Meeresspiegelanstieg: Eine weitere Posse um unterschätzte Folgen?

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Die alte Geschichte einer versagenden Wissenschaft bei der Klimakatastrophe: Der Meeresspiegelanstieg wird deutlich schneller erfolgen als man heute im Jahr 2016 noch mit wissenschaftlichen Illusionen denkt!
Die alte Geschichte einer versagenden Wissenschaft bei der Klimakatastrophe: Der Meeresspiegelanstieg wird deutlich schneller erfolgen als man heute im Jahr 2016 noch mit wissenschaftlichen Illusionen denkt!

Ein sehr gefährlicher und unterschätzter Aspekt der Klimakatastrophe ist der Meeresspiegelanstieg durch die Summe des schmelzenden Eises und der Gletscher auf dem Planeten.
Wie bei fast allen anderen Aspekten des verharmlost sogenannten "Klimawandels" folgt die Diskussion über die Auswirkungen in der Zukunft immer einem ganz bestimmten Schema: Alle paar Jahre wird die Prognose deutlich nach oben korrigiert und der Meeresspiegelanstieg wird immer dramatischer.

Grundsätzliches: Das Dilemma wissenschaftlicher Methodik

Warum ist das eigentlich so? Wo Klimalügner eine Verschwörung wittern, erweist sich einfach das sonst so zuverlässige Prinzip wissenschaftlicher Falsifikation als Hemmschuh.
Die Wissenschaft basiert auf dem Prinzip, dass alles von jedem nach festen Regeln hinterfragt wird, egal ob empirische Daten oder auf der Grundlage dieser Daten erstellten Theorien. Theorien und Kritik befinden sich in einem dauernden Widerstreit um die Wahrheit. Unschlagbar ist dabei die Methodik, dass eine Kritik, wenn sie hinreichend eine Theorie widerlegt hat, den Tod dieser dann falschen Theorie augenblicklich zur Folge hat und eine neue Theorie hervorruft, die den Weltaspekt auf einem qualitativ höheren Niveau besser erklärt.
So entwickelt sich das Wissen weiter und so ist es der Menschheit gelungen, innerhalb von nur 200 Jahren unglaubliche technische Fortschritte zu machen (wenn auch weniger auf ethischem und sozialem Gebiet).

Der Nachteil der wissenschaftlichen Falsifikation zeigt sich jetzt bei der Diskussion um die Klimakatastrophe: Da Prognosen für die Zukunft nicht identisch mit den heutigen Daten sind, folgen diese unerlässlichen Interpretationen einem großen Spielraum. Da Wissenschaftler seriös sind, neigen sie zu einer zurückhaltenden Abbildung der heutigen Daten für die Zukunft.

Beleg der Unterschätzung der Klimakatastrophe: Die Prognosen von 1990 des von Klimalügnern als "hysterisch" bezeichneten IPCC (Weltklimarates) zum Meeresspiegelanstieg zeigen, dass sich die gemessenen Folgen am obersten Rand der Prognosen bewegen. © <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Meeresspiegelanstieg_seit_1850#/media/File:Slr_prediction_med.jpg" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CCRC auf commons.wikimedia.org</a>, Lizenz: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en" target="_blank" rel="noopener noreferrer">CC BY-SA 3.0</a>.
Beleg der Unterschätzung der Klimakatastrophe: Die Prognosen von 1990 des von Klimalügnern als "hysterisch" bezeichneten IPCC (Weltklimarates) zum Meeresspiegelanstieg zeigen, dass sich die gemessenen Folgen am obersten Rand der Prognosen bewegen. © CCRC auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0.

Dummerweise ist gleichzeitig das klimatische Wissen aufgrund des Chaos-Charakters von Klima* und Wetter* für die Zukunft recht gering, wenn man es mit anderen wissenschaftlichen Disziplinen vergleicht.
Wir erleben es daher häufig, dass Wissenschaftler "überraschende" Erkenntnisse gewinnen, die die Folgen der Klimakatastrophe deutlich extremer abbilden. Denn es fehlen hinreichende Theorien für die tatsächlichen Verläufe der Klimakatastrophe - zum einen wegen des fehlenden Wissens, der Komplexität des Wetters, aber auch wegen der Notwendigkeit interdisziplinärer Forschung nicht nur zwischen zwei wissenschaftlichen Gebieten, sondern gleich dutzenden.
Ein Beispiel: Wenn Klimatologen die Erwärmungsanomalien berechnen, fällt die Interpretation der (regionalen) Auswirkungen schwer. Eine Folge ist Erwärmung des Permafrostbodens in Sibirien. Diese wiederum scheint aber das im Boden liegende Methan (in Form von festem und nicht gasförmigem Methanhydrat) zu destabilisieren und Löcher in den Erdboden zu sprengen. Hier werden nun also bereits Geologen und Chemiker benötigt, um die notwendigen Informationen zu bekommen. Wenn man dann auch noch die Entweichung des Methanhydrats in den Weltmeeren berücksichtigen will für die galoppierende Erwärmung, muss man Meeresbiologen heranziehen, um das vollständige Bild zu erhalten.

Jede neue Erkenntnis in unserer Zeit scheint die Klimakatastrophe immer schneller zu machen, weil entscheidende Erkenntnisse bisher nicht bekannt waren. Dazu gehören vor allem Rückkopplungseffekte. Beispielsweise führte die Entdeckung des "Schwarzen Eises" in Grönland zu der Erkenntnis, dass durch die Verschmutzung das Eis deutlich schneller abschmilzt als bisher berechnet. Das wiederum führt zu einem Lawineneffekt der Schmelze, der in einem höheren Meeresspiegelanstieg mündet.

Kurz gesagt: Neue Erkenntnisse bestätigen daher beinahe immer, dass die Klimakatastrophe immer schneller erfolgt und immer gefährlichere Ausmaße und Folgen annimmt, weil die Seriosität der Wissenschaft zwar wichtig und methodisch sinnvoll ist, aber die Wissenslücken am Ende zu einer drastischen Unterschätzung der Folgen führen.

Mit welchem Meeresspiegelanstieg ist zu rechnen?

Aufgrund der oben genannten Gründe steigen die Prognosen zum Meerespiegelanstieg immer weiter an. Lagen die Prognosen nach dem Jahrtausendwechsel zwischen 10 cm und 1 Meter bis zum Jahr 2100 sind es mittlerweile 60 cm bis 2 Meter bis zum Jahr 2100.
Man muss kein großer Prophet sein, um die berechtigte Vermutung aufzustellen, dass aufgrund einer völlig durchgedrehten Klimakatastrophe und einer untätigen Menschheit nach Auffinden weiterer "überraschender" Erkenntnisse die Werte bald auf 1 bis 3 Meter ansteigen werden.

Was das weltweit und für Deutschland bedeutet, kann man auf einer Simulationsseite sich ansehen, die die Überflutungen je nach Meeresspiegelanstieg veranschaulicht.
Hier dargestellt ist eine Meeresspiegelhöhe von 3 Metern. Man sieht, wie die Nordsee die Küstengebiete überflutet hat und die neue Küstenlinie auf einer Höhe Hamburg-Bremen verläuft. Die Niederlande haben einen Großteil ihrer Landfläche verloren.

Simulation eines Meeresspiegelanstiegs um "nur" 3 Meter. © flood.firetree.net.
Simulation eines Meeresspiegelanstiegs um "nur" 3 Meter. © flood.firetree.net.

Bereits bei einem Meeresspiegelanstieg von nur 40 cm sind tropische Inselstaaten akut bedroht und würden eine massive Flüchtlingswelle auslösen. Da der Anstieg exponentiell verläuft, erfolgen die weiteren Entwicklungen in der Zukunft einer Dramatik, die man sich bildhaft kaum vorzustellen vermag.
Wo einst der Meeresspiegel von 1901 bis 1990 nur um 1,2 mm pro Jahr stieg, erhöhte sich dies auf 3,2 mm pro Jahr seit 1990 und wird 30 mm ab dem Jahr 2050 betragen. 3 cm pro Jahr! Da kann man der Überflutung schon zusehen. Dass verzweifelte Deichbaumaßnahmen allein zeitlich zu spät kämen und zudem horrende Kosten in hunderten Milliarden EUR erfordern, macht die prekäre Lage deutlich.

Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung nutzt für seine Projektionen eine "semi-empirische" Kalkulation, die versucht, die komplexen Zusammenhänge und Rückkopplungen zu berücksichtigen, die in vielen anderen Projektionen leider nicht erfolgen:

Verschiedene Projektionen des Meeresspiegelanstiegs. © <a href="https://www.pik-potsdam.de/sealevel/de/" target="_blank">Potsdam Institut für Klimafolgenforschung</a>, Daten: <a href="http://www.pik-potsdam.de/~stefan/Publications/Journals/vermeer_rahmstorf_2009.pdf" target="_blank">Vermeer und Rahmstorf 2009.
Verschiedene Projektionen des Meeresspiegelanstiegs. © Potsdam Institut für Klimafolgenforschung, Daten: Vermeer und Rahmstorf 2009.

Was sind die Folgen eines so gravierenden Meeresspiegelanstiegs?

1. Landverlust und Klimaflüchtlingsströme
Mit der Anhebung des Meeresspiegels geht ein massiver Land- und somit Siedlungsverlust einher - nicht nur durch die Überflutung selbst, sondern auch durch die damit ansteigende Erosion. Insbesondere flache Gebiete wie die tropischen Inseln und Deltamündungsgebiete sind betroffen. Die finanziellen Mittel zur Vermeidung der dauerhaften Überflutung sind sogar für westliche Industriestaaten extrem hoch und für ärmere Länder völlig utopisch.
In Folge der Überschwemmung wird es zu massiven Flüchtlingsbewegungen kommen, die das Ausmaß der aktuellen Syrien-Flüchtlinge deutlich übersteigen werden.

2. Korallensterben
Das ohnehin bereits durch Erwärmung, damit Sauerstoffarmut und Versauerung erfolgende Korallensterben wird durch den Meeresspiegelanstieg nochmals gesteigert. Der Wegfall der Korallen beraubt insbesondere die tropischen Gefährdungszonen eines Bollwerks gegen die Überflutung. Die Meeresspiegelanstiegs-Bewältigungsgrenze für gesunde Korallenriffe wird mit 10 mm pro Jahr beziffert. Da jedoch viele Korallen bereits angegriffen sind und die prognostizierten Anstiegsraten diese Grenze deutlich übersteigen, werden die Korallen aller Wahrscheinlichkeit nach im Laufe der Jahrzehnte so gut wie vollständig verschwinden.

3. Grundwasser
Der Anstieg des Meeresspiegels führt zur Anhebung des Grundwassers und auch zu einer Versalzung des Grundwasser durch das eindringende Meerwasser. Damit wiederum ist ein Verlust an dringend benötigtem Trink(süß)wasser verbunden, das durch die Klimakatastrophe ohnehin aufgrund fehlenden Schmelzwassers aus den Gletscherregionen und dem Austrocknen der Seen bereits gefährliche Entwicklungen aufweist, während gleichzeitig die Weltbevölkerung immer weiter exponentiell ansteigt.

4. Ökonomische Folgen
Die wirtschaftlichen Folgen sind wie die meisten gesellschaftlichen Folgen der Klimakatastrophe desaströs. Der direkte wirtschaftliche Schaden durch Landverlust ist dabei noch der geringste. Die einhergehenden indirekten Einflüsse auf die Weltwirtschaft führen zu Krisen, deren Auswirkungen bis in das tägliche Leben gehen und im schlimmsten Fall einen Zusammenbruch der Weltwirtschaft befürchten lassen mit den aus den 1920er Jahren bekannten Auswirkungen von Hyperinflation, Verarmung und gesellschaftlichem Zusammenbruch.
2006 wurde vom britischen Ökonomen Sir Nicholas Stern die Summe der Kosten der Klimakatastrophe auf 5,5 Billionen Dollar geschätzt. Mittlerweile dürfte diese Einschätzung sich deutlich gesteigert haben (andere Quellen sprechen von 60 Billionen EUR Kosten), was nicht verwundert. Wie beziffert man ökonomisch eine globale Klimaapokalypse der Menschheit? Es handelt sich vermutlich um eine Zahl, die ebenso viel Nullen hat wie handlungsunfähige Menschen auf der Erde, die etwas gegen die Katastrophe unternehmen ...

Die Zahlen sollten aufhorchen lassen: Durch den Meeresspiegelanstieg sind allein 130 Millionen Menschen in ihren Siedlungsgebieten bei nur 1 Meter Anstieg bis 2100 betroffen. Bei einem Anstieg von 5 Metern sind es bereits bis zu 410 Millionen Menschen ...

Vom Meeresspiegelanstieg betroffene Landflächen und Menschen, © Dieter Kasang auf bildungsserverWiki, Bild gezeichnet nach Nicholls,R. J.,Tol, R. S. J. und Vafeidis,A.T. (2005): Global Estimates of the Impact of a Collapse of the West Antarctic Ice Sheet: An Application of FUND. Working Paper FNU-78. Hamburg: Universität Hamburg, Zentrum für Marine und Atmosphärische Wissenschaften.
Vom Meeresspiegelanstieg betroffene Landflächen und Menschen, © Dieter Kasang auf bildungsserverWiki, Bild gezeichnet nach Nicholls,R. J.,Tol, R. S. J. und Vafeidis,A.T. (2005): Global Estimates of the Impact of a Collapse of the West Antarctic Ice Sheet: An Application of FUND. Working Paper FNU-78. Hamburg: Universität Hamburg, Zentrum für Marine und Atmosphärische Wissenschaften.

Welche Maßnahmen können gegen den Meeresspiegelanstieg getroffen werden?

Die einzig wirksame Maßnahme gegen die schleichende Überflutung sind Küstenschutzmaßnahmen, allen voran natürlich der Deichbau.
Deichbau klingt harmlos und verstellt den Blick dafür, was im Grunde damit gemeint ist: Keine Erhöhung der Deiche um einen halben Meter, die von einem dutzend müden Arbeitern im Laufe der Jahrzehnte nebenbei erledigt werden kann, sondern ingenieurstechnische neue Meisterleistungen in Form von Superdeichen, die Milliarden von EUR verschlingen werden - je später sie gebaut werden, um so größer der Aufwand, der Zeitdruck und die Kosten.

Schafft nur 50 cm Meeresspiegelanstieg: Niederländische Oosterschelde-Sturmflutwehr. © Raimond Spekking auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 4.0.
Schafft nur 50 cm Meeresspiegelanstieg: Niederländische Oosterschelde-Sturmflutwehr. © Raimond Spekking auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 4.0.

Wenn man bedenkt, dass Deutschland mehr als 1000 Kilometer Küstenlinie aufweist, dann wird der Schutz vor der Überflutung eine Mammutaufgabe, die aktuell nur halbherzig (Welt: "Superdeiche" sollen Deutschlands Küsten schützen) angegangen wird und die bis an die Grenzen wirtschaftlicher und technischer Umsetzbarkeit führen wird.

Die Lage in den Niederlanden wird deutlich gefährlicher sein, wie man an der o.g. Simulationskarte erkennen kann. Die Sturmflutwehr Oosterschelde ist veraltet, stammt aus den 1960er Jahren und bewältigt lediglich max. 50 cm Meeresspiegelanstieg (nach den Projektionen wird dieser Anstieg irgendwann zwischen 2040 und 2050 erreicht)!
Und die tropischen Inseln können ebenso nicht geschützt werden, auf welche Weise auch immer. Ärmere Länder werden technische Möglichkeiten hin oder her sich einen "Superdeich" ohnehin niemals auch nur annähernd leisten können und daher im wahrsten Sinne "ersaufen". Mit den entsprechenden Folgen: Klimaflüchtlingsströme in hunderten Millionen Menschen und Destabilisierungsdesaster für Wirtschaft und Politik und damit für alle globalen Gesellschaften.

Die kreative Idee deutscher Forscher, Ozeanwasser auf die Eisflächen der Pole zu pumpen, wo es gefriert, ist letzten Endes zu utopisch, um durchführbar zu sein. Dies würde zwar den Anstieg des Meeresspiegels theoretisch senken und gleichzeitig die Eisflächen wieder erhöhen. Allerdings müssten solch gewaltige Wassermassen gepumpt werden, dass es technisch absolut unmöglich ist. Außerdem würde es letztlich den Meeresspiegelanstieg lediglich ein wenig verzögern und es müssten dafür Milliarden EUR Kosten investiert werden. Siehe dazu auch die Stellungnahme des PIK.

Neueste Forschung: Wie ist der Stand der Eisschmelze?

(1) Probleme bei der Erfassung der Eisschmelze
Warum meine Annahme, dass die oben dargestellte und als oft zu hoch kritisierte Anstiegsrate des Meeresspiegels immer noch zu niedrig ist, zeigt sich in den aktuellen Verläufen der globalen Eisschmelze - weniger in den Zahlen als in den regelmäßigen "überraschenden" Erkenntnissen, dass bestimmte Aspekte die Schmelze katastrophal beschleunigen.

Das Problem der Eisschmelzprognosen liegt darin, dass die Schmelzvorgänge äußerst komplex und dynamisch ablaufen. So kommt es in Grönland zwar zu einer massiven Eisschmelze, doch nicht immer nur dann, wenn die Temperaturen am höchsten sind!
GeoHorizon hat eine Studie des deutschen Helmholtzzentrums gepostet, nach der Erstaunliches entdeckt wurde: Der Magmaplume, der Island entstehen ließ und noch heute für die vulkanische Aktivität auf der Insel sorgt, reicht in seinen Ausläufern bis in den Südosten Grönlands. Die aufsteigende Magmahitze führt zu einer Teilschmelze des grönländischen Packeises. Dies hat weniger eine erhöhte Schmelze zur Folge als vielmehr ein stärkeres "Gleiten" des Packeises und Eisbewegungen, die die gesamte Eisfläche Grönlands umfassen. Wie diese Dynamik sich auswirkt ist gegenwärtig Forschungsgegenstand. Denkbar, wenn auch noch nicht belegt, ist ein Zusammenhang mit einer erhöhten Schmelzrate für Gesamtgrönland oder auch mit der Schwächung der AMOC und somit mit dem berüchtigten "Kalten Fleck" im Atlantik südöstlich von Grönland.

Das See-Eis oder Meereis ist üblicherweise abseits vom Packeis Grönlands und der Antarktis der Maßstab, mit dem die Eisschmelze beobachtet und bewertet wird. Dies ist allerdings eine höchst unsichere Angelegenheit. Denn die Forschungen über das sog. "Plättcheneis" zeigen, dass erhöhte Schmelzen zu mehr See-Eis führen mit dem paradoxen Ergebnis, dass das See-Eis teilweise zunimmt und einen Stopp der Schmelze vorgaukelt.

Die brutale Wahrheit findet sich dann eher in der Untersuchung nicht der reinen Ausdehnungen der Eismassen in der Arktis, Antarktis, Grönlands und der globalen Gletscher, sondern in der Eisdicke und dessen Festigkeit und Kompaktheit, die durch die Schmelzen nahezu unsichtbar verloren geht.
Diesbezügliche Forschungen haben mit neueren, lasergestützten Methoden jedoch erst begonnen.

Dass die global steigenden Ozeantemperaturen (siehe die globalen Klimaberichte) bereits bei nur wenigen Zehntelgrad Erwärmung massive Auswirkungen auf die Eisschmelze haben, dürfte keinen Wissenschaftler überraschen. Hinzu kommen dann mal wieder "überraschende" neue Hiobsbotschaften wie "Schwarzes Eis" und die Beschleunigungswirkung von Schmelzwasserseen.

(2) Zahlen rund um die Eisschmelze
Vorab muss gesagt werden, wie sich die Eisschmelze maximal auswirken könnte. Dazu 2 Beispiele: Würde das Eis von Grönland komplett abschmelzen, dann erhöht sich der Meeresspiegel um ganze 6 Meter! Würde alles Eis der Welt abschmelzen, so ergäben sich apokalyptische Steigerungsraten von 60 bis 70 Metern.

In Grönland ist eine massive Eisschmelze im Gange, die wie gesagt sehr komplex verläuft. Weniger das Flächenmaß der Eisbedeckung ist hier entscheidend, sondern der Verlust an Eismasse, der auch in einer reduzierten Kompaktheit der noch eisbedeckten Flächen besteht. Man schätzt, dass der jährliche Eisverlust etwa 10 Mrd. Tonnen Eis beträgt.

Veranschaulichung des arktischen See-Eis-Verlustes 1984 verglichen mit 2012, bezogen auf die Fläche.
Veranschaulichung des arktischen See-Eis-Verlustes 1984 verglichen mit 2012, bezogen auf die Fläche.

Für die Arktis gibt es einen nett gemachten Counter, der die Schmelzrate des Eises pro Sekunde anzeigt. Die reinen Zahlen stimmen durchaus. http://live-counter.com/arktis-eisschmelze/

Antarktis: Die Antarktis galt lange als Ausnahme der Schmelze, da wie in den Klimamodellen prognostiziert, die Klimakatastrophe sich auf der südlichen Halbkugel nicht so stark auswirkt wie auf der nördlichen und damit auch der Südpol nicht so stark betroffen ist. Nach "überraschenden" Entwicklungen musste diese Ansicht mehrfach revidiert werden.
Zwischen 1995 und 2002 betrug die Masse der Eisschmelze etwa 150 Kubikkilometer jährlich und hier beinahe ausschließlich in der Westantarktis, während in der Ostantarktis sogar teilweise eine kleinere Eiszunahme verzeichnet wurde.
Diese Zahlen werden anschaulicher, wenn man sich vor Augen hält, dass im Zeitraum 1992 bis 2009 jedes Jahr das vorherige an Eisschmelze übertraf und zwar mit einem Plus an 14,5 Mrd. Tonnen! Die Eisschmelze beschleunigt sich also. Die Entwicklungen lassen vermuten, dass der komplette Westantarktische Schild zusammenbrechen könnte, was wiederum die Schmelzrate drastisch erhöhen würde.

Bei all diesen Zahlen darf man jedoch die geologischen Zeiträume nicht vernachlässigen. Üblicherweise würde ein Abschmelzen zehntausende oder hunderttausende von Jahren dauern. Umgekehrt bedeutet dies, dass trotz der aus geologischer Sicht rasend schnellen, menschenverursachten Aufheizung bedingten Eisschmelze die Folge von einem Abschmelzen von 100 Kubikkilometer Eis pro Jahr in 100 Jahren nur 0,03 Meter Erhöhung des Meeresspiegels allein aus der Schmelze resultieren würden. Das klingt wenig, ist aber aus geologischer Sicht wie eine Atombombe.
Rückkopplungseffekte (wie beispielsweise in der Rekordschmelze auf Grönland im Jahr 2012) sind dabei natürlich nicht inbegriffen, welche die Lage dramatisch beschleunigen könnten.

Letztlich sind jedoch zwei Drittel des Meeresspiegelanstiegs auf die sog. thermische Ausdehnung der Wassermassen auf unserem Planeten zurückzuführen. Allein durch die Erwärmung dehnen sich die Wassermoleküle aus, nehmen damit mehr Raum ein und erzeugen auf diese Weise den Meeresspiegelanstieg. Die Klimakatastrophe selbst sorgt also unabhängig von der Schmelze bereits für einen Anstieg des Meeresspiegels! Und auch dieser Effekt wird immer weiter fortschreiten, da die Klimakatastrophe und die fortgesetzte Erwärmung der Erde sich nicht aufhalten lässt.

Insgesamt betrachtet sind die Auswirkungen für die nächsten 30-40 Jahre noch überschaubar. Doch was um das Jahr 2050 und danach geschieht, möchte man sich für unsere Nachfahren wirklich nicht gerne vorstellen. Diese geologisch betrachtet Zeitraffereignisse von normalerweise zehn- bis hunderttausenden von Jahren dauernden Prozessen stellen ein weiteres Mosaikstück des Bildes einer globalen Bombe dar, die in Zeitlupe explodiert und in der Summe aller Aspekte die aktuelle Klimakatastrophe abbildet.

Warum sich am Ende nichts ändern wird und die Menschheit dieses Mal nicht mehr handlungsfähig ist, erklärt sich allein aus solchen Meldungen, dass Russland auf die Eisschmelze hofft, um an Bodenschätze wie Öl und Kohle in der Arktis zu gelangen - und mit selbigen weiter die Klimakatastrophe beschleunigen wird. Dass damit die Selbstbeweihräucherung der Staaten in der Klimakonferenz von Paris nur eine Farce ist, sollte jedem von selbst einleuchten.
Wer Kakerlaken* als dumm bezeichnet, sollte also vorsichtig sein, denn die Dummheit des Homo sapiens hat eine kreative Qualität, die weit über das natürliche Maß hinaus geht.

Artikel/Videos
Kurzvideo von Prof. Lesch zum Meeresspiegelanstieg (ZDF)
Meeresspiegelseiten des PIK
Meereis-Portal
Meeresspiegelanstieg doppelt so hoch wie erwartet (Scinexx)
Wenn der Meeresspiegel um 66 Meter ansteigen würde (Die Welt)
Erdrotation verlangsamt sich durch Meeresspiegelanstieg? (Deutschlandfunk)
Kosten des Klimawandels (Bundeszentrale f. politische Bildung)
Meeresspiegelanstieg in den Tropischen Inselstaaten (Wiki Bildungsserver)
Grönland: Jedes Jahr 5 Bodenseen ...
Schwindendes Eis in der Arktis (FAZ)
Folgen der globalen Erwärmung in der Arktis (Wikipedia)
Langzeit-Trends in der Arktis (Top-Gastbeitrag von Prof. Lars Kaleschke auf Prof. Rahmstorfs Blog)
Negativrekord am Südpol - Das Antarktikeis schmilzt schneller als erwartet (FAZ)
Antarktis-Eis könnte schneller als erwartet schrumpfen (Spiegel)
Verzweifelter Versuch der Schweiz, Gletscher im Sommer zu retten (N-TV)





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