Sonnenflecken und ihre Bedeutung

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Sonnenflecken auf der Sonne am 21. Februar 2013, Quelle: NASA.
Sonnenflecken auf der Sonne am 21. Februar 2013, Quelle: NASA.

Unser Stern, die Sonne*, ist eine Kernfusionsmaschine, die von Menschen zumeist missverstanden wird. Angebetet als Lebensspender, Lebenssinnspender und Quelle von Hautbräune, Symbol für Urlaub und Fröhlichkeit - die Aufzählung überpositiver Eigenschaften ließe sich endlos fortsetzen.

Tatsächlich aber ist sie eine inflationär unterschätzte Gefahr, denn die physikalische Kernfusion erzeugt im Unterschied zur oft damit verwechselten Kernspaltung unfassbare Energiemengen und eine UV-Strahlung, die für Leben grundsätzlich tödlich ist. Lediglich die Atmosphäre der Erde schützt uns vor der gefährlichen Strahlung, die jedoch immer noch so hoch ist, dass mehr als 20 Minuten Sonne* am Tag zu genetischen Hautschäden führen, die irreparabel sind und sich im Laufe der Zeit akkumulieren (zukünftig werden sich einige neue Artikel auf dieser Webseite mit der völlig unterschätzten Hautkrebsgefahr beschäftigen).

Darüber hinaus bedeutet die Nähe der Sonne* für uns, dass wir ihren "Launen" stark unterworfen sind. Eine Strahlungserhöhung der Sonne* hat eindeutig Auswirkungen auf das Klima* der Erde, so weit sind sich alle Wissenschaftler einig. Wie hoch der Einfluss der Sonne* im Vergleich zu anderen Faktoren auf unser Klima* jedoch ist, darüber besteht ein hohes Maß an Ungewissheit.

Ohne richtig gute Sonnenbrille ist man manchmal erblindet! Sie sehen nichts? Dann: Hinweis.

Was sind Sonnenflecken?

Sonnenflecken entstehen durch das Magnetfeld der Sonne. Wenn Magnetfeldlinien sich aus der Photosphäre, der Oberfläche der Sonne, in den Weltraum hinein erstrecken, kühlt sich die Umgebung der Photosphäre rund um die Austrittstelle ab. Durch diese Abkühlung erscheint die Region dunkler als die heißere Umgebung und wird von uns als "Flecken" wahrgenommen.

Nahaufnahme eines Sonnenflecks, Big Bear Solar Obervatory, Kalifornien, USA

Sonnenflecken haben die Tendenz, zunächst einzeln aufzutreten, um dann weitere Gruppen zu bilden, bevor sie wieder verschwinden.
Forscher haben versucht, das periodische Auftreten der Sonnenflecken in "Zyklen" zu erklären. Der "Schwabe-Zyklus" ist dabei der bekannteste und beschreibt einen Zyklus des Auftretens von Sonnenflecken, der ähnlich einer Sinuskurve verläuft und einen durchschnittlichen Zeitraum von 11 Jahren aufweist.

Es gibt daneben noch weitere Zyklen, von 22 bis hin zu 1470 Jahren, die allesamt miteinander korrelieren, so dass eine genaue Vorhersage, wie sich die Sonne in der Zukunft verhält, zu einer mehr als nur komplizierten Angelegenheit wird. Bei gegebener Zeit werde ich dazu weitere Artikel verfassen, da wir uns derzeit auch in einem sehr interessanten Bereich des 24. Sonnenzyklus befinden.

Welche Auswirkungen haben Sonnenflecken?

Warum solch ein Aufheben um ein paar Sonnenflecken, die unappetitliche Ähnlichkeit mit Leberflecken haben, fragen Sie?

In dieser Hinsicht muss ich Sie leider enttäuschen, denn was so unscheinbar aussieht, hat große Bedeutung für unseren Planeten. Sonnenflecken, insbesondere wenn sie in Gruppen auftreten, sind die Ursache für sog. "Flares" - gewaltige Koronale Massenauswürfe der Sonne, auch Sonnensturm genannt.

Von der Sonne geht ein Plasmastrom in alle Richtungen aus, der von der Erde mittels des eigenen Magnetfeldes abgelenkt wird.

Darstellung des Sonnenwindes.
Darstellung des Sonnenwindes.

Ein Sonnensturm, also ein gewaltiger Koronaler Massenauswurf in Form von Flares kann solch eine Kraft entfalten, dass er den magnetischen "Schutzschild" der Erde durchdringen und sämtliche Elektronik auf dem Planeten ausfallen lassen kann. Aus Sicht der Erde wird dies als ein Magnetsturm bezeichnet und es wird geschätzt, dass er etwa alle 500 Jahre stattfindet. Der letzte bekannte, äußerst gefährliche Magnetsturm dieser Art fand 1859 statt (sog. "Carrington-Event") und führte neben Blitzen in Stromleitungen zu Polarlichterscheinungen, die sogar in Rom sichtbar wurden.

Erst kürzlich wurde bekannt, dass im Jahre 2012 ein gewaltiger Sonnensturm die Erde nur knapp verfehlte - damit er die Erde trifft, muss die Auswurfrichtung des Flares natürlich in Richtung der Erde erfolgen. Während der Tenor in der Presse naturgemäß dramatisch wirkt wie etwa im Spiegel, beruhigt die NASA, dass man auf der Erde bei solch extremen Sonnenstürmen dank einer Überwachung rund um die Uhr gewappnet sei:

Auswirkungen auf unser irdisches Klima - Pro und Contra

Die Frage, insbesondere in unserer Epoche des vielzitierten Klimawandels oder der "Klimakatastrophe", lautet, ob die Sonnenaktivität in Form von einer hohen Anzahl Sonnenflecken und daraus resultierenden Sonnenstürmen, eine Auswirkung auf unser Klima* hat.

Wie nicht anders zu erwarten, gibt es hierzu widersprüchliche Aussagen und Daten. Während Klimawandelbefürworter tendentiell den Einfluss der Sonne abwiegeln und den Menschen für die Erwärmung verantwortlich zeichnen, behaupten Klimawandelgegner, dass allein die Sonne Ursache unserer planetaren Erwärmung ist.

Wo inmitten eines Kampfes um Forschungsgelder und angesichts einer immer weniger unabhängigen Wissenschaft, esoterischen Verschwörungstheoretikern, zumeist amerikanischen Klimawandelleugnern in der Tradition der Kreationisten  und naturgemäß unhörbar verhallenden seriösen Quellen die Wahrheit liegt, ist von außen nicht zu eruieren.

Betrachten wir zunächst die Aktivität der Sonne bezüglich der Sonnenflecken über die vergangenen Jahrhunderte, anhand der C14-Radiokarbonmethode:

Graphische Darstellung der Sonnenaktivität nach Daten der C14-Radiokarbonmessungen; Public Domain, Originale Quelle: <a target="_blank" href="http://pubs.usgs.gov/fs/fs-0095-00/">http://pubs.usgs.gov/fs/fs-0095-00/</a>.
Graphische Darstellung der Sonnenaktivität nach Daten der C14-Radiokarbonmessungen; Public Domain, Originale Quelle: http://pubs.usgs.gov/fs/fs-0095-00/.

Die dargestellte Sonnenaktivität wird hier nach einer Methode berechnet, bei der Kohlenstoff mit 14 Atomen herangezogen wird. Die kosmische Strahlung erzeugt aus dem Stickstoff in unserer Atmosphäre dieses seltene C14-Isotop. Bei starker Sonnenaktivität führt das veränderte Magnetfeld der Erde allerdings zu einem Absinken der kosmischen Strahlung, woraus sich die Regel ergibt, dass je weniger C14 gemessen wird, desto aktiver die Sonne ist. Aus diesem Grund ist die Skala auf der y-Achse auch umgedreht und der negativste Wert ist dem höchsten Stand der Sonnenaktivität zugeordnet.

Man erkennt, dass wir uns in einem einmaligen Maxmimum ("modernes Maximum") befinden. Die Forscher sind sich weltweit in der herrschenden Meinung einig, dass uns ein rapides Absinken bevorsteht und die Sonne wieder in eine weniger aktive Phase zurückfallen wird.

ABER: Andere Forscher haben auf Grundlage anderer Daten einen anderen Aktivitätsverlauf der Sonne eruiert, nach dem sich die Sonne gar nicht in einem Maximum nach dem o.g. Schema befindet (in dieser Grafik darf man allerdings auch nur aufgrund der größeren Skala die Spanne von unserer Gegenwart bis 1000 Jahre vor unserer Zeit betrachten. Mit anderen Worten: Das "moderne Maximum" ist auf größeren Zeitskalen von tausenden Jahren gar kein Maximum mehr, sondern ein Minimum). Umgekehrt sehen die Forscher gegenwärtig auch hier die Sonne in einem Stadium abnehmender Aktivität und ordnen den Einfluss der Sonne auf das Klima* in Konkurrenz mit vom Menschen verursachten Treibhausgas-Emissionen weit höher ein.

Vergleich Temperatur und Sonnenflecken; Wikimedia Commons; Lizenz: <a target="_blank" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Temp-sunspot-co2.svg">Leland McInnes auf Wikimedia Commons</a>, Lizenz: <a target="_blank" href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/">CC BY SA 3.0</a>.
Vergleich Temperatur und Sonnenflecken; Wikimedia Commons; Lizenz: Leland McInnes auf Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY SA 3.0.

Um die Verwirrung komplett zu machen: Lange Zeit galt die unumstrittene Regel, dass die menschenverursachten Treibhausgase über 90% der globalen Erwärmung ausmachen und der Einfluss der Sonne lediglich geringfügig sei - dargestellt in diesem Bild:

Einflussfaktoren auf das globale Klima; Robert A. Rohde/ Globales Erwärmungswerk globalwarmingart.com
Einflussfaktoren auf das globale Klima*; Robert A. Rohde/ Globales Erwärmungswerk globalwarmingart.com.

Diese Theorie ist mittlerweile stark ins Wanken geraten, so dass sich der unbeteiligte Beobachter der Forschungsdiskussionen unweigerlich fragen muss: Wo liegt die Wahrheit? Wer manipuliert die Wissenschaft aus Geldgründen und aus wirtschaftlichen Interessen? Und wie gerät man als Reaktion auf diese Vermutung NICHT in Gefahr, auf den Zug esoterischer Klimawandelleugner aufzuspringen und Verschwörungstheorien nachzuplappern, die jeglichem Sinn entbehren?

Derzeit kann niemand wirklich mit Sicherheit behaupten, ob und warum der Klimawandel gestoppt hat und welchen Einfluss die Sonne bzw. die Sonnenflecken dabei aufweisen. Insofern gilt auch hier der alte, weise Philosophenspruch "Ich weiß, dass ich nichts weiß". Daraus ergibt sich jedoch nicht die Geisteshaltung eines phlegmatischen Abwartens, sondern im Gegenteil des Sammelns weiterer Informationen, um zur Wahrheit zu gelangen. Diesem Motto werde ich die künftigen Jahre auf dieser Webseite folgen.

Wie sieht der derzeitige Stand des Sonnenfleckenzyklus der Sonne aus?

Gehen wir doch einmal davon aus, dass die Sonnenflecken eine nicht unbedeutende Wirkung auf unser Klima haben. Dann stellt sich die Frage, wie der Verlauf der jüngsten Sonnenfleckenzyklen aussieht und was für die Zukunft zu erwarten ist.
Die Sonnenflecken folgen wie oben erwähnt einem durchschnittlich elfjährigen Zyklus, bei dem die Anzahl der beobachteten Sonnenflecken ähnlich einer Sinuskurve regelmäßig aufsteigt und absinkt. Das jeweilige Maximum des einzelnen, durchnummerierten Zyklus wird jedoch von Zyklen beeinflusst, die den elfjährigen Zyklus überlagern und weit größere Zeitskalen umfassen.

Derzeit haben wir das Maximum des 24. Sonnenzyklus hinter uns gelassen und werden uns die kommenden Jahre immer mehr dem Zyklustal nähern, wie folgendes Darstellung der NASA zeigt:

Graphische Darstellung der Sonnenfleckenanzahl innerhalb des aktuellen Sonnenfleckenzyklus 24.
Graphische Darstellung der Sonnenfleckenanzahl innerhalb des aktuellen Sonnenfleckenzyklus 24.

Ob sich dieses Sonnenfleckenminimum auf unser Klima auswirkt und wenn ja, in welchem Ausmaß, ist wie gesagt völlig strittig. Während einige annehmen, es werde keinerlei Auswirkungen geben, sprechen andere von moderaten Auswirkungen wie kühleren Sommern und etwas kälteren Wintern und wieder andere kündigen großspurig eine "kleine Eiszeit" an wie sie letztmalig etwa 1570-1715 während des Maunder-Minimums auftrat.

Ich halte derzeit eine spürbare Auswirkung für wahrscheinlich, zumal die Vorraussagen für den kommenden Sonnenfleckenzyklus 25 ein geradezu revolutionäres Abbrechen der Sonnenflecken zeigen, wie es auch vor bereits 300 Jahren beobachtet worden ist. Eine "kleine Eiszeit" ist jedoch unwahrscheinlich, vielmehr wird sich das Sonnenfleckenminimum auf ein höheres Niveau einpendeln - vergessen wir nicht, dass wir nach Ansicht der meisten Forscher uns in einem gewaltigen Maximum befinden (siehe Grafik oben, "modernes Maximum").

Fazit

Sonnenflecken und ihre Auswirkungen haben eine Bedeutung für unser Klima, soweit ist man sich einig. Alles andere jedoch befindet sich derzeit in einem wilden Argumentationsstrudel aus Klimawandel-Leugnern, Klimawandel-Befürwortern, gemäßigten wie radikalen Wortführern, Einflüssen von Industrie und Politik und nicht zuletzt den verzerrenden Beeinflussungen durch eine Menge an Forschungsgelder und Interessen.
Die Zukunftsvoraussagen reichen von einer ungebremsten, galoppierenden Klimakatastrophe, die innerhalb von 50 Jahren die Welt untergehen lässt bis hin zu einer neuen Eiszeit, die die Klimakatastrophe um 180 Grad umkehrt.

Ich halte eine geringfügige Abkühlung für wahrscheinlich - auch der letzte gute Winter 2010 lag bekanntlich am Tiefpunkt des 24. Zyklus. Letztlich muss man die Entwicklung abwarten, ob der 24. Zyklus nicht doch noch eine überraschende, unerfreuliche Steigerung erfährt (das gibt es zeitweise schon einmal) und wie die aktuellen Voraussagen für den derzeit spektakulär niedrigen 25. Zyklus seitens seriöser Quellen sich in Zukunft darstellen. Wir werden hier auf dieser Website regelmäßig darüber berichten.
Ich hoffe für alle Kältefreunde und Hitze- und Sommergegner, dass wir nach all den schweren Jahren seit 1970 von der Natur doch einmal mit 20 Jahren kühlen Sommern und guten Wintern auch im Flachland belohnt werden. 🙂




Haben Sie Informationen, Erkenntnisse oder Gefühle beim Lesen mitgenommen? Dann würde ich mich nach dem Nehmen über ein Geben sehr freuen. Danke!