbon mitten in der galoppierenden Klimaapokalypse. Begonnen hat alles mit dem Ausstoß des Kohlendioxids mit der Industriellen Revolution in den 1830er Jahren und damals noch nichtsahnend, welche Kaskade die Menschheit in Gang setzte: Die ihres eigenen Untergangs.

So ist das Mahnmal von Javier Rochel in Potsdam unweit des Klimafolgeninstituts eine demütigende Erinnerung, wie extrem die Menschheit in einem geologischen Zeitraffer nicht von hunderttausenden Jahren, sondern in nur 200 Jahren die mit Abstand schnellste Treibhauserwärmung in 4 Mrd. Jahren geologischer Geschichte hingelegt hat.

Die Leiter muss logischerweise ein Ende haben, doch der geschwungene Pfeil deutet auf genial einfache Weise eine Unendlichkeit an.
Während die Mutter mit dem kleinen, bonbonlutschenden Jungen forteilt, nähern sich andere Jugendliche der Generation Greta, die sehr wohl begreifen und zu schluchzen beginnen angesichts der Tragweite der Aussage dieses erschreckenden Kunstwerkes.

(5) Lachen statt Denken (Berlin)

"Komm' schon, die sind doch lustig", sagt der Junge zu seiner Schwester. Doch die kleine Schwester blickt viel weiter als ihr Bruder.
"Das Lachen ist nicht fröhlich. Es ist hässlich und böse!", sagt sie und hat vollkommen recht.

"Lachen statt denken" wurde vom Künstler Eike Ekson in Berlin in Sichtweite der AfD-Zentrale errichtet und stellt nach eigener Interpretation sogenannte Klimaskeptiker dar. Diese sind bekannt dafür, die jedem offensichtliche und zudem wissenschaftlich belegte und inzwischen planetenverheerende Klimakatastrophe zu leugnen - unbewusst aus Dummheit, völlig bewusst aus Profitgier und immer mit der Methodik, die Wahrheit hämisch und bösartig auszulachen.

"Lachen statt Denken" von Eike Ekson in Jena - höhnische Klimaskeptiker verstören die Besucher.
"Lachen statt Denken" von Eike Ekson in Berlin - höhnische Klimaskeptiker verstören die Besucher.

Tatsächlich erkennt man in den übergroßen, beängstigenden Figuren, die zu Verrätern an der Menschheit wurden, eine Entmenschlichung in den gleichförmigen Gesichtern, die trotz Lachen einen bösartigen Hass verströmen. Die meisten nehmen verhöhnende Gesten ein, doch einer ballt sogar aggressiv die Fäuste im Bemühen, seine egozentrische Geldgier zu verteidigen und die Kinder und damit die Zukunft dieser Welt mit Gewalt einzuschüchtern.

Alle Figuren weisen eine Art von infantiler Strampelhose mit verstärktem Knieschutz auf, die man bei Kleinkindern findet. Der Künstler weist so auf das zu erwartende intellektuelle Niveau der Klimaskeptiker subtil hin.

Der Gang zwischen den Figuren, deren Barfüßigkeit auf mangelnde Zivilisation hinweist, ist einschüchternd und gibt das Gefühl wieder, das Menschen im Kontakt mit den Verrätern unserer Epoche erleben. Alternativ hört man die Interpretation, dass der Künstler die Figuren barfuß gestaltet hat, um darauf hinzudeuten, die von ihnen bejubelte, da aufgeheizte Welt lasse den Boden unter ihren Füßen brennen.

Auch wenn die menschliche Selbstsucht und Dummheit eine evolutionäre Konstante zu sein scheinen, bleibt die Hoffnung bestehen, dass die Menschheit so klug wie das blonde Mädchen ist und gleichsam mit der Wahrheit im Bunde auch diese Feinde der Menschheit überwinden wird - gewaltlos, versteht sich!

(6) Manus Morituri (Taunus)

Der Taunus ist einer der ersten Wälder, der als Folge der Dürren in der Klimakatastrophe stirbt.

Stam Astloch: Das Scheitern der Rettung als Weg zur Erkenntnis im Taunus.
Stam Astloch: Das Scheitern der Rettung als Weg zur Erkenntnis im Taunus.

Während Klimaskeptiker hohnlachend das Waldsterben als sinnlose Wiederholung der Ökobewegung aus den 1980er Jahren betrachten, hat der Künstler Stam Astloch an einer geheimen Stelle im Taunus inmitten von Leichen abgestorbener Bäume stützende Hände errichtet, die die Zombiebäume verzweifelt erhalten wollen und es doch nicht können.

Dieser Aussage entsprechend ist das Kunstwerk als "Manus Morituri", also "Hände für die Todgeweihten" betitelt.
So mancher Wanderer, der bisher die Folgen der Klimakatastrophe ignoriert hat, kommt zu dieser Stelle und weint.

(7) "Nachts darf es ruhig regnen"-Frau (Bernburg/Saale)

Zahlreiche Mahnmale sind um das Thema Regen herum entstanden oder genauer gesagt um dessen Ausbleiben.

Die Folgen der endlosen und immer dramatischeren Dürren sind mittlerweile im Wald, beim Grundwasser und in der Landwirtschaft selbst dem Laien offensichtlich.
Das hindert Sofeten und Klimaskeptiker jedoch nicht daran, auf zynischste Weise das optisch verzaubernde und für Leben unabdingbare flüssige Wasser, das vom Himmel fällt, zu verdammen.

Doppeldeutig: Nach den Ohrfeigen oder nach dem Regen? Wahnfried Heiligwassers Plastik "Nachts darf es ruhig regnen"-Frau in Bernburg/Saale.
Doppeldeutig: Nach den Ohrfeigen oder nach dem Regen? Wahnfried Heiligwassers Plastik "Nachts darf es ruhig regnen"-Frau in Bernburg/Saale.

Sehr beliebt vor allem bei rosinenartig verdorrten Frauen ist die typisch pseudozustimmende Sentenz "Nachts darf es ja ruhig regnen!". Üblicherweise weisen Sofetenfrauen dieser Dämlichkeitsgattung dauerwellierte Klobürstenfrisuren auf. Natürlich versteht es sich von selbst, dass der Erhalt der Klobürste auf dem Kopf wichtiger sei als das millionenfache Verdorren von Bäumen und das qualvolle Verdursten von Tieren in der freien Natur.

Um zu vermeiden, die leider in Massen auftretenden entsprechenden Idiotenfrauen zu ohrfeigen, bis die Klobürstensträhnen als Schrapnell den Boden bedecken, hat Wahnfried Heiligwasser eine Plastik entworfen.
Man kann nun darüber sinnieren, ob sie eine verzweifelte Sofetenfrau nach einem nicht in der Nacht*, sondern am Tag erfolgten Regenschauer zeigt oder die Folgen der Ohrfeigentherapie durch Wahnfried Heiligwasser direkt nach dem Satz "Nachts darf es ja ruhig regnen" ...

Passenderweise wurde die Plastik in einer der trockensten Städte Deutschlands errichtet, in Bernburg an der Saale im Südschatten des Harz.

(8) Der Regen-Godot (Rüsselsheim)

Wir bleiben bei den künstlerischen Darstellungen zum Regen. Julius Warmbrache hat in Rüsselsheim eine Skulptur geschaffen, die auf einem Stahlmast balancierend mit Blick in den Himmel zu warten scheint. Jeder, der in Rüsselsheim wohnt, weiß, worauf die Skulptur wartet: Regen.

"Regen-Godot" von Künstler Julius Warmbrache in desertifizierenden Rüsselsheim.
"Regen-Godot" von Künstler Julius Warmbrache in desertifizierenden Rüsselsheim.

Denn Regen ist in der Opelstadt im berüchtigten Rheingraben während des Treibhausgashalbjahrs April bis September ebenso häufig anzutreffen wie in den gängigen Wüsten der Welt.

Beginnend mit dem April werden die Blicke der Rüsselsheimer immer ängstlicher und bangender, denn sie ahnen, was sie erwartet: Monate ohne einen Tropfen Regen, Waldbrände, Staubwinde. Sogar die üblichen sofetischen Begrüßungen des Hitzeperversenbevölkerungsanteils "Was für ein schönes Wetter* wieder!" klingen hier seltsam hysterisch.

Demgemäß hat Julius Warmbrache der Skulptur den Namen "Regen-Godot" verliehen, was dem Warten gleichzeitig eine Sinnlosigkeit verleiht und die Dramatik eines ausbleibenden Happy Ends.

Man hat bereits ausgefeilte psychologische Ratgeber entwickelt, wie der "Ofenhesse" (wie sich die Bevölkerung der gesamten Dürreregion Rhein-Main nennt) mit "Phantomregen" umgeht: Wie man in Ofenhessen mit Phantomregen fertig wird.

(9) Die Wandkühlung (Schöningen)

Schöningen ist ein Hitzeloch, das man im kühlen Niedersachsen gar nicht erwartet. Doch die speziellen Grillparameter im Fönschatten des Harzgebirges verleihen dem gepeinigten Ort eine Ehrenmitgliedschaft der hitzeversklavten Ofenhessen und tatsächlich gibt es seit neuestem eine entsprechende Städtepartnerschaft von Rüsselsheim und Schöningen.

Schöninger Lebenswirklichkeiten in einer globalen Klimakatastrophe: "Die Wandkühlung" von Julius Warmbrache aus Rüsselsheim.
Schöninger Lebenswirklichkeiten in einer globalen Klimakatastrophe: "Die Wandkühlung" von Julius Warmbrache aus Rüsselsheim.

Der Rüsselsheimer Künstler Julius Warmbrache hat es es sich nicht nehmen lassen, eine Skulpturenszene als künstlerische Grundsteinlegung der Städtepartnerschaft zu ersinnen und in Schöningen feierlich zu enthüllen: "Die Wandkühlung".

Auch hier handelt es sich um ein Kunstwerk, das Einheimische in der Dürre und Hitze der Region sofort verstehen. Im Treibhausgashalbjahr sieht man immer mehr Menschen, die sich in inniger Intimität an Wände pressen.
Dem Auswärtigen aus kühleren und nasseren Landstrichen Deutschlands muss dieses Verhalten zunächst erläutert werden: Wenn der 124. Hitzetag im Hochsommer anbricht und die 30 Grad schon morgens erreicht werden, ist es auf den Straßen totenstill bis auf durchziehende Ginstersträucher. In den Wohnungen kleben Menschen wie Eidechsen an Wänden. Aber nicht, weil es dort heiß ist (wie es bei Eidechsen - und auch Sofeten - im natürlichen Lebensraum wäre), sondern weil die Wände der kühlste Teil der Wohnung sind.

Vielstimmiges Stöhnen dringt auf die Straßen, als die in den Schöninger Bürgerkörpern angespeicherte Tropennachthitze in die Wand entweicht, welche wie Keramik zu knacken beginnt.
Gelegentlich ertönen gellende Schreie, wenn bayrische Touristen, die Dauerregen und Kälte gewohnt sind, angesichts solcher Verhaltensanomalien und der verstörenden Wüstenumgebung aus Dürre und Hitze überhastet ihre Koffer packen und mit quietschenden Reifen ihres BMW fliehen.

Es gibt nur wenige künstlerische Arrangements, die so konzentriert die Abstrusitäten und die emotionale Verzweiflung der globalen Klimakatastrophe in ihren alltäglichen Auswirkungen beschreiben wie Julius Warmbraches Werk.

(10) Selbstverbrennung: Mensch (Kitzingen)

Klimakatastrophe - das bedeutet auch, dass man die Wohnungstür des klimatisierten Heims öffnet, den Kopf hinausstreckt und denkt, jemand verübt mit einem Flammenwerfer ein Attentat auf Sie!

Kopfskulptur "Selbstverbrennung" von Hartmut Warmbluth in Kitzingen.
Kopfskulptur "Selbstverbrennung" von Hartmut Warmbluth in Kitzingen.

Dieses bereits in bestimmten Regionen wie dem Oberrheingraben ab Februar vereinzelt und ab April regelmäßig auftretende Lebensgefühl (vom Sommer ganz zu schweigen) veranlasste den Künstler Hartmut Heissbluth diese erschreckende Skulptur eines Menschenkopfes zu entwerfen.
Der Anblick erinnert an Verbrennungen 4. Grades und an Kriegsbilder von Napalmangriffen. Bezeichnenderweise steht diese Skulptur in Kitzingen, dem Ort erzsofetischen Irrsinns: Kitzingen im Jubel über Hitzerekord und Klimakatastrophe.

Eine Widerstandsgruppe weniger noch verbliebener intelligenter Menschen in diesem Sofetenkaff gelang es mit raffinierten Halbwahrheiten, den verbliebenen Stadtrat im Sommerloch, als die sofetische Ratsmehrheit diverse Badeseen der Umgebung versiffte, von einem Engagement des Künstlers Hartmut Heissbluth zu überzeugen.

Bei der feierlichen Enthüllung kam es zu Tumulten und Handgreiflichkeiten des Bürgermeisters und seiner Sofetenfreunde, die nur durch das ablenkende Werfen von Hawaiihemden unter Kontrolle gebracht werden konnten.
Im Rechtsstreit durch alle Instanzen erstritt der Künstler dann das unwiderrufliche Recht, dass seine Skulptur nicht abgerissen werden dürfe und als Mahnmal der wissenschaftlich belegten Klimakatastrophe mit vielen hunderttausenden von Hitzetotenopfern bestehen bleiben müsse.

Auch ohne teure Klimaanlage kann man etwas gegen die unsägliche Hitze unternehmen! Sie sehen nichts? Dann: Hinweis.

(11) Der Hitzetod (Lingen a.d. Ems)

Lingen an der Ems. Wir schreiben den 26. Juli 2019. In Südostfriesland kannte man die Klimakatastrophe bisher nicht. Während in Ofenhessen an 70 Tagen Temperaturen von über 30 bis 40 Grad herrschen, stöhnt der Ostfriese gemeinhin bei Temperaturen von 25 Grad im dann dort so genannten "Hitzesommer". 30 Grad werden hier an 1-2 Tagen im Jahr erreicht.

"Der Hitzetod" von Fritjof Sterbensreich. © Ikar.us auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY 3.0.
"Der Hitzetod" von Fritjof Sterbensreich. © Ikar.us auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY 3.0.

Nicht so an diesem Tag. Eine ungewöhnlich ausgerichtete Omegalage napalmisierte den öden Ort an der Ems. 42.6 Grad und damit einen neuen gesamtdeutschen Hitzerekord zeigte das kurz danach schmelzende Thermometer. Im Schatten. In den Glutfeuern des Sauronauges am Himmel waren es noch einmal 8 Grad mehr, denn wo findet man in Ostfriesland Wald, Bäume und Schatten? Genau: Nirgends.

Der Todeszoll an diesem Tage war unter den Kühlwetterfriesen hoch. So hoch, dass Fritjof Sterbensreich den Hitzetoten ein Denkmal und den Nachlebenden ein Mahnmal errichtete. Es zeigt, wie ein Mensch seinen geliebten Mitmenschen betrauert, als dieser in der sengenden Gluthitze an jenem Tag des Hitzegrauens starb.

(12) Mumifizierte Dreifaltigkeit (Trier)

Trier ist eine Stadt, die in besonderem Maße unter Hitze und Dürren leidet. Nicht ohne Grund übte dort die US-Armee den Wüstenkrieg im Irak. Seit Jahren steigt dort mittlerweile die Zahl der Hitzetoten in den Sommern der Klimakatastrophe stetig an.

"Mumifizierte Dreifaltigkeit" von Franziskus Rusnot in Trier.
"Mumifizierte Dreifaltigkeit" von Franziskus Rusnot in Trier.

Im Sommer 2006, der als Startschuss dieser Entwicklung gilt und in Europa 70.000 Todesopfer gefordert hat wurden am Sommerende auf abseitigen Feldwegen inzwischen mumifizierte Leichen gefunden. Die bedauernswerten Opfer waren offenbar gemeinsam an einem Schlaganfall infolge der achtwöchtigen, abstrusen Hitze gestorben.

Der benediktinische Mönch Franziskus Rusnot errichtete am Trierer Dom aus Altmetallteilen eine Nachbildung als Mahnmal, das durchaus in Tradition der mittelalterlichen Totentänze steht. Laut Rusnot soll das Mahnmal der drei Hitzeleichen jedoch spezifisch für die Gegenwart und die erwartete Zukunft sein. Tatsächlich wurde Rusnots verstörendes Kunstwerk der "Mumifizierten Dreifaltigkeit", wie es vom Künstler genannt wurde, bereits Leitsujet weiterer Künstler im ganzen Land und könnte somit tatsächlich eine neue Kunstform begründen, die der unmöglichen Epoche der Klimakatastrophe ein Bild verleiht, das in den Köpfen der Generation Hitzetod verbleibt.

(13) "Ich habs euch gesagt"-Herold (Jena)

Auch der Herold "Ich hab's euch gesagt" ist in die Tradition mittelalterlicher Vanitaskunst einzuordnen.

"Ich hab's euch allen gesagt"-Herold eines unbekannten Künstlers am EIKE-Gebäude in Jena.
"Ich hab's euch allen gesagt"-Herold eines unbekannten Künstlers am EIKE-Gebäude in Jena.

An einer bislang geheim gehaltenen Stelle ist die recht kleine und unscheinbare, aber ausdrucksstarke Skulptur am Gebäude der Klimaleugner von EIKE in Jena zu finden.
Diese Heuchler-Vereinigung von Erzsofeten und sogenannten Klimaskeptikern, die sich tatsächlich eine angebliche "Wahrheitsfindung" als Prinzip auserkoren hat und täglich dagegen ganz bewusst mit Fälschungen wissenschaftlicher Daten verstößt und mit Millionengeldern aus globalen Lobbygruppen aus Industrie, Wirtschaft und Politik unterstützt wird, soll mit der Heroldsfigur als das enttarnt werden, was sie ist: Verräter an der Menschheit, an der Zukunft und als willige Helfer eines bewussten und kaltblütigen Mordes an der Natur, ihrer Lebewesen und der Menschheit.

Der Künstler möchte aus Sicherheitsgründen ungenannt bleiben, ebenso soll die Platzierung der Skulptur geheim bleiben, weswegen das Bild im Hintergrund geschwärzt wurde.
Doch wer die Skulptur erblicken sollte, wird still nickend und wissend vorübergehen und sollte es sich nicht nehmen lassen an einer Ecke dieses Gebäudes von Idiotenrepräsentanten des vollverblödeten und wahnsinnigsten Teils der Menschheit gründlich symbolisch zu pinkeln.

Warum die Heroldsskulptur so heißt, erscheint jeden Tag in den Dürren, Waldbränden, steigenden Meeresspiegeln, schmelzenden Gletschern und sterbenden Arten deutlicher und am Ende wird  sie in der brennenden Welt der Klimakatastrophe für die Wahrheit stehen, gegen die kein Blender der Welt bestehen kann.

(14) Kaltwetter.de-Memorialstatue (Norden/Norddeich)

Die Ostfriesen haben es sich nicht nehmen lassen, Kaltwetter.de eine Memorialstatue zu errichten. Der Künstler möchte ungenannt bleiben, um sowohl dem Dank von Kaltwetter.de wie auch dem Hass von Klimawandelskeptikern zu entgehen.

Memorialstatue für Kaltwetter.de in Norden/Norddeich in Ostfriesland.
Memorialstatue für Kaltwetter.de in Norden/Norddeich in Ostfriesland.

In der Laudatio in den Dünen am Nordseestrand bei Norden/Norddeich hob der Bürgermeister anlässlich der Enthüllung hervor, dass die Webseite Kaltwetter.de felsenfest dem Widerstand der Sofeten seit 2014 trotzt, all ihre Prognosen über die Klimakatastrophe bisher eingetroffen sind und der Kampf für das friesische Kaltwetter und gegen alle Sofeten und ihre Schergen in der Tradition der germanischen Mentalität steht.

Der Standort an der Nordseeküste stellt sicher, dass es kein Werk der Eitelkeit ist, sondern geradezu sinnbildlich für die Klimakatastrophe steht: Wenn der Meeresspiegel steigt, wird die Statue von der Nordsee in einem Akt aus Drama und Tragik verschluckt, so wie die Menschheit in den Folgen der Klimakatastrophe untergehen wird.

Pilgern Sie, solange noch Zeit bleibt!

Eine Auswahl der neuesten Mahnmale zur immer rascher beschleunigenden Klimakatastrophe kennen Sie nun. Es ist zu erwarten, dass mit zunehmenden Folgen und Katastrophen die Anzahl der Mahnmale zunehmen wird, die in Deutschland zu bepilgern sind ... bis der Zusammenbruch der Gesellschaft selbst dies verunmöglicht und ein Kampf ums Überleben beginnt, in dem keine Zivilisation und keine Mahnmale mehr existieren, sondern nur noch die Barbarei eines Recht des (vermeintlich) Stärkeren.

Länderübergreifend wurde inzwischen ein Fernwanderweg mit dem passenden Symbol der lodernden Flamme eingerichtet, der alle Mahnmal verbindet. Beachten Sie, dass die Pilgerung im Sommer lebensgefährlich ist und selbstverständlich ausschließlich an den seltenen Kaltwettertagen des Jahres unternommen werden sollte - eine Anleitung dazu finden Sie hier: Wandern bei Kaltwetter: 7 Regeln, wie man es richtig macht!.

Nutzen Sie also die Zeit, die Ihnen noch bleibt. Lehren Sie Ihren Kindern, dass wir wussten, was kommt. Und sollte doch noch die unwahrscheinliche Rettung in letzter Sekunde kommen, so sehen Sie die Mahnmale als Beweis des Grauens, dass wir alle am Abgrund standen und einen Blick in das Unnennbare geworfen haben, der Geist und Seele für immer im Moment des Erblickens und Erkennens verändert ...

Ein weiterer Kunstführer zur Klimakatastrophe: Kunstausstellung "Sofeten klatschen" erschüttert Besucher.




Haben Sie Informationen, Erkenntnisse oder Gefühle beim Lesen mitgenommen? Dann würde ich mich nach dem Nehmen über ein Geben sehr freuen. Danke!

Die besten Bücher zur Klimakrise. Sie sehen nichts? Dann: Hinweis.