Unwetter: Tote durch Hitze-Katastrophen werden ignoriert

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Die immer weiter steigende Anzahl der Hitzetoten wird in der Gesellschaft beschämenderweise verschwiegen.

Der Starkregen in Münster und die Reaktion der Gesellschaft

Das jüngste Unwetterereignis in Münster/NRW, bei dem es zu massivem Starkregen und weitläufigen Überschwemmungen kam, löste eine Hysterie in den Medien aus. Es wurde von Sintflut gesprochen, von einer Katastrophe und das bisher einzige Opfer - ein in seiner Wohnung ertrunkener Mensch - wurde sogar vom Bürgermeister öffentlich bedauert.

... und was ist mit Opfern durch Hitze?

Opfer, die Hitzewellen, wie wir sie soeben einmal mehr erleben, fordert, werden konsequent ignoriert. Dabei liegen die Zahlen so deutlich höher, dass sich einem die Wahrheit nicht subtil nähern muss, sondern vielmehr direkt ins Gesicht schlägt:

• Todesopfer infolge bedeutender Hitze- und Kältewellen weltweit bis 2014 | Statistik.

Deutlicher wird das sogar noch, wenn man die Opfer mit anderen Unwettern in Deutschland vergleicht:

• Todesopfer infolge bedeutender Naturkatastrophen in Deutschland bis 2014 | Statistik.

Die Opfer sterben vielfach leise und unbemerkt durch Dehydrierung oder Kreislaufzusammenbruch infolge der Überhitzung des Körpers und es trifft nicht ausschließlich ältere Menschen, wie oft zu lesen ist. Auch in der derzeitigen Wetterlage* mit Regen und Gewittern ist die Sterberate leider aufgrund der massiven Kreislaufbelastung sehr hoch.

Die Gründe für das Ignorieren von Toten infolge von Hitze

Um eines vorweg klarzustellen: Natürlich ist jedes einzelne Menschenleben ein Verlust und das ist nicht nur ein Zugeständnis an einen ethischen Kodex, sondern eine Tragödie - denn jedes Menschenleben, das endet, beraubt die Welt um ein ganzes Universum aus Gefühlen, Erinnerungen, Ideen und erzeugt bei den Angehörigen unendliches Leid.

In Zukunft wird unnatürliche Hitze in Sommern deutlich zunehmen! © Guian Bolisey auf flickr.com, Lizenz: CC BY-SA 2.0.
In Zukunft wird unnatürliche Hitze in Sommern deutlich zunehmen! © Guian Bolisey auf flickr.com, Lizenz: CC BY-SA 2.0.

Dennoch: Ein Grund für das auffällige Ignorieren von Hitzetoten ist zum einen die leise Art, in der der Tod im Unterschied zu markanten Unwetterereignissen erfolgt. Weitaus bedenklicher erscheint allerdings die meist unreflektierte Ignoranz solcher Sterbefälle, weil sie in eine Welt und Gesellschaft, die seit Jahrzehnten das Anbeten der Sonne*, der (Hitze-)Sommer, künstlicher brauner Hautfarbe (oder sollte ich sagen -fäule?), sog. "Sommer-Fun" und allen Begleiterscheinungen geübt hat bis zum Erbrechen.

Menschen, die durch das Ideal von Hitze, Sommer und Sonne* umkommen, darf es nicht geben und daher werden diese konsequent ausgeblendet. Für alle, die wie ich unter Temperaturen ab 20 Grad leiden, ab 25 Grad Kreislaufprobleme bekommen und für die es ab spätestens 35 Grad lebensgefährlich wird, empfinden sich mehr als nur allein gelassen. Folgt man den Prognosen, dass im Laufe der Klimakatastrophe die Sommer in Deutschland so heiß werden sollen, dass wir 40 Grad angeblich als "kühl*" empfinden, dann warten auf uns Hitzekatastrophen, gegenüber der der Starkregen in Münster vergleichsweise wie eine von allen erflehte Erlösung anmuten wird.

Im Zusammenhang damit hat der Spiegel zu der Hitzekatastrophe, die in den obigen Statistiken an der Spitze steht, einen denkwürdigen Artikel geschrieben, wie konsequent diese Jahrhundertkatastrophe in den Medien und der Gesellschaft auf zynische Weise vergessen werden wollte:

Jahrhundertsommer 2003: Eine der größten Naturkatastrophen Europas - SPIEGEL ONLINE.

Umdenken oder Mainstreamhörigkeit?

Wird sich in Folge der sich fortsetzenden Klimakatastrophe etwas ändern? Die Erfahrung lehrt, dass der Homo sapiens offensichtlich immer erst dann reagiert, wenn die Katastrophe längst erfolgt ist - ganz so, als hätte ihm die Natur das Gehirn nur aus dem einzigen Grunde gegeben, damit er seine Fehler in deutlicher Schärfe und Klarheit sieht, ohne vorher reagieren zu wollen.

Die Masse der Gesellschaft folgt unreflektiert den Werten, die ihnen von Medien, von der Allgemeinheit vorgegeben werden. Erschreckend dabei ist für mich, wie man für eine Ausrichtung der eigenen Vorlieben auf Kälte, Regen und Schnee* oftmals angefeindet wird und sogar für geisteskrank gehalten wird.

Ein Grund mehr, sich gegen die grassierende Intoleranz zu stellen und in ein anderes Horn zu blasen, in der Hoffnung, dass man im Lärm des "Sommerfun" gehört wird, der immer mehr vor dem Hintergrund schmelzender Gletscher und Polkappen, Dürrekatastrophen und steigender Meeresspiegel die Ausmaße eines hysterischen Totentanzes annimmt.




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