Wandern bei Kaltwetter: 7 Regeln, wie man es richtig macht!

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Richtiges Wanderverhalten: Freude über Wolken, die die Sonne fressen und Jubel über Regenwunder!
Richtiges Wanderverhalten: Freude über Wolken, die die Sonne fressen und Jubel über Regenwunder!

Schließen Sie die Augen und stellen Sie sich den typischen sofetenverseuchten Prospekt eines x-beliebigen Reisemagazins vor: Eine dämlich grinsende Frau stöckelt mit den berüchtigten Walkinghilfen der zumeist femininen Wanderbehinderten bei blindblauverödetem Himmel und sonnenverseuchtem Netzhautrammenlicht in langen pseudoatmungsaktiven "Thermo"-Hosen bei geschätzten unerträglichen 25 Grad (im Schatten!) Glühlingsherbsthitze durch einen staubtrockenen Dürrewald mit durch ebendiese Dürre bereits im September buntverdorrten Blättern.

Atmen Sie tief ein und aus. Und dann treten sie dieser Sofetin in Gedanken die Idiotenstöcke weg und fragen sie, ob's denn schön ist im baumsterbenden Dürrewald bei mordendem "Schönwetter", bis sie Reißaus nimmt vor zeitloser Wahrheit und heiligem Zorn 😉

Ohne richtig gute Sonnenbrille ist man manchmal erblindet! Sie sehen nichts? Dann: Hinweis.

Regel 1: Niemals bei Sonne wandern!

Da die Masse der deutschen Bevölkerung nach 7 Jahrzehnten Selbstkonditionierung zum professionellen Hitzeperversen mit maximaler Neurose gegenüber lebenspendendem Regen, erfrischender Kühle und schattenspendenden Wolken die Grundregeln der Ästhetik verlernt hat, zunächst einige grundlegende Hinweise, wo in einer globalen treibhausgasbefeuerten Klimakatastrophe die objektiv anzustrebenden Werte und Ziele liegen!

Die kluge Abwehrreaktion dieser Dame lässt vermuten, dass ihr IQ weit über 100 liegt. Der Entschluss steht: Der Tag ist zum Wandern denkbar ungeeignet!
Die kluge Abwehrreaktion dieser Dame lässt vermuten, dass ihr IQ weit über 100 liegt. Der Entschluss steht: Der Tag ist zum Wandern denkbar ungeeignet!

Fluchen Sie, wenn morgens bereits der hämisch grinsende Todesstern am Himmel namens Sonne* lodert und ihnen die Netzhaut wegbrennt - rhetorische Hilfen finden Sie hier: Die 16 besten Beschimpfungen für die Sonne.
Denn was bewirkt der Bunsenbrenner am Himmel an einem geplanten Wandertag? Brüllhitze, gesteigerte und völlig unnütze Leistungseinbußen durch die herabbrennende Hitze und die Verwandlung eines eigentlich schönen Wolkenhimmels in eine wolkenfreie blauverseuchte Wüste ohne jeden Hauch von Kontrast und damit dem absoluten Fehlen jeglicher Ästhetik, mit der Augen und Geist spielen könnten.

Im dichten Wald ist zwar ein solcher Tag durchaus notfalls noch im Schattenwandeln zu gebrauchen, aber welcher Wanderweg führt dann nicht doch irgendwo aufs freie Feld hinaus, wo man dann vor allem unter den Wüstenbedingungen des Treibhausgashalbjahres April - September sich vorkommt wie in den Händen eines Folterknechts mit glühenden Zangen, die uns das Fleisch von den Knochen brennen und unbemerkt mit UV-Strahlung die Hautalterung mit Warp 10 beschleunigen - oder dachten Sie, dass Sofeten mit 50 so derangiert aussehen wie andere mit 90, weil das mit dem IQ unter 100 zu tun hat? Keine schlechte Hypothese, aber letztlich ein Fehlschluss.

Wenn Sie von der gelben Himmelspest beim Wandern überrascht werden, dann lassen Sie ruhig ihren Gefühlen freien Lauf und zeigen unter Flüchen dem Sofetengötzen den Mittelfinger! Eigenes Bild bei Limburg an der Lahn, Januar 2020, © Kaltwetter.de.
Wenn Sie von der gelben Himmelspest beim Wandern überrascht werden, dann lassen Sie ruhig ihren Gefühlen freien Lauf und zeigen unter Flüchen dem Sofetengötzen den Mittelfinger! Eigenes Bild bei Limburg an der Lahn, Januar 2020, © Kaltwetter.de.

Es bleibt somit die absolute, eherne Regel: Nie, nie, nie bei Sonne* wandern! Wählen Sie mit Bedacht die Wolkentage mit kühlem Atlantikwetter aus. Ergötzen Sie sich an den Wolkendramaturgien wie in einem göttlichen Schauspiel wechselnder Kulissen voller Vielfalt und epischen Anblicken! Planen Sie Regenwanderungen in passendem Outfit (dazu gleich mehr)!

Und noch einmal: Meiden Sie die Sonne*! Immer! Ihre Haut wird es Ihnen danken und sie werden nicht im Zeitraffer altern. Ihre Seele wird aufseufzen, wenn sie mit heterogenen Ästhetizismen kostbar seltener Regen- und Wolkenmomente und noch seltenerer Kühle bedacht wird. Und ihr Verstand (so sie denn in der Lage waren, ihr Gehirn zu aktivieren und mit Wissenslust Kunst, Geschichte und Philosophie reflektiert aufgesaugt haben, dass Ihr Intellekt den RTL-Dummplaneten verlassen hat und einige Weltbilder weiter zu den Sternen aufgebrochen ist) wird vor Verzücken in Tränen ausbrechen!

Antivorbild: So wie dieser aus der göttlichen Kühle des Waldes zum Sonnengötzen fliehende Sofet macht man es NICHT!
Antivorbild: So wie dieser aus der göttlichen Kühle des Waldes zum Sonnengötzen fliehende Sofet macht man es NICHT!

Regel 2: Nutzen Sie kühle Regentage aus

Während Sofeten lebensmordende Dürre und unerträgliche Brüllhitze als "Schönwetter" feiern als wären klimatische Konzentrationslager Horte von lebenserfüllten Frieden und kühlender Freiheit, wissen Sie es besser: Von 365 Tagen im Jahr bestehen mittlerweile 250-300 Tage aus Sonne* und/oder Hitze. Regentage zu finden gelingt folglich nur noch mit dem Elektronenrastermikroskop eines intelligenten Geistes! Einfach die Tür aufzureißen und auf gut Glück hinauszurennen, endet mit Sicherheit im Glühlingstod der Klimakatastrophe.

Gottlob gibt es mittlerweile neben den Fakewetterportalen mit Fantasiewerten wie Wetteronline für sofetische Deppenzielgruppen auch davon extrem zu unterscheidende hochseriöse Anbieter wie Kachelmannwetter.com mit der überragenden detaillierten 2-Tagesprognose und 14-Tagen-Prognose auf einer Seite.
Dort sind mittels den stündlichen Niederschlagsbalken Outdooraktivitäten im Regen perfekt planbar!

Bereit für Gewitter und Regen? Sie sehen nichts? Dann: Hinweis.

Lassen Sie den im wahrsten Sinne des Wortes hirnverbrannten Sofeten ihre himmelschreienden Sonnenpornoportale mit Angaben, wo und wann genau die Plasmahure ihre Photonenbrunst verbreitet - denn dann haben Sie bei köstlichstem Regenwetter das Gebiet für sich allein, während Sofeten sich bibbernd an ihre gepimpte Uranheizung ketten.

Wenn Regen und Natur sich treffen, wird Magie sicht- und fühlbar! Eigenes Bild, Mai 2019 im Westerwald auf dem Weg zum "Ewigen Eis" in Dornburg. © Kaltwetter.de.
Wenn Regen und Natur sich treffen, wird Magie sicht- und fühlbar! Eigenes Bild, Mai 2019 im Westerwald auf dem Weg zum "Ewigen Eis" in Dornburg. © Kaltwetter.de.

Wenn Sie dann in der Natur oder auch in der Stadt die Regenatmosphäre genießen, dann lauschen Sie auf den köstlichen Klang des Regens, mal als Chorrauschen, mal als Regentropfensolo. Spüren Sie, wie die Luftfeuchtigkeit ihre Lungen erfrischt und ihre Haut im Gegensatz zu braunledrigen Parodieentsprechungen von Sofeten jünger werden lässt. Bestaunen Sie, wie das heilige Mysterium namens Wasser die Blätter wie Spiegel glänzen lässt, in denen sie die Glückseligkeit erkennen. Springen Sie in Pfützen mit der gleichen Begeisterung wie das Kind, das noch unschuldig und authentisch handelnd in Ihnen wohnt, denn Zeit ist nur eine Illusion. Bemerken Sie die konzentrischen Kreise der Unendlichkeit in den Pfützen, wenn Tropfen sie treffen? Es sind Darstellungen des gütigen Gottes, der im Zentrum der Kreise sitzt und beobachtet, wie wir Menschen auf den analog voranschreitenden Wellen der Zeit existieren - darunter Sofeten als amöbenähnliche Abart des Homo sapiens namens Homo sofensis.

Fallen Sie vor Dankbarkeit und Demut auf die Knie, wenn es nach dem Regen zu Nebel kommt - der Königsklasse der Ästhetik, welcher als einziges Kriterium neben Schnee* die Fähigkeit besitzt, wie durch Magie selbst die hässlichste Umgebung zu veredeln und zu verzaubern, damit der Geist kreativ mit Formen, Ahnungen und Andeutungen spielen kann in der zeitlosen Schönheit des Düsteren, die so unendlich größer und auch tiefer ist als der banale, viel zu offensichtliche Farbentand des Tages wie eine überschminkte, sich jedem anbiedernde Hure!

Sie hat es verstanden: Regen ist sexy!
Sie hat es verstanden: Regen ist sexy!

In einigen Jahren, wenn die Klimakatastrophe zur Apokalypse wird, erfolgt ohnehin der Paradigmenwechsel der Mentalitäten, sobald Menschen, nein, Sofeten begreifen, dass sie ihr ganzes vergeudetes Pseudoleben falschen Götzen hinterhergerannt sind und die offensichtlichen Heiligkeiten plötzlich sichtbar werden, wenn Mitsofeten im Hitzeschlaganfall sterben, durch Hautkrebs verscheiden, beim Ozonradfahren umkippen und das Wasser plötzlich nicht mehr in den Rekorddürren wie selbstverständlich aus der Leitung kommt und viele nun ahnen, warum Regen heilig ist und das Kernfusionsmonster Sonne* in einer Treibhausgaswelt ein psychotischer Killer geworden ist.
Dann können Sie immerhin sagen, dass Sie es schon immer gewusst haben - auch wenn das eigentlich keine intellektuelle Glanzleistung, sondern eine Selbstverständlichkeit und normaler (nichtsofetischer) Menschenverstand ist!

Nebel. Ist. Heilig. Immer! Eigenes Bild, Taunus, Januar 2019, © Kaltwetter.de.
Nebel. Ist. Heilig. Immer! Eigenes Bild, Taunus, Januar 2019, © Kaltwetter.de.

Regel 3: Vermeiden Sie Rudelwandern wie die Pest!

Es gibt viele Menschen, die irrigerweise "Einsamkeit" als negativ konnotieren. Einsamkeit ist das Heiligtum jedes tiefen Geistes, der diesen seltenen Zustand auf einer inflationär überbevölkerten Welt aktiv sucht und seine empfindsame Seele damit zu retten vermag in einer neurotischen Welt, die aus RTL, Eventfetischismus und Sozialzwang bis zum Erbrechen besteht und dessen bedauernswerte Mainstreamzeitgenossen mit Hilfe von Psychiatern tatsächlich lernen müssen, wie man zeitlose Werte und Ideale wie Einsamkeit für die Seele nutzt.

Wandern - das macht man idealerweise alleine. Und zwar, um in der Stille überhaupt aufnahmebereit zu sein für die subtilen Stimmungen, für die leisen Details abseits des Wegesrandes, für das Erwachen der Kreativität an Assoziationen von erblickten Naturwundern durch emotionale Kreuzverbindungen mit Geschichte und Kunst auf Milliarden neuronalen Bahnen, die sonst verweisen und schlaglöcherbeschädigt werden mit der Zeit.
Allenfalls ist eine Wanderung zu zweit noch maximal akzeptabel, wenn Sie nicht einen Wanderbrüllaffen dabei haben, sondern einen subtilen Geist, einen Intimus von Nacht*, Stille und Geistestiefe.

Die blökende Viehherde mit Wanderbehindertenstöcken: Rudelwanderer. Im Grunde nur mit Ohropax* und einer Kategorie 4-Sonnenbrille* zu ertragen. Idealerweise flieht man auf einsame Pfade abseits der Wanderautobahnen.
Die blökende Viehherde mit Wanderbehindertenstöcken: Rudelwanderer. Im Grunde nur mit Ohropax* und einer Kategorie 4-Sonnenbrille* zu ertragen. Idealerweise flieht man auf einsame Pfade abseits der Wanderautobahnen.

Natürlich macht es die Masse der Gestörten heutiger Zeiten genau anders: Wie eine blökende Viehherde trampeln drei, vier Rudelwanderer, ja sogar manches Mal ein dutzend zum Fremdschämen gestylte Pseudowanderer (womöglich mit den Stigmata der geistig Gehbehinderten, sog. "Nordic Walking"-Stöcken) durch die zarte Stille unberührter Natur wie ein knatternder Furz in der dramatischen Pause einer Brecht-Lesung.
Die akustisch im Dezibelbereich startender Düsenjets geäußerten, sich überlagernden Dämlichkeiten inhaltlicher RTL-Kloakenunterhaltungen lassen ganze Wildtierpopulationen Reißaus nehmen und vor das nächste Auto sprinten oder vor die Flinte mordgeiler Jägerpsychopathen.
Ohne einen Mitgefühlsfilter betrachtet handelt es sich bei Rudelwanderern um im Wald umherirrende zum Bersten gefüllte und vergammelte Keramiktoiletten mit Füßen, die sich gegenseitig unter maximaler Lärmentfaltung ihre rhetorischen Fäkalieninhalte in die Schüsseln werfen, und der geistige Zustand entspricht recht genau dem Rauschen der Toilettenspülung.

Es verwundert nicht, dass es mittlerweile auch in diesem Themenbereich "Selbstfindungsberater" oder "Waldbaden-Führer" gibt, die mühsam und durchaus verzweifelt versuchen, dem brüllenden Rudelwanderer wieder Ansätze von stillem Lauschen, Verstehen, Vertiefen und damit eine Vorstufe des Menschseins zu vermitteln - mit eher deprimierenden Erfolgsquoten. Man weiß nicht, ob man in dem Irrsinn heutiger Zeiten lachen oder weinen soll. Sie haben Angst, dass "Walking Dead*" Wirklichkeit wird? Es ist schon längst soweit, denn 70-90% sind bereits zu Zombies mutiert ...

Machen Sie es besser! Vertrauen Sie auf Ihren eigenen Geist und beten Sie, dass er noch nicht in der Sofetenpropagandawelt aus "Schönwetter"-Wüsten unbemerkt ermordet worden ist.
Wenn Sie dann nach einigen Kilometer Wanderung nicht auf "Wanderautobahnen" und touristischen Massenverseuchungspunkten, sondern auf abseitigen Pfaden sich auf einen Felsen setzen, dann schließen Sie die Augen, atmen Sie, fühlen Sie mit dem ganzen Geist und dem ganzen Körper. Sollten Sie plötzlich in sich Kindheitserinnerungen (nichtsofetischer Art) sehen, die Sie Jahrzehnte lang vergessen haben oder spüren Sie Dinge, die Ihnen eine Gänsehaut bescheren, die Sie aber nicht in Worte fassen können, und ertappen Sie sich dabei, wie Sie mit offenem Mund sich selbst und ihr Ego vergessend mit diesem Ort in der Natur verschmelzen, dann gibt es noch Hoffnung für Sie!

Regel 4: Trauen Sie sich, nachts zu wandern!

So wie die Welt von hitzeperversem sofetischem Denken krankhaft verseucht ist, so ist sie auch vom Licht verseucht!

Geborgen im Dunkel, Lichtreflexionen wie Gedankensplitter aus melancholischen Erinnerungen. Eigenes Bild, Mainz (Theodor-Heuss-Brücke), Januar 2020, © Kaltwetter.de.
Geborgen im Dunkel*, Lichtreflexionen wie Gedankensplitter aus melancholischen Erinnerungen. Eigenes Bild, Mainz (Theodor-Heuss-Brücke), Januar 2020, © Kaltwetter.de.

Die Lichtverschmutzung hat unsere Welt in eine künstliche Sonnenvorhölle verwandelt und uns nahezu zombifiziert. Der Nachthimmel ist beinahe blind geworden und verweigert uns den Blick auf die Schönheit der Sterne, die Mysterien des Weltalls und damit auch unserer eigentlichen Heimat, die wir zu oft vergessen und uns deswegen durch die Blaublindheit des Tages in Gewaltirrungen und Banalitäten des Alltags verlieren statt in das Bewusstsein unserer Sterblichkeit und Kleinheit vor der Unendlichkeit des Weltalls, in der unser kleines Juwel, die Erde schwebt, das wir soeben im größten Geoengineeringprojekt aller Zeiten mit Treibhausgasen zerstören.

Die Nacht* ist der Vater des heiligen Nebels und die Mutter der sakrosankten Einsamkeit. Was also liegt näher als vor allem an sonnenverseuchten Tagen die Nacht* als Wanderzeit zu nutzen?

Die Stimmung der Nacht* ist verglichen mit dem ablenkungsonanierenden Tag unendlich tief und mehr als nur anders: Die Nacht* ist die Invertierung des Tages. Und alles, was am Tag uns vom Menschsein abhält - der allgegenwärtige Lärm, das bedeutungslose Geschwätz, die Lichtgrelle die alles aufdringlich-voyeuristisch allzu sichtbar macht - verschwindet wie von selbst in der Nacht.

Die Dunkelheit, die Sterne und der Mond bilden eine völlig andere Kulisse und versetzen die eigene Welt an einen Schauplatz der Endlosigkeit des Weltalls, an dessen Ende wir plötzlich stehen und ganz klein sind. Die Stimmung wird surreal und weckt in uns den Glauben, dass es doch noch Magie auf der Welt gibt, als wären wir noch behütete Kinder. Eigenes Bild, Mainz, Rosengarten, Januar 2020. © Kaltwetter.de.
Die Dunkelheit, die Sterne und der Mond bilden eine völlig andere Kulisse und versetzen die eigene Welt an einen Schauplatz der Endlosigkeit des Weltalls, an dessen Ende wir plötzlich stehen und ganz klein sind. Die Stimmung wird surreal und weckt in uns den Glauben, dass es doch noch Magie auf der Welt gibt, als wären wir noch behütete Kinder. Eigenes Bild, Mainz, Rosengarten, Januar 2020. © Kaltwetter.de.

Selbst die sonst unbedingt zu meidende Stadt (außer an Regentagen, siehe oben) wird durch die Nacht veredelt und die unvermeidlichen Lichter machen die Dunkelheit erst durch den Kontrast deutlicher spürbar.
Doch auch abseits der Stadt, in der Natur kann die Nacht der Seele Wunder vermitteln - vor allem bei Mondlicht in einem Moor oder an einem wilden Küstenstrand, der erst ohne Sofeten, ohne vulgäre halbnackte Leiber und ohne Sonne, ohne Hitze, ohne Menschen ertragbar wird und einen ästhetischen Wert im Plusbereich der nach oben offenen Skala erreicht.

Probieren Sie es aus!
Wandern Sie nachts in den stilleren Außenbezirken einer Stadt und fühlen Sie die samtschwarze Stimmung aus dunklen Mysterien, wo in der Ferne jeder Mensch wie ein Geheimnis wirkt und jede Lichtinsel wie der Garten Eden.
Wagen Sie den nächtlichen Ausflug in ein Moor bei Vollmond und begreifen Sie, wie das fahle Licht, die Stille und das Betrachten der Landschaft gleichsam einen Blick in ihren Seelenkern wirft wie auch einen archetypischen Pars pro toto-Blick in das Universum selbst erzeugt, dessen Teil Sie sind und was Sie nur in diesen Momenten spüren - so wie den ersten Liebeskuss ihres Lebens und wie die lange vergessene Geborgenheit als Baby im Schoss Ihrer Mutter.

Lichtinsel im Rosenpark, Mainz. Laternen sind Zeitmaschinen, die einen in die Kindheit versetzen und warme Erinnerungen aufsteigen lassen. Eigenes Bild, Januar 2020, © Kaltwetter.de.
Lichtinsel im Rosenpark, Mainz. Laternen sind Zeitmaschinen, die einen in die Kindheit versetzen und warme Erinnerungen aufsteigen lassen. Eigenes Bild, Januar 2020, © Kaltwetter.de.

Mehr dazu: Sommerfetischismus in Deutschland und die vergessene Schönheit der Nacht.

Regel 5: Nur heuchlerische Fressidioten "kehren ein"!

Bewusstes Wandern - das bedeutet sich Zeit zu nehmen, zu "entschleunigen", die philosophische Haltung der Achtsamkeit in Beobachtung und Handlung bewusst einzunehmen, sie zu befolgen und so der subtilen emotionalen, ganzheitlichen Wunder teilhaftig zu werden, an denen die meisten Menschen blind vorübergehen.

Das Gegenteil ist die Handlungsprämisse, der die meisten Sofeten und Mainstreamdeppen folgen: Eine ein bis vier Kilometer kurze Heucheltorkelei hinter sich zu bringen, damit man ohne schlechtes Gewissen seinen Wanst in einen spießigen Fresstempel schieben und sich möglichst unsubtil vollfressen kann und damit den niedersten Lustbefriedigungen auf der menschlichen Primitivitätsskala frönt - vollverblödete Sofeten inklusive mainstreamanbiedernde Tourismusquarknasen bezeichnen dieses Verhalten mit dem widerwärtigen Ekelwort "Einkehren".

Typisch deutsche und zum Fremdschämen peinliche Afterpoesie mit rhetorisch debilen Zoten rund ums Saufen. Dass man so etwas im Odenwald findet, ist durchaus kein Zufall ... Eigenes Bild, Burg Rodenstein, November 2018, © Kaltwetter.de.
Typisch deutsche und zum Fremdschämen peinliche Afterpoesie mit rhetorisch debilen Zoten rund ums Saufen. Dass man so etwas im Odenwald findet, ist durchaus kein Zufall ... Eigenes Bild, Burg Rodenstein, November 2018, © Kaltwetter.de.

Essen (und Trinken) ist eine Notwendigkeit und kann durchaus bis zu niederen Grenzen ästhetisiert werden, wird aber grundsätzlich inflationär überschätzt.
Wandern und Essen ist damit grundsätzlich zu trennen - auch wenn ein leises, stilles Mahl nach 10 Kilometern an einem stillen Ort im Wald durchaus wie eine Teilnahme am christlichen Abendmahl wirken kann.
Doch im Grunde ist es so, wie unsere Vorfahren oder auch Kulturen auf der ganzen Welt es intuitiv umsetzen: Für die Wahrnehmung von heiligen Orten ist (temporäre) Enthaltsamkeit äußerst förderlich und es ist im Grunde bereits peinlich, dass man solche grundlegenden Einsichten überhaupt erklären muss heutzutage.

Insbesondere der Deutsche ist da leider ein besonders anfälliger Tölpel. Gemeinhin hält sich das schlimmste sofetische Vakuumhirn für Goethe, weil dieses (hessische!) Genie einsam auf dem Intellektuellenthron in unserer Vergangenheit thront. Und jeder fremdschämpeinliche Kinderreimdichter von als "Kultur" verstandenen Besäufniszoten hält sich für einen legitimen Nachfolger der einsam thronenden Denker- und Dichtergeneration des 18. Jahrhunderts. Doch 99,9% der deutschen Geschichte besteht ganz im Gegenteil aus spießigem, dumpfem Fress- und Saufkulturalismus auf heutigem RTL-Niveau. Bereits der französische Gesandte bei den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden 1648 wusste angesichts der grölenden, biersaufenden Deutschen mit reusenähnlichen Schnurrbärten, von denen das Bratenfett troff zu kommentieren: "Die französische Kultur fängt dort an, wo die deutsche endet ...".

Regel 6: Zeigen Sie nach Süden ausgerichteten Sofetenbänken den Mittelfinger!

Sitzbänke sind dem Kaltwetter-Wanderer so fremd wie einem Sofeten der Winter. Doch es kann einmal vorkommen, wenn der Brutalaufstieg die letzten Kraftreserven gekostet hat, dass man einfach einmal 5 Minuten investieren möchte, um die krampfartig zuckende Lunge wieder zu beruhigen.

Dürre 2018, hier bei Kaarst (NRW) samt die temporäre Apokalypse abstrus genießende Sofeten auf den klassischen Sofetenbänken ohne Schatten in Südausrichtung ... © Mimikry11 auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0, hier: Ausschnitt verwendet.
Dürre 2018, hier bei Kaarst (NRW) samt die temporäre Apokalypse abstrus genießende Sofeten auf den klassischen Sofetenbänken ohne Schatten in Südausrichtung ... © Mimikry11 auf commons.wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 3.0, hier: Ausschnitt verwendet.

Dummerweise finden sich auf Nordhängen keine Bänke, dafür auf Südhängen alle 5 Meter eine. Warum ist das so?
Sie ahnen es schon: Im Land der Hitzeperversen wurde natürlich jede Bank so platziert, dass sie auf die Kernfusionsbombe am Himmel ausgerichtet ist. Dazu findet sich nicht selten ein Baumstumpf, da der böse Schatten eines Baumes die UV-Bestrahlung verhindern würde.

Sofetenbänke. Genauso sinnvoll wäre es, Parkbänke im atomaren Kernreaktor aufzustellen. So sieht man vor allem im Treibhausgashalbjahr "sonnende" (welch grauenhaftes Wort) Sofeten, die sich ungeniert vollverblödender Hautalterung und Hautkrebsoptimierung hingeben und dabei den vorzeitigen Grauen Star mit Hinweisen auf "die schöne Sonne" und das "prächtige Wetter*" bejubeln.

Auch sogenannte "Grillhütten" (natürlich mit südlicher Ausrichtung) gehören dazu oder Rastpavillons (ebenfalls mit südlicher Ausrichtung und offen, damit einem die Plasmafackel direkt in die Fresse brennt).
Seien Sie nicht wie Sofeten! Machen Sie es anders! Gehen Sie an besetzten Sofetenbänken mit genüsslich ausgestrecktem doppelten Mittelfinger und "Vade retro!"-Murmeln vorüber und planen Sie Ihre Rast im kühlen schattigen Wald auf einem umgestürzten Baum oder lauschigen Felsen fernab sofetischer Idiotien.

Regel 7: Die richtige Kleidung beim Wandern - weg mit den gefütterten Schwitzbunkern!

Für die beschriebenen Handlungen bedarf es der angemessenen und richtigen Kleidung!
Vergessen Sie den perversen Jackenzwang, der Ihnen in sofetischer Tradition seit der frühesten Kindheit aufgezwungen wurde: Wie sofetisch sind Sie? Der schockierende Jackentest.

Das ist die richtig Kleidung bei Minusgraden und Schnee!
Das ist die richtig Kleidung bei Minusgraden und Schnee*!

Sie glauben fest daran, dass Sie frieren, wenn Sie bei 15 Grad oder auch 10 Grad keine Jacke tragen? Es ist eine Illusion: Das ist der Mann, der nie friert.
Sie haben sich niemals dem kleinsten Kältereiz ausgesetzt und sind mittlerweile zu einem Hitzezombie geworden, zu einem grotesken, degenerierten Abbild eines einstigen Menschen, der sich grundsätzlich für die Krone der Evolution hält!

Damit haben Sie sich unbewusst eine Mauer geschaffen, sodass die sich selbst schützende Perversion Ihres neurotischen Kälteempfindens sich immer weiter steigert und Sie zu einem willenlosen sofetischen Sklaven des Götzen Sol Invictus verwandelt, der sie rudelnwandernd mit anderen Zombies blind und grölend umherwanken, Sie durch Zwangsverhaltensneurosen in sofetische Fresstempel torkeln lässt und der Sie entgegen aller Vernunft zwingt, auf in die Sonne ausgerichtete Hautkrebs-Sofetenbänken Platz zu nehmen statt im kühlen Schatten mitten in der Natur Rast einzulegen.

Kaltwetter.de wandert grundsätzlich bis 7 Grad im T-Shirt, bis 0 Grad im leichten Pullover, bis -10 Grad mit offener Herbstjacke (ohne Schwulprinzessin-Fellkragen!) und versichert Ihnen: Sie sterben nicht, im Gegenteil. Sie leben wieder!

Waschen Sie Ihre sofetische Verseuchung im regnerischen Wald weg!

Sollten Sie nun voller Grauen selbsterkenntnisreich festgestellt haben, dass Sie sofetisch teilverseucht sind und Gefahr laufen, vor dem Spiegel sich übergeben zu müssen: Keine Panik! Es gibt Hoffnung für Sie (für vollständig sofetisierte Sonnenanbeter von RTL und Sol Invictus: Lesen Sie hier weiter, es gibt Hilfe für Sie - Kann die Integration von Sommerfetischisten (Sofeten) gelingen?)!

Werfen Sie Ihre Idiotenstöcke weg, die Ihnen eine kapitalismusgeile Industrie durch eingeredete Pseudobedürfnisse aufgeschwatzt hat, verbrennen Sie Ihre lächerlichen Winterjacken für Arktispolarforscher, die in einer brennenden Treibhausgaswelt ohnehin schon lange keiner mehr benötigt und laufen Sie los! Nur wer Erfahrungen macht und mit Grübeln aufhört, der kann sein Leben ändern und überhaupt begreifen, dass das wahre Leben erst jenseits sofetischer massenhafter Geistesverseuchung existiert.
Viel Erfolg!

P.S.: Bevor hier Missverständnisse aufkommen - Ästhetische Hitzeliebhaber (Hillis) mit Intelligenz sind extrem selten und haben mit verdummten Sommerfetischisten (Sofeten) nicht das Geringste gemein. Zur Unterscheidung von Hilli und Sofet: Von Kaltwetterhelden und Hitzewahnsinnigen: Das Rollenspiel der Wettertypen.

Dort gehören Sofeten hin! Das müssen nicht Sie selbst sein!
Dort gehören Sofeten hin! Das müssen nicht Sie selbst sein!



Haben Sie Informationen, Erkenntnisse oder Gefühle beim Lesen mitgenommen? Dann würde ich mich nach dem Nehmen über ein Geben sehr freuen. Danke!