Die Methangefahr aus dem Permafrost wurde nun bestätigt

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Das untersuchte Mackenzie-Delta in Nordkanada mit deutlich erkennbaren polygonalen Eisstrukturen, © Adam Jones auf flickr.com, Lizenz: CC BY-SA 2.0.
Das untersuchte Mackenzie-Delta in Nordkanada mit deutlich erkennbaren polygonalen Eisstrukturen, © Adam Jones auf flickr.com, Lizenz: CC BY-SA 2.0.

Kaltwetter.de hatte vor einiger Zeit die radikale These vorgestellt, dass die Massenemission von Methan insbesondere in den Permafrostgebieten Sibiriens eine klimatische Apokalypse auslösen könnte: Apokalypse durch Methan im Permafrost von Sibirien?

Im Gegensatz zu den auf geologischen Zeitskalen stattfindenden natürlichen Klimaveränderungen läuft der anthropogene Klimawandel, der in erster Linie auf einer Erhöhung der Kohlenstoffdioxid-Konzentration beruht, in extrem kurzer Zeit ab. Neueren Studien zufolge vollzieht sich die gegenwärtig zu beobachtende Erwärmung rascher als alle bekannten Erwärmungsphasen der letzten 66 Millionen Jahre. Die globale Erwärmung von der letzten Eiszeit zur heutigen Warmzeit war eine Erwärmung um etwa ein Grad pro 1000 Jahre. Die Erhöhung der Konzentration aller Treibhausgase in den letzten 100 Jahren führte zu einem Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur um ca. 0,85 K.
Wikipedia

Auch jenseits der radikal interpretierten Folgen könnte selbst bei einer gemäßigten Freisetzung des Methans im tauenden Permafrost durch Rückkopplungseffekte eine weitere Beschleunigung des ohnehin schnellsten Treibhauseffektes seit mindestens 66 Millionen Jahren gefährliche Folgen haben.

Allerdings wurden bisher lediglich großflächig über Satelliten Methanemissionen nachgewiesen und zudem auch nicht auf Bodenniveau.

Die riesigen Löcher in Sibirien, die sich als Folgen der Explosion von instabilem Methanhydrat herausgestellt haben, waren die einzigen Hinweise für eine brisante Entwicklung im Permafrost der Arktis.

Nun hat jedoch ein Forscherteam gründlich die Arktis unter die Lupe genommen und die Methanemissionen am Boden im Permafrost der Arktis nachgewiesen – allerdings nicht in Sibirien, sondern in der zweiten großen Methanregion der Arktis, in Nordkanada.

 

Fossiles Gas wird frei

Die deutsch-/amerikanische Forschergruppe (beteiligt waren auf deutscher Seite das Deutsche GeoForschungsZentrums GFZ des Alfred-Wegener-Instituts und das Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung AWI) überflog mit Flugzeugen die Region des Mackenzie-Deltas und nahm detaillierte Messungen vor. Die Auflösung der Rasterung war mit 100 mal 100 Metern hochauflösend und bietet detaillierte Daten und somit eine grundsolide Beweislage.

Bilder aus der Veröffentlichung: Die roten Stellen zeigen bedenkliche "Hotspots", wo große Mengen Methan emittiert werden. © Kohnert et. al., Strong geologic methane emissions from discontinuous terrestrial permafrost in the Mackenzie Delta, Canada, in: Scientific Reports 7, Article number: 5828 (2017), doi:10.1038/s41598-017-05783-2.

Die mit Hilfe der Daten erstellten Karten zeigen genau an den Stellen eine Freisetzung von Methan, an denen der Permafrostboden auftaut und instabil wird. Es handelt sich dabei nicht um Methanproduktion von Mikroben, das ebenfalls zu einem klimatischen Problem in den immer wärmeren Regionen der Arktis wird. Sondern das freiwerdende Gas ist geologisch gespeichertes, teilweise Millionen Jahre altes (fossiles) Gas, das erst durch das Treibhausgasselbstvernichtungsexperiment der Menschheit wieder frei wird.

Die Hotspots zeigen die Gefahr allein in den Zahlen: Sie machen nur etwa 1% der Fläche des untersuchten 10.000 Quadratkilometer umfassenden Mackenzie-Deltas aus, tragen aber zu 17% der Gesamtmenge emittierten Methans der Region bei.

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Die Voraussetzungen für einen Rückkopplungseffekt sind belegt

Die Forscher schlussfolgern aus den Daten, dass die Voraussetzungen für einen gefährlichen Rückkkopplungseffekt, also einen klimatischen Kipppunkt, gegeben sind. Dieser basiert auf dem Umstand, dass die klimatische Katastrophe bereits einen Stand erreicht hat, der selbst ohne menschliche Einflussnahme selbsterhaltend und selbststeigernd ist. Durch die immer höheren Temperaturen taut der Permafrostboden auf und setzt mehr Methan frei. Dieses wiederum führt zu einer weiteren Erwärmung durch Steigerung des Treibhauseffektes und damit erneut zu einer größeren Permafrostschmelze.

Die Methanwerte in der Messung bei Mauna Loa (erfolgen global mit 3-monatiger Verzögerung) steigen zwar, aber weisen keine Massenemission von Methan bisher aus. © NOAA.
Die Methanwerte in der Messung bei Mauna Loa (erfolgen global mit 3-monatiger Verzögerung) steigen zwar, aber weisen keine Massenemission von Methan bisher aus. © NOAA.

Diese Art von Kreislauf findet sich nicht nur beim Thema Permafrost und Methan, sondern nahezu in allen Bereichen der klimatischen Entwicklung. Aus diesem Grunde bestätigen sich die Annahmen von Kaltwetter.de überdeutlich, dass die Folgen und die Geschwindigkeit des „Klimawandels“, der eben keinen natürlichen Klimawandel, sondern eine globale Katastrophe darstellt, exponentiell unterschätzt werden.
Wie weit diese Unterschätzung geht, weiß derzeit niemand. Die möglichen Folgen reichen von einem Extrem einer globalen Apokalypse bereits im Jahr 2030 bis hin zu einer „nur“ Verzögerung einer untergehenden Welt bis etwa zum Jahr 2150.

Immerhin eine beruhigende Nachricht ist nach wie vor: Die Messung des globalen Methans auf Mauna Loa bezeugt derzeit keine Massenemissionen von Methan, die erforderlich wären, um eine Zeitrafferapokalypse auszulösen. Im Gegenteil: Die Zunahme des Methans schwächt sich aktuell sogar ab. Woran das liegen könnte ist noch ungeklärt, hat aber gewiss mit dem Methanabbauzyklus zu tun. Hier ist von Vorteil, dass Methan im Gegensatz zu Kohlenstoffdioxid sehr schnell abgebaut wird. Letztlich aber steigt das Methan ebenso wie alle anderen Treibhausgase nach wie vor an statt abzusinken.

Das Versagen der Wissenschaft in Bezug auf die Klimakatastrophe: Stete Nachbesserung der Prognosen stets nur Richtung Katastrophe sind ein Beleg für falsche Einschätzungen und dass die Klimakatastrophe für die Arbeit der Wissenschaftler viel zu schnell abläuft.
Das Versagen der Wissenschaft in Bezug auf die Klimakatastrophe: Stete Nachbesserung der Prognosen stets nur Richtung Katastrophe sind ein Beleg für falsche Einschätzungen und dass die Klimakatastrophe für die Arbeit der Wissenschaftler viel zu schnell abläuft.

Früher konnten Klimaskeptiker wie EIKE, die mit Halbwahrheiten und Lügen die bedrohliche Lage der Menschheit für eigene materielle Interessen ausnutzen wollen, darauf verweisen, dass die Rückkopplungseffekte nicht belegt sind.

Indem die Rückkopplungseffekte nun wie in Nordkanada mühsam belegt werden, können die gewonnenen Erkenntnisse auch Eingang in die Wissenschaft finden und damit die klimatischen Zukunftsprognosen angepasst werden. Leider wird es nur eine Anpassung sein und die realen Horrorszenarien nach wie vor nicht korrekt abbilden, da die Menschheit weiterhin untätig bleibt und lieber darüber streitet, ob ein „Klimawandel“ stattfindet, während die ersten (zarten!) Folgen bereits die gesamte Welt in Aufruhr versetzen.

Artikel
• Originalstudie: Kohnert et al., Strong geologic methane emissions from discontinous terrestrial permafrost in the Mackenzie Delta, Canada. Nature Scientific Reports 7, 5828. DOI: 10.1038/s41598-017-05783-2.
• GeoHorizon: Tauender Permafrost setzt altes Treibhausgas frei.




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